Mattersburg Rocks: Mit Zittersieg zum Derbyfight. Gegen Dornbirn gewannen die Rocks trotz schlechter Leistung. Im Derby gegen Eisenstadt braucht es eine Steigerung.

Von Peter Wagentristl und Malcolm Zottl. Erstellt am 03. Dezember 2020 (01:22)
Einmal vorbei lassen bitte. Gary Ware (r.) war von den tapfer kämpfenden Löwen aus Dornbirn nicht über die gesamte Spielzeit unter Kontrolle zu halten, so führte der Center seine Mattersburger schlussendlich doch noch zu einem Arbeitssieg.
Zottl

Der Samstag wirft seinen Schatten voraus. Um 18 Uhr treffen im Eisenstädter Allsportzentrum die BBC Nord Dragonz auf die Mattersburg Rocks. Die Gäste haben nach vier Saisonspielen noch eine weiße Weste und sind dementsprechend der Favorit für das Lokalduell. Doch der Restart in die Meisterschaft gegen Dornbirn gab den Rocks zu denken. Gegen die arg dezimierten Vorarlberger boten die Rocks vor allem im dritten Spielabschnitt eine inferiore Leistung, verloren das Viertel mit 10:22 und gerieten zwischenzeitlich sogar in Rückstand. Freude kehrte nach dem 73:62-Sieg nicht ein. „Wir haben uns so darauf gefreut, wieder Basketball spielen zu dürfen und dann bringen wir so eine schlechte Leistung“, knurrt der spielende Obmann Corey Hallett.

Lauter dürfte es nach dem Erfolg auch in der Mattersburger Kabine geworden sein. Coach James Williams war über die Darbietung seiner Mannschaft not amused. „So eine Ansprache nach einem Sieg habe ich auch schon lange nicht mehr erlebt“, gesteht Hallett, der die Gefühlslage seines Trainers aber durchaus nachvollziehen kann.

Das schlechteste Spiel im Trikot der Rocks

Hart ins Gericht ging der spielende Obmann vor allem mit sich selbst. „Das war, glaube ich, die schlechteste Partie, seit ich bei den Rocks bin. Es war zum Großteil meine Schuld, dass wir so schlecht gespielt haben. Das muss ich als erfahrener Spieler besser machen.“ Welche Gründe die unterdurchschnittliche Performance hatte, konnte Hallett ad hoc nicht analysieren: „Wir haben eigentlich gut trainiert, aber natürlich hatten wir über ein Monat kein Spiel und nur zwei Wochen Vorbereitung.“ Das Motto des Spiels lautete „ein Sieg ist ein