„Gemma Strem“ erlischt. Der UFC Strem schloss am vergangenen Freitagabend seine sportlichen Pforten. Für immer? Das bleibt offen, wobei an einer weiteren Zukunft derzeit schon gebastelt wird.

Von David Marousek. Erstellt am 25. Juni 2020 (06:09)
Im Süden wird das „Gemma Strem“ fehlen. Der an vielen Sportplätze gehörte Schlachtruf der UFC-Anhänger verstummt zumindest vorübergehend.
Marousek

Der 1953 gegründete UFC Strem steht vor seinem (vorläufigen) Ende. Die Funktionärsriege beschloss am vergangenen Freitag die Stilllegung des Vereins für das kommende Spieljahr. Keine leichte Entscheidung für Vereinsoberhaupt und Strem-Bürgermeister Bernhard Deutsch: „Es ist eine besondere Zeit, finanzielle Gründe gibt es aber nicht. Wir mussten diesen schwierigen Schritt setzen, wollen den Verein aber erhalten.“

Dabei sah es unter der Woche noch gut aus und am Kader für die kommende Saison wurde fleißig gewerkt. Als dann aber auch der letzte Führungsspieler seinen Wechsel bekannt gab, war das Aus für die Saison 2020/21 besiegelt.

Die beiden Winkelbauer-Brüder Roman und Rainer gaben wie Trainersohn Mario Kienzl ihr Karriereende bekannt. Zusätzlich wurden auch die vier Legionäre verabschiedet. Ein Spieler beschloss zu pausieren, um sein Studium voranzubringen. Nico Mulzet, Peter Deutsch und Franz Gesslbauer zieht es zu den Heiligenbrunnern, mit denen Strem Anfang der 2000er Jahre noch eine Spielgemeinschaft einging.

„Mir als Obmann und Bürgermeister tut die Stilllegung weh. Ich habe hier von der Jugend an alle Stationen durchlaufen. Mit Corona hat das Ganze aber nichts zu tun, denn im Winter hatten wir noch investiert. Ich wünsche keinem Kollegen, dass er einmal so einen Schritt wie wir setzen muss.“

Die restlichen acht Spieler des UFC dürfen sich nun einen neuen Verein suchen. Wohin es diese ziehen wird, ist noch nicht geklärt.

Gespräche beginnen noch in dieser Woche

Aus. Strem-Obmann Bernhard Deutsch musste am Freitag eine harte Entscheidung treffen.
BVZ

Doch ganz aufgegeben haben die Stremer noch lange nicht. Auch wenn die Wiederaufnahme nach einjähriger Pause sicher schwierig wird, Obmann Bernhard Deutsch hat weiterhin Hoffnung: „Unser Ziel ist es schon, dass wir im nächsten Jahr weitermachen. Der Verein wird auch noch weiter Veranstaltungen anbieten und auch die Altherren sollen wieder aktiver werden. Ich beginne noch in dieser Woche Gespräche zu führen und wir wollen den Verein neu strukturieren.“

Eine erneute Spielgemeinschaft mit Heiligenbrunn stand dabei nicht im Raum, mit den befreundeten Klubs aus Eberau und Güssing derweil schon. Dies sei jedoch „zu kurzfristig“ gewesen. Der Obmann hofft dabei auch auf einige Rückkehrer im nächsten Jahr: „Vielleicht entschließen sich ja einige Spieler zurückzukommen, nachdem sie gesehen haben, dass es woanders auch nicht das Gelbe vom Ei ist.“

Die Idee mit der Spielgemeinschaft im kommenden Jahr bleibt sicher im Hinterkopf. Mit Güssing kooperiert der UFC zudem schon im Nachwuchs.