Eltendorf zieht Team zurück. Der SV Eltendorf wird seine Teilnahme an der Burgenlandliga-Spielzeit 2020/21 zurückziehen. Eine Kooperation mit Heiligenkreuz steht im Raum – oder das Aus.

Von Patrick Bauer. Erstellt am 18. Juni 2020 (05:55)
Die Lichter verblassen. Das wunderschöne und auch erst vor wenigen Jahren errichtete Vereinsheim des SV Eltendorf wird in den kommenden Jahren zumindest keinen Burgenlandliga-Kick mehr sehen.
Patrick Bauer

Der Paukenschlag folgte am vergangenen Wochenende: Der SV Eltendorf wird seine Teilnahme an der kommenden Burgenlandliga-Saison zurückziehen. Was erst als vages Gerücht abgetan wurde, bestätigte sich rasend schnell und ist auch nicht mehr zu kippen. So bekräftigte Eltendorf-Obmann Harald Gaal am Dienstagvormittag diesen Schritt: „Die Burgenlandliga ist definitiv gestorben.“

Neue Wege. Gönner Willi Goldschmidt soll auch beim HSV Präsident werden.
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Einer der südlichen Top-Vereine der letzten Jahre, der die Saison 2018/19 noch als Vierter und bestes Südteam beschloss, zog damit einen Schlussstrich unter ein Projekt, welches 2013 seinen Anfang nahm. Damals stieg der ehemalige SVE-Kicker und aus Zahling stammende millionenschwere Unternehmer Willi Goldschmidt als Präsident und Mäzen ein. Er wollte seinem Verein etwas zurückgeben und vor allem in den ersten Jahren saß die Geldbörse sehr locker. Im Juni 2015 schaffte man dann zum zweiten Mal nach 1987 den Sprung in die höchste Amateurklasse des Landes, wo man bis zuletzt auch ein Teil davon war. Nun folgt ein radikaler Schnitt. Gaal: „Es gibt kaum Funktionäre, wir haben ein Nachwuchs-Problem und auch fast nur noch ausländische Kicker.“ Dabei hätte man durchaus eine Elf stellen können, was man aber nicht mehr wollte. „Es wäre finanziell nicht mehr tragbar“, so das Oberhaupt.

Bestätigte den Rückzug. SVE-Obmann Harald Gaal bekräftigte den harten Schnitt.
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Als man sich zum Rückzug entschloss, rückten diverse Varianten in den Fokus und die Nachbarn aus Heiligenkreuz schnell auf den Plan. Dort fragte man leise an, ob diese nicht den Platz oben einnehmen möchten. Wollte der HSV aber nicht, weil der Aufwand zu groß wäre.

Und dennoch wird mit großer Wahrscheinlichkeit demnächst gemeinsame Sache gemacht, denn nach einer Sitzung am Samstag läuft alles auf eine Kooperation hinaus. Die bleibenden Funktionäre mit Goldschmidt, der in finanziell abgespeckter Form als Präsident tätig sein wird, und einige wenige Spieler, wechseln Richtung Waldstadion. Die endgültige Entscheidung über die Zukunft beim SVE bringt dabei die am morgigen Freitag stattfindende Mitgliederversammlung im Stadion (19 Uhr). Folgende Varianten sind möglich: Eine Spielgemeinschaft mit Heiligenkreuz in der 2. Liga, wo sich Spiel- und Trainingsort abwechseln, ein etwaiger Neustart ganz unten oder auch das Aus des Vereins.

Gelassen. HSV-Obmann Rudi Pummer freut sich auf die gemeinsame Zukunft.
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Am wahrscheinlichsten ist dabei aber die Kooperation mit Heiligenkreuz, denn die sportliche Führung des HSV ging mit den Eltendorfern schon den 2. Liga-Kader für die Zeit nach Corona durch. „Es werden Großteils nur die Jungen zu uns kommen“, meinte Markus Jost vom HSV, der dem „positiv“ gegenübersteht. Wie auch HSV-Obmann Rudi Pummer: „Wir haben eine positive Auffassung zu diesem Thema. Langfristig ist das sicher positiv zu sehen. Es sind zwei Traditionsvereine, die nur wenige Kilometer voneinander entfernt sind und sich auch immer wieder bei den früheren Heimspielen jeweils gegenseitig besuchten.“

Kein Sportlicher Leiter mehr. Langzeit-Funktionär Rainer Pummer zog  sich zurück.
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Den 16. Burgenlandliga-Platz wird übrigens mit hoher Sicherheit kein Verein einnehmen. BFV-Geschäftsstellenleiter Karl Schmidt: „Wir haben zwar erst am Montag eine Sitzung, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass der Platz nachbesetzt wird.“