Die Corona-Zwangspause als Sanierungs-Chance. Der Blick muss auch in Zeiten der Pandemie nach vorne gerichtet sein. Einige Vereine nutzen die Zwangspause für ihre Plätze oder die Infrastruktur. Die BVZ hörte sich um.

Von Lukas Leier, Martin Plattensteiner und Philipp Frank. Erstellt am 26. März 2021 (01:33)
Beim SC/ESV Parndorf sieht man schon den Fortschritt bei der Platzneugestaltung. Für die Kunstrasenfläche zwischen Spielfeld und Haupttribüne wurde schon das Fundament gelegt.  
zVG/SC/ESVParndorf

Corona-Zwangspause = Stillstand am Sportplatz?  Nicht ganz. Der eine oder andere Verein nutzte in der sportlich frustrierenden Zeit den Fußball-Stopp, um Neuerungen, Adaptierungen oder sonstige Arbeiten am Sportplatz und/oder der Infrastruktur zu erledigen. Das sind wenigstens Kleinigkeiten, die man in die Kategorie „erfreulich“ einordnen kann.

Bei Ostligist SC Neusiedl am See wurden die Kabinen komplett ausgeräumt und neu ausgemalt. Zudem wurde der Boden versiegelt und mit neuen Kästen ausgestattet. „Es gab dort auch eine Wohnung, die wurde in eine Trainerkabine umgebaut“, so Neusiedls 1B-Coach Thomas Achs. Der Rasen wurde ebenfalls gedüngt und aerifiziert, also „belüftet“. „Das haben aber wahrscheinlich alle gemacht“, lacht der Seestädter Trainer.

Beim SC/ESV Parndorf (Burgenlandliga) wird der Rasen rundum erneuert (die BVZ berichtete). „Zur Zeit wird der Hybridrasen bei den Torräumen verlegt“, gab Sport-Koordinator Simon Knöbl einen Einblick in den Status quo. Für die Kunstrasenfläche bei der Tribüne wurde schon das Fundament gelegt. Als nächster Schritt wird dann der neue Rasen angebaut. Das Projekt wird insgesamt 120.000 Euro verschlingen, die vom Verein, der Gemeinde und dem Land getragen werden. „Die Coronazeit ist für so einen Schritt natürlich ideal, weil auf dem Rasen nicht gespielt wird“, so Obmann Alfred Sutrich. Bei Normalbetrieb wäre höchstens eine Rollrasen-Verlegung eine Option gewesen. „Das kam aber nie so richtig in Frage, weil es viel mehr gekostet hätte.“

Auch beim ASV Siegendorf wurde wieder einmal der Rasen aerifiziert. „Wir haben erneut Tonnen von Quarzsand in den Platz gepumpt und gedüngt“, berichtete Siegendorfs Sportlicher Leiter Harald Mayer. Zudem wird der TV-Turm fertiggestellt. „Da müssen wir die Seiten verbauen und windsicher machen. Auch die Werbetafeln rund um den Platz werden erneuert“, so der Funktionär. Das große Projekt „Kabinenneubau“ wird erst im Sommer – nach dem (geplanten) Ende der Meisterschaft – starten. „Da müssen wir leider abwarten, wie sich die ganze Lage entwickelt. Die Pläne sind alle fertig“, erklärte Mayer das Megaprojekt.

Beim ASKÖ Klingenbach (Burgenlandliga) wurden zuletzt die Hecken rund um den Platz geschnitten, nun wird auch noch der Rasen aerifiziert und wieder mit Quarzsand begradigt.

Bei Tabellenführer Kittsee (2. Liga Nord) ist alles für eine (mögliche) Aufstiegsfeier angerichtet. Doch wann wird überhaupt gespielt werden können? Präsident Walter Rinalda hat zum 40-Jahr-Jubiläum den Meistertitel als Ziel ausgegeben. „Die Ersatzspieler haben neue Bänke erhalten“, erklärt Pressereferent Gerhard Flink. „Sonst ist alles fix-fertig für einen Ligastart.“

In Gattendorf hat man seit März des Vorjahres einige Arbeiten am Sportplatz erledigt, die sonst „aufgeschoben“ gewesen wären. Von den sechs Flutlichtern wurden bereits zwei erneuert, zwei weitere werden in Angriff genommen. Die Banden-Werbungen wurden erneuert, auch das Geländer und die Einfriedung wurden von Funktionären und freiwilligen Helfern gestrichen. „Wir haben einen neuen Container zum Ausschenken organisiert“, erklärt Obmann-Vize Alex Sommer. „Hoffentlich dürfen wir ihn auch bald benutzen.“ In den kommenden Tagen soll er auf der Gegengeraden seinen neuen Stammplatz bekommen.

