Schlechtes Jahr für die Flachland-Skifahrer. Kein Skibetrieb, abgesagte Rennen und viele offene Fragen — es steht nicht gut um die rot-goldene Skisaison.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 09. Januar 2021 (02:19)

„Der BSV hat alle seine Rennen und Meisterschaften abgesagt“, blickt Gerald Guttmann, Präsident des Burgenländischen Skiverbandes (BSV) auf eine wenig erfreuliche Saison. Nicht nur Geografie und Klimawandel verhindern sportliche Bestleistung der rot-goldenen Skiasse, heuer mischt auch die Pandemie ordentlich mit.

Ob die Skiwoche in Altenmarkt-Zauchensee – das Aushängeschild des BSV – stattfindet, ist fraglich. „Wenn, dann in einer besonderen Form“, so Guttmann. Im Unterhaltungsbereich herrscht heuer sowieso tote Hose, man wolle kein Risiko eingehen. Bis zum Ende des Lockdowns könne man allerdings nicht vernünftig planen, Details folgen also frühestens ab 24. Jänner.

Entscheidung nach dem Lockdown

Eigentlich sollte die Burgenlandwoche in Altenmarkt, wie schon seit Jahrzehnten, in der zweiten Feber-Woche für pannonischen Flair in den Alpen sorgen. Derzeit fokussiert man ausschließlich auf einen reinen Skikurs, der Unterhaltungsteil wurde bereits fix abgesagt. Für den sportlichen Teil hätten sich bereits über 100 Interessierte gemeldet. „Wir haben so viele Nachfragen, dass wir mindestens 14 Skilehrer benötigen in der zweiten Februar-Woche. Für mich ist die Schlussfolgerung, dass die Kinder Sport betreiben wollen“, freut sich der oberste Ski-Funktionär des Landes trotz der Umstände über die rege Nachfrage. Zuversichtlich klingt Guttmann jedoch nicht. Die Auflagen seien zu hoch für den – im österreichischen Vergleich – kleinen burgenländischen Verband. „Das Risiko ist einfach zu groß. Viel ehrenamtliche Arbeit war heuer umsonst.“ Auch bei den Sponsoren sieht es trist aus, 80 Prozent Ausfall hat man heuer zu beklagen. Aber: „Wir haben gut gewirtschaftet.“

Ähnlich das Bild bei den burgenländischen Vereinen. „Die Auflagen lassen es leider nicht zu, dass heuer noch gefahren wird“, so Thomas Haenlein, Obmann des Skiklubs Eisenstadt. „Wenn wir ein Rennen veran- stalten und dann passiert etwas — das können wir nicht verantworten.“ Wenn bei einem Rennen etwa 100 Kinder teilnehmen, müsse man mit 150 bis 200 Eltern als Begleitung rechnen. Dabei die Abstände einzuhalten und die Teilnehmer trotz geschlossener Gastronomie zu versorgen, sei kaum möglich. Zudem käme man so leicht über die kritische Grenze von 250 Teilnehmern, ab der schärfere Regeln gelten. Eine Massentestung aller Fahrer, Organisatoren und Begleiter würde zudem den finanziellen Rahmen sprengen.

Auch SK Pinkafeld-Obmann Wolfgang Balla klagt über die heurige Saison: „Unsere Standardveranstaltungen wie der Kinderskikurs fallen aus.“ Ins selbe Horn bläst auch Oberwarts Ski-Chefin, Ute Wagner, die sich beklagt, dass sie „keine Kinderskikurse machen“ kann. Das ist eine traurige Situation.“

Bittere Saison für den Ski-Nachwuchs

Schade sei die Zwangspause vor allem für den Nachwuchs, der ein ganzes Jahr verliert, so die Vereinsobleute unisono. „Wir werden die Vorgaben natürlich akzeptieren und umsetzen. Verständlich sind sie aber nicht“, erklärt Wagner mit Verweis auf die FFP2-Masken an der frischen Luft. Um den Nachwuchs sorgt sich auch Neudörfl-Obmann Josef Töltl. Er schätzt, dass bis zu zwei Jahrgänge durch die ausgefallene Saison „verloren gehen“. Schlecht steht es auch um die Landesmeisterschaft Ende Jänner. „Ich glaube nicht, dass sie durchgeführt werden kann“, ist Töltl skeptisch.

Optimistisch ist lediglich Wiesen-Präsident Lukas Weghofer, der als einziger über einen Skilift verfügt: „Wir stehen in den Startlöchern.“