Wein wie Wach(h)older. Ihr Herz schlägt Rot – ein bisserl „Weiß“ auch - aber am Ende doch stets Blaufränkisch-Rot. Yvonne Wachholder verleiht dem Weinbau das Prädikat wertvoll.

Von Vanessa Bruckner. Erstellt am 13. April 2019 (04:44)
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Ein Gläschen in Ehren. Winzerin Yvonne Wachholder in ihrem Weinkeller, den sie am 4. und 5. Mai im Zuge des Weinfrühlings für Gäste und Interessierte öffnen wird.

Die Hausaufgaben als Schulmädchen hat sie oft im Weinkeller erledigt. „Da hab ich nie getrödelt, damit ich schnell draußen im Weingarten mithelfen konnte“, erinnert sich die heute 33-jährige Südburgenländerin an ihre Kindheit, die von Beginn weg Teil des Weinbaus war – oder umgekehrt. Das bleibt wohl Ansichtssache.

So oder so: Ein Leben ohne Rebstöcke, Gummistiefel und ihren geliebten Blaufränkisch kann sich Yvonne Wachholder aus der Gemeinde Burg absolut nicht vorstellen.

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Erfolgreiches Vater-Tochter Gespann. Yvonne und Ernst Wachholder. Die Tochter sagt klar: „Papa ist mein größtes Vorbild.“

„So ein Leben gab es auch nie. Bereits meine Großeltern haben Weinbau betrieben, mein Papa hat den Betrieb dann zum Qualitätsunternehmen ausgebaut.“ Das Weingut selbst ist für das Vater-Tochter-Gespann, welches die drei Hektar am Eisenberg seit Jahren im Duett bewirtschaftet, trotzdem nur ein Nebenerwerb. „Aber einer, dem wir jede Minute Freizeit opfern“, sagt Yvonne.

Die sagt übrigens auch, dass sich die Arbeit am Ende des Jahres nicht nur vollends lohnt, wenn sie den ersten Schluck vom neuen Wein kostet, sondern sie erfüllt die Winzerin auch mit Stolz: „Ich weiß dann ganz genau, von welchem Rebstock die Trauben im Glas kommen, ich rieche und schmecke meinen Blaufränkisch und sehe dabei die Linie, der mein Vater und ich stets treu bleiben, nämlich bodenständigen, guten Wein zu machen.“

„Frauen machen Wein mit purer Leidenschaft“

80 Prozent der Wachholder-Weine sind Rotweine. „Wir produzieren auch Welschriesling und gelben Muskateller. Aber mein Blaufränkisch, über den geht am Ende einfach nix“, schmunzelt die Pressesprecherin vom ÖAMTC Burgenland. High Heels und Großstadt tauscht Yvonne am Wochenende nur allzu gerne gegen Gummistiefel und ihren geliebten Eisenberg.

Dass Frauen anderen Wein machen, davon ist die Burgerin überzeugt: „Da steckt pure Leidenschaft dahinter und natürlich in jedem Glas.“

90 Punkte vom Falstaff als Auszeichnung sind für Yvonne und Vater Ernst natürlich Bestätigung für ihre Arbeit. „Vor allem aber ist es die Freude am Weinbau, die Handarbeit dahinter, weil wir wirklich jede Flasche noch selber abfüllen“, erzählt die junge Frau. Die Weinlese ist dabei für sie ganz klar der schönste Part. „Die frische Luft, Familie und Freunde, die einem helfen und unsere Landschaft – es gibt nichts Vergleichbares“, ist sich Yvonne sicher.

Sicher war sie sich übrigens auch, dass sie den Papa dazu überreden kann, einmal einen Roséwein zu machen. „Es hat mich viel Überzeugungskunst gekostet, aber am Ende habe ich meine 100 Flaschen Rosé abgefüllt“, erzählt die Geschäftsfrau lachend.

Ab und an ein Glaserl Uhudler-Frizzante darf es für die 33-Jährige schon auch mal sein. Und trotzdem: Letztenendes schlägt Yvonnes Herz für den Blaufränkisch - aber das hatten wir ja schon.