Brave Jungs und die bösen Buben

Erstellt am 02. Dezember 2021 | 00:25
Lesezeit: 4 Min
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Goalie Roman Ostojic musste in Andau mit Rot vom Platz. Trotzdem sind seine Windener in der Fair-Play-Wertung Erster.
Foto: BVZ
Winden führt die Fair-Play-Wertung an, ist aktuell Tabellenfünfter. Der Tabellenletzte Kittsee hält zurzeit bei zwei „Roten Laternen“.

Brav Fußball spielen oder doch schmutzige Siege feiern? Winden, zunächst eher schwach in die Saison gestartet, hat sich dank einer Aufholjagd auf Rang fünf nach vorne gearbeitet. Das Team von Trainer Zoltan Fekete ist jedenfalls die fairste Mannschaft der Liga. Lediglich Tormann Roman Ostojic hatte, wenn man so will, einen Aussetzer. Als er in Andau den durchgebrochenen Stürmer Lukas Cambal unsanft von den Beinen holte, sah er die Rote Karte. Beim Austeilen sind die Windener ansonsten sehr zurückhaltend. Kapitän Wolfgang Bauer ist mit nur drei Gelben Karten der „Schlimmste“ seines Teams.

2.Liga Nord Tabellen
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Herbstmeister Andau ist in der Fair-Play-Tabelle guter Fünfter. Flügelspieler Marek Sabo sah beim 2:1-Erfolg über Wallern wegen einer Unsportlichkeit die Ampelkarte, Innenverteidiger Jan Thaler ließ die Schlusspartie aufgrund einer Gelb-Sperre aus, jubelte über den Titel des Winterkönigs von der Bande aus.
Auch die Gattendorfer gehören zu den eher zahmen Lämmchen. Geschuldet ist das dem Umstand, dass aufgrund der vielen Ausfälle immer wieder junge Eigenbauspieler zum Zug kamen. Diese „langen“ anscheinend noch nicht so robust hin wie ältere Haudegen. Verteidiger Florian Thüringer sah einmal die Ampelkarte, Kollege Dominik Krankl sah bislang vier Gelbe Karten. Impulsiver war da schon Trainer Didi Bader.

Der Coach sah beim ruppigen 1:1 in Pamhagen die – ziemlich überzogene – Rote Karte, als er Schiedsrichter Albert Wandl kritisierte („Mit der Leistung wird es für die Regionalliga nicht reichen“). Beim Cup-Spiel in Rust wurde Bader nochmals des Platzes verwiesen – er hatte in guter Absicht einen Ball gestoppt, der augenscheinlich (kein Spieler war in der Nähe) ins Seiten-Out rollte. Schiedsrichter Faruk Sevik war der Ansicht, dass die Kugel noch nicht komplett hinter der Linie war …

Kittsee auch beim Fair-Play am Tabellenende

Tabellenschlusslicht Kittsee ist auch in der Fair-Play-Wertung Letzter. Die Legionäre Ladislav Krizan (eigentlich als sehr besonnen bekannt) schimpfte bei der 2:3-Niederlage als Wechselspieler beim Spielstand von 2:1 für sein Team zu heftig, sah Rot. Ebenfalls ausgeschlossen wurde in der Hinrunde Angreifer Jozef Sombat.

2.Liga Nord Tabellen
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Schlechtpunkte sammelten die Kittseer vor allem durch Gelbe Karten. Sebastian Skerlan sah deren sieben, Thomas Bastian, Patrick Dietmann und Pavol Bellas fünf – sie mussten jeweils eine Partie zuschauen. Beim Vorletzten, Apetlon, sah Karim Nabout zwei Ampelkarten. Der im Sommer als Abwehrchef geholte Slowake wurde nach dem letzten Herbstspiel vom Vorstand schon nach Hause geschickt. Die vom Verletzungspech schwer gebeutelten Apetloner wehrten sich in jeder Partie nach Kräften. Manche Spieler mussten öfters austeilen als ihnen genehm war: Mario Strakos und Andrej Nemec sahen einmal Rot, Kevin Scheiblhofer einmal Gelb-Rot. Andreas Pethö holte sich fünf Gelbe ab, Kapitän Horst Scheiblhofer war vorbildlich beim Einsatz, „nur“ viermal Gelb.

Betrachtet man die Liste der Gelb-Gesperrten, erkennt man, dass es sich fast ausschließlich um Abwehrspieler handelt. Sieben Gelbe Kartons sahen Deutsch Jahrndorfs Reinhard Trunner und Kittsees Sebastian Skerlan. Sechsmal verwarnt wurde SK Pama-Kapitän und Abwehr-Boss Christian Hafner. Vom Ortsrivalen UFC Pama erhielt Christoph „Totti“ Werdenich sechsmal Gelb. Als Stürmer tanzt er da etwas aus der Reihe, „Totti“ gilt als einer, der das Recht mitunter auch auf der Zunge trägt.
Fünfmal Gelb sahen 13 Sportskameraden, nur Kittsee-Stürmer Bellas, Mönchhofs Außenbahnspieler Sebastian Iacovino-Protiva und Wimpassings Sani Vuckic (Sechser) sind keine „gelernten“ Verteidiger.