Spannung vor dem Dragonz-Rocks-Derby. Am Samstag treffen die bisher ungeschlagenen Rocks auf die mittlerweile gefestigten Dragonz.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 04. Dezember 2020 (01:22)
Alles im Griff? Beim ersten Match nach dem Restart entschieden Mattersburg und der spielende Obmann Corey Hallett (l.) den Kampf um den Ball und die Punkte. Behält der BKM die weiße Weste nun auch im Derby?
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Im Basketball-Land Burgenland freut man sich auf das nächste rot-goldene Derby in der 2. Bundesliga. In der zu einem Viertel aus burgenländischen Teams bestehenden Liga treffen am Samstag (18 Uhr) die bisher ungeschlagenen Mattersburg Rocks im Eisenstädter Allsportzentrum auf die BBC Nord Dragonz. Letztere haben nach vier Matches erst zwei Siege auf dem Konto und sind daher klare Außenseiter — trotzdem hoffen die Eisenstädter auf eine Überraschung.

Dragonz wollen gegen Favoriten überraschen

Im Gegensatz zu den Mattersburgern waren die Eisenstädter am Wochenende spielfrei, Coach Felix Jambor war als Athletik-Trainer mit dem Nationalteam in Slowenien bei der EM-Qualifikation. Mit seinen Drachen will er allerdings besser abschneiden als das bisher sieglose Nationalteam. Während seiner Abwesenheit haben die Dragonz „brav ohne mich weiter trainiert, wir haben uns gut abgesprochen“, so Coach Jambor. Die eigentliche Vorbereitung startete aber erst zu Wochenbeginn, möglicherweise ein Nachteil für die Dragonz.

In Eisenstadt sieht man sich jedenfalls gut auf die Mattersburger vorbereitet. Zu verlieren hat man gegen die Tabellen-Dritten nichts: „Mattersburg ist gewohnt extrem stark. Es wäre zwar eine Überraschung, wir haben aber schon bewiesen, dass wir immer für eine Überraschung gut sind“, zeigt der BBC Nord-Coach Kampfgeist. Ob wieder, wie beim Sieg gegen Dornbirn, alle zwölf Drachen auflaufen (oder gar punkten) will Jambor noch nicht verraten, sicher ist jedoch, dass die jungen Eigenbau-Dragonz wieder zum Zug kommen sollen.

„Wir wollen den Jungen eine Chance auf der großen Bühne der 2. Bundesliga bieten, nur so können sie sich weiterentwickeln“, unterstreicht der Coach die langfristige Strategie des BBC Nord. „Diesen Weg wollen wir weitergehen und uns so etablieren.“ Die Tiefe des Kaders sei Markenzeichen und Stärke der Eisenstädter.

Links: Marko Kolaric und der BBC Nord wollen gegen die starken Mattersburger zwei Punkte holen. Rechts: Petar Cosic (l.) und die Dragonz wollen sich für die knappe Niederlage bei der letzten Begegnung mit den Rocks revanchieren.
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Dass der Besuch der Rocks kein Zuckerschlecken wird, ist Jambor bewusst: „Besonders im Inside-Spiel ist Mattersburg eine Macht. Gary Ware ist nicht nur ein Hüne, sondern auch ein wirklich guter Spieler. Dazu kommt mit Corey Hallet noch ein sehr versierter Spieler mit einer starken Wurf-Quote.“ Die beiden „Grundpfeiler“ der Rocks sind aber nicht die einzige Gefahr, der ganze Kader sei „giftig. Sie haben eine gute Balance zwischen Inside und Outside. Da gilt es die Kontrolle zu behalten“, schätzt der Dragonz-Coach. Gänzlich aus dem Spiel nehmen könne man die Giganten Ware und Hallet zwar nicht, „aber in Bahnen lenken.“

Das schafften zuletzt die arg dezimierten Dornbirn Lions. Bei den Vorarlbergern machten einige Spieler den Schritt zum Spitzensportkonzept nicht mit. Viele rechneten mit einer schallenden Ohrfeige gegen die Rocks. Doch die Löwen schlugen sich wacker. „Das hätte auch anders ausgehen können“, resümiert der spielende Obmann Corey Hallett nach dem 73:62-Sieg.

Kater-Stimmung trotz klarem Sieg

Vor allem im dritten Spielabschnitt agierten die Rocks bei ihrem ersten Match seit 17. Oktober inferior, verloren das Viertel mit 10:22 und gerieten zwischenzeitlich sogar in Rückstand. „Die Stimmung in der Kabine nachher war nicht gut“, verrät Hallett. Coach James Williams dürfte trotz des nächsten Erfolgs ziemlich laut geworden sein. „So eine Ansprache nach einem Sieg habe ich auch schon lange nicht mehr erlebt“, gesteht Hallett.

Um gegen Eisenstadt zu bestehen, brauchen die Mattersburger eine Leistungssteigerung. „Das wird der erste richtige Test in dieser Saison“, findet Hallett, dass sich die Dragonz seit dem letzten Aufeinandertreffen im Play-off-Viertelfinale der Vorsaison gut verstärkt haben. Ob sich die Mattersburger mit einer schwachen Leistung und einem neuerlichen Sieg zufrieden geben würden? „Ich glaube, dass das gefährlich ist. Irgendwann reicht es dann nicht mehr und dann bekommst du eine richtige Watsch‘n. Ich hoffe, dass das Spiel gegen Dornbirn ein Warnsignal war“, möchte Hallett, dass die Rocks im Geisterspiel-Derby spielerisch überzeugen.