Mattersburg Rocks: Emotionaler Sieg mit Luft nach oben. Mattersburg Rocks übernehmen mit 74:72 gegen die Blackbirds die Tabellenspitze und sind noch nicht am Leistungslimit.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 08. Januar 2020 (01:25)
Der Derbysieger, der sind wir! Marko Soldo, Marco Jaitz, Claudio Vancura und Philipp Germ schrien die Freude nach dem Derbysieg heraus.
Malcolm Zottl

Wem ein Thriller im Fernsehen nicht ausreicht, der war beim Spitzenspiel zwischen Mattersburg und Güssing/Jennersdorf gut aufgehoben. Das Burgenland-Derby hatte nämlich alles, was ein Sport-Krimi braucht. Die Rocks führten Mitte des dritten Viertels bereits mit 54:33, nur um Sekunden vor Schluss doch schon wie der sichere Verlierer auszusehen (65:70). Doch den Rockern gelang der erneute Turnaround. Gary Ware und Co feierten noch einen 74:72-Sieg.

Kein Wunder, dass in den letzten Spielfrequenzen jeder Abschluss mit einem Gekreische auf der Tribüne einherging. Ein Gekreische, dass nach der Schlusssirene im Rocks-Block in frenetischen Jubel umschlug. „Natürlich ist ein Derbysieg immer ein bisschen was Besonderes“, war die Euphorie bei Mattersburg-Obmann Corey Hallett beim BVZ-Telefonat am Montag bereits wieder abgeklungen: „Natürlich gibt das Selbstvertrauen für die Play-offs, aber in Wahrheit ist es nur ein Sieg“, kommentiert Hallett gewohnt nüchtern.

Mattersburg ist nun auch Tabellenführer

Allerdings übernahmen die Mattersburger mit dem elften Sieg in Serie erstmals in dieser Saison auch die Tabellenspitze. Damit war nach fünf Runden und einer 2:3-Bilanz nicht wirklich zu rechnen. In den nächsten sechs Runden wird sich entscheiden, ob die Rocks – wie im Vorjahr – als Erster in die Post Season gehen können. „Es geht weiter darum, einen guten Rhythmus für die Play-offs zu finden“, stellt Hallett klar.

In dieser Hinsicht war der Derbysieg – so emotionell er war – kein großer Schritt vorwärts. Denn von ihrem A-Game waren sowohl die Rocks, als auch die Blackbirds weit entfernt. „Es war ein typisches erstes Spiel nach der Weihnachtspause“, will Hallett nicht zu kritisch werden.

Vor allem weil mit Jan Nicoli (aus persönlichen Gründen) der Denker und Lenker bei den Mattersburgern fehlte. „Das haben wir schon länger gewusst, dass er uns nach Weihnachten fehlen wird. Am Dienstag steigt er aber wieder ins Training ein und wird uns gerade in der Offensive wieder viel helfen“, setzt Hallett am Wochenende wieder auf seinen Südtiroler in Top-Form.

Wenngleich die Bankspieler Nicoli zuletzt nicht schlecht ersetzten, gegen die Blackbirds überzeugten: „Unsere Jüngeren haben in letzter Zeit wirklich super gespielt“, ist Hallett zufrieden und hofft am Sonntag (im Lions Dome gegen die Basket Flames, 17 Uhr) den nächsten Erfolg.