Sportlerwahl: Stinatz mit starker Konkurrenz. Wie im Vorjahr kommen zwei Sieger aus der kroatischen Gemeinde. Da hielt Güssing dagegen.

Von Patrick Bauer. Erstellt am 20. März 2021 (03:55)

Die BVZ-Sportlerwahl ist im Bezirk Güssing fest verankert. Dafür spricht die Historie der ungemein beliebten Abstimmung, die vor der Corona-Pandemie auch immer den würdigen Rahmen für die Sieger parat hatte. Gern gesehene Gäste hierbei? Stinatzer und Stinatzerinnen, die seit jeher sportlich wahnsinnig aktiv sind und auch vor in unseren Breiten nicht zwingend bekannten Sportarten wie Flag Football nicht Halt machen. So ist der erst vor wenigen Jahren gegründete Verein der Ozelots schon ein Wahl-Dauerbrenner, wie diverse Siegerlisten auch eindrucksvoll belegen. Ähnliches gilt für den SV Güssing. Ein Traditionsverein mit Geschichten, Facetten und Menschen, die es verdient haben, vor den Vorhang geholt zu werden. Das passiert auf dieser Doppelseite der Sportlerwahl-Berichterstattung.

Sportler des Jahres. Manuel „Fritzi“ Fritz, sportliches Universaltalent, Stegersbacher Stimmungskanone, Liverpool-Anhänger und gebürtiger Stinatzer, sicherte sich zum zweiten Mal nach 2017 den Titel als Sportler des Jahres. Mit seinen 21 Jahren hat er schon vieles gesehen. Eine der letzten Hochphasen des SV Stegersbach mit Max Karner als Cheftrainer etwa, wo man die Liga landauf- und landab verzauberte. Er kennt aber auch die „Schattenseiten“, denn als einer von wenigen Kickern, die damals das SVS-Trikot trugen, blieb er über und machte den Abstieg in die 2. Liga mit. Dort ist man angekommen, auch wenn die Hinrunde schwierig blieb. Fritz ist dabei zu einem Führungsspieler gereift, der in der Innenverteidigung nicht mehr wegzudenken ist. „Ich traue ihm sehr viel zu“, sagt Ex-Trainer und Sektionsleiter Joachim Poandl und ergänzt: „Er muss nur dranbleiben.“ Er ist eben auch ein bisschen Stinatzer Hallodri. Deshalb mögen ihn die Leute so gern. Seien es Mitspieler oder andere. „Fürs ‚lange Elend‘ freut es mich sehr“, schmunzelt etwa Ozelots-Obmann Jan Zsifkovits, der als Manchester United-Fan viele Verbal-Duelle mit dem LFC-Anhänger ausfechten muss. „Es war unerwartet, aber es freut mich sehr“, so der 21-jährige Angestellte der BH Güssing.

Sportlerin des Jahres. Eine riesige Freude hatte Julia Oswald mit ihrer Ernennung zur Sportlerin des Jahres. Das hört man an ihrer Stimme. Seit etwas mehr als einem Jahr ist die 19-Jährige bei den Stinatz Ozelots aktiv und bekam nun den ersten Lohn ihrer (sportlichen) Arbeit. „Ich war sehr, sehr, sehr überrascht“, sagt sie, um anzufügen: „Ich hab das Ganze gar nicht so mitbekommen, auch weil ich in Wien studiere. Irgendwann sprach mich dann aber jeder drauf an.“ Aus der Bundeshauptstadt eilte sie dorthin, wo die BVZ für sie immer aufliegt: „Zur Oma!“ Dort war die Gewissheit dann endgültig angelangt, dass nach Schwester Rebecca, die im Vorjahr siegte, die zweite Trophäe ins Hause Oswald wandern wird. Football und Frauen? Das passt. Zumindest in Stinatz. „Die Burschen meinten immer, dass wir es probieren sollen und das habe ich dann gemacht. Es hat schon nach dem ersten Training unheimlichen Spaß gemacht“, erklärt sie und Ozelots-Obmann Jan Zsifkovits ergänzt anerkennend: „Eine vielseitige Sportlerin, die auf einigen Positionen einsetzbar ist. Sie startete im letzten Jahr und hat sich super entwickelt. Dazu ist sie auch noch im Vorstand tätig.“ Optimale Vorzeichen, um den würdigen (BVZ)-Preis zu erhalten.

Gute Seele des Jahres. Um den Lebenslauf von Peter Stelzmayer, 75, angemessen abzuarbeiten, bräuchte es wohl eine gesamte BVZ-Ausgabe. Der Tausendsassa hat nicht nur sportlich vieles erlebt, sondern sich in und um Güssing mit diversen Aktionen verdient gemacht. Die Gemeinschaft ist seins, das gute Miteinander ihm besonders wichtig. Seit einem Jahr ist er als Obmann-Stellvertreter beim GSV aktiv, wo er schon in den 60er Jahren selbst spielte und den GSV trotz einiger anderer Stationen (Sulz, Strem, Kitzbühel), auch immer „seinen“ Verein nennen wird. „Wir arbeiten sehr gut zusammen und es macht ihm unglaublichen Spaß, sich einzubringen“, so Obmann Hannes Winkelbauer, der anfügt: „Er strotzt vor Energie.“ Die hört man im Telefongespräch heraus, auch wenn sein Gasthaus „Zur Burg“ aktuell pausiert. Dann widmet er sich eben dem Fußball. „Bei uns herrscht eine super Stimmung und wir sind ein super Team. Wir machen das beim GSV sehr gut und vor allem der Weg, nur mit Einheimischen zu kicken, gefällt mir sehr“, erzählt er, um in weiterer Folge zu ergänzen: „Ich war über diese Wahl sehr überrascht und ich habe mich sehr gefreut.“ Wie der gesamte GSV-Tross für den Güssing-Dauerbrenner. Der Sportliche Leiter Johannes Jandrisevits: „Peter ist immer zur Stelle, hat sehr viel Erfahrung und kennt sehr viele Leute. Er ist ein ungemein wertvoller Teil unseres Vereins.“

Nachwuchsteam des Jahres. Den Herbst ohne Niederlage beenden? Das schafften nicht viele Mannschaften. Die U12 des SV Güssing bildet da eine der wenigen Ausnahmen im gesamten Burgenland und ist eines der „Aushängeschilder“ des GSV. Auf den Nachwuchs wird in der Bezirkshauptstadt nämlich besonders wert gelegt, was durch die Wahl zum Nachwuchsteam des Jahres bestätigt wurde. „Wir sind stolz“, meint auch Obmann Hannes Winkelbauer, der anfügt: „Das dreiköpfige Trainerteam leistet super Arbeit und das spricht sich herum.“ 17 Kinder umfasst das Team und Winkelbauer sagt: „Eine tolle Bestätigung der geleisteten Arbeit.“