Hans Goger möchte Schule in Nepal bauen. Hans Gogers Angst kennt keine Höhenmeter. Seine Hilfsbereitschaft auch nicht. Jetzt sammelt der Wolfauer Rollstühle für Afrika und baut eine Schule in Nepal.

Von Vanessa Bruckner. Erstellt am 18. Mai 2019 (04:24)
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Bergsteiger aus dem „Flachland“. Hans Goger ist der einzige Burgenländer, der den Mount Everest bezwang und vier 8000er Gipfel bestieg. In seiner Heimat Wolfau kommt er wirklich „runter“ vom Abenteurerleben. „Profi-Bergsteiger wollte ich nie werden, dafür lebe ich zu gerne.“

Obwohl ihm Nepal fast seine Finger gekostet hat, will der Bergsteiger Hans Goger dem Land unbedingt etwas zurückgeben. 1997 besteigt der Extremsportler seinen ersten 8.000er, den Cho - Oyu in Nepal. „Ich hatte schlimme Erfrierungen an den Händen und ohne die Hilfe der Einheimischen wäre es wohl anders ausgegangen. Jetzt möchte ich etwas zurückgeben und eine Schule dort bauen“, sagt Goger, dem mit seinen 53 Jahren nach wie vor kein Berg zu hoch ist. Der gebürtige Wolfauer ist der einzige Burgenländer, der je auf dem Mount Everest war. Und auch der einzige, der in Summe gleich vier 8000er Gipfel bestiegen hat.

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„Der Körper richtet sich nach dem Geist“, ist der Bergsteiger, der aus dem „Flachland“ Burgenland stammt, überzeugt. Nicht anders sind Hans Gogers sportliche Leistungen auch zu erklären, denn: Zwischen seinem ersten Gipfel, dem Wechsel, gefolgt vom Schneeberg und dem 6000er Berg Chimborazo in Ecuador lag nur ein knappes Jahr.

„Der Körper richtet sich nach dem Geist“

„Damals bin ich hingeflogen, konnte kein Wort Spanisch, hab mir eine Landkarte geschnappt und bin ohne Seil über die Gletscher rüber. Respekt lernst als Bergsteiger erst, wenn du in einer Gletscherspalte hängst“, erzählt der medizinische Masseur und fügt lachend an: „Und immer wenn ich in Extremsituationen war, dachte ich `wenn ich´s lebend heimschaff´, steig ich nie wieder auf einen Berg.´“

Zugegeben, an dieses Versprechen hat sich der Wolfauer bis dato nie gehalten, aber zurück zu Nepal und dem Versprechen, dort eine Schule zu bauen. „Es soll eine Burgenlandschule in dem Dorf Dhawa werden, mit sechs Klassenzimmern für 150 Schüler“. Für diesen Zweck sammelt Hans Goger gemeinsam mit Niklas Koller und Maximilian Igler mit Vorträgen und einem Musikfestival Geld.

Neugewonnene Freiheit durch gebrauchte Rollis

Armut begegnete Hans Goger auf vielen seiner Reisen. Äthiopien hat besondere Spuren hinterlassen. „Menschen mit Gehbinderungen haben dort oft nur alte Schuhe als Hilfestellung, in die sie ihre Hände stecken. Das ist schrecklich.“ Deshalb sammelt Goger jetzt gebrauchte Rollstühle für den Verein „rollaid“ aus der Schweiz, die dann in einer Werkstatt in Äthiopien repariert und an gehbehinderte Menschen weitergegeben werden. Hans Goger selbst ist also nach wie vor kein Schritt zu weit und keine Hürde zu hoch - vor allem, wenn es darum geht zu helfen.