„Finanziell können wir uns nichts Großartiges leisten“, meint Andaus Obmann Roland Peck. Unterhalb der neuen Tribüne wurde aber ein Ball- und Schuhraum installiert. „So halten wir die Kabinen sauber“, erläutert der Vereinsboss. Benutzt hat man diese aber bislang noch kein einziges Mal.

Beim SK Pama nahm man sich die Zeit, um den Windschutzgürtel auf der Längsseite des Areals zu fasonieren. „Büsche, Sträucher und Bäume wurden „zurechtgestutzt“, erklärt Obmann Dieter Steiner. „Ansonsten hatte der Sportplatz eine ordentliche Erholungspause.“
In Apetlon ist die Sportanlage von Haus aus picobello in Ordnung. Doch hier gab es ein Novum: Sowohl der Kantinen- als auch Kabinentrakt wurden zur Corona-Teststation umfunktioniert. Seitens der Bevölkerung wird das Angebot gut angenommen.

In Pamhagen wird ab April die Fassade neu gestrichen. Die Malerarbeiten macht ein Sponsor möglich, der neben Zeit auch Material zur Verfügung stellt. „Das haben wir auch der Mannschaft zu verdanken“, erklärt Obmann Reinhard Csida. „Dieser Gönner war über den 3:0-Derbysieg gegen Wallern so begeistert, dass er uns die Arbeiten an der Fassade versprochen hat.“

Bereits beim ersten Lockdown wurde mit dem Bau der neuen „Gastrostätte“ beim USV Halbturn begonnen. Diese wurde jetzt fertiggestellt. 
USV Halbturn

Bereits im vergangenen Jahr wurde am Halbturner (1. Klasse Nord-)Sportplatz an einer neuen „Gastrostätte“ gearbeitet. Im ersten Lockdown wurde schon am Vordach gewerkt. In naher Zukunft soll auch noch eine neue Musikanlage folgen. Vollzogen wurde der Bau komplett in Eigenregie von den Freunden des USV Halbturn. „Es war schade, dass wir noch keine Einweihungsfeier abhalten konnten, das wird aber sicher nachgeholt werden – dann auch schon mit der Musikanlage. die noch kommt“, sagt Sektionsleiter Werner Hoffmann.

Eine beliebte Beschäftigung bei den Vereinen während der Corona-Zeit ist jedenfalls auch die Rasenpflege. Der UFC St. Georgen muss seine Spielwiese gezwungenerweise nach den erneuten Bremsspuren von zerstörungswütigen nächtlichen „Eindringlingen“ (die BVZ berichtete) neu herrichten. Aber auch andere Vereine widmen sich dem Rasen, wie der USV Halbturn oder der SV Gols, der sich vor allem dem Trainingsplatz annehmen will. Keine großen Arbeiten planen Steinbrunn und Zurndorf. „Ohne Einnahmen wäre es einfach zu riskant in größere Dinge zu investieren“, stellt Zurndorf-Sektionsleiter Josef Bartolich klar.

Auch Steinbrunn-Obmann Harald Marczinyas stößt ins selbe Horn: „Hut ab vor den Vereinen, die große Instandhaltungen durchführen, bei uns werden wir aber nur die normalen kleineren Arbeiten erledigen.“ Auch beim SC Trausdorf (2. Klasse Nord) wurden die üblichen Wartungsarbeiten in den Kabinen und Sanitäranlagen durchgeführt. „Wie immer haben wir den Rasen vertikutiert, alte morsche Bäume hinter der Tribüne wurden auch noch entfernt“, berichtete Obmann Günter Guszics vom Arbeitsfortschritt.

Beim SC Zillingtal hat sich die Mannschaft um die Rasenpflege gekümmert. „Viele Spieler haben den Platz mit Erde und Sand beglichen, sonst wurde an der Anlage nichts gemacht“, so Trainer Patrick Vukovich.

Beim SC Zillingtal nahmen sich die Spieler der Rasenpflege an. Mit Traktor und Schaufeln wurde die Erde auf der gesamten Anlage verteilt.
zVG/SC Zillingtal

Beim FC Sankt Andrä gibt es im April eine Baukommission zum geplanten „Mehrzweckraum“. Dabei werden 20 Quadratmeter der alten Terrasse und 50 Quadratmeter zusätzlich dazu gebaut und überdacht. So soll dann ein neuer, großer Raum entstehen, wie Obmann Gerhard Mauersics berichtete. Der Rasen wird sowieso laufend saniert und betreut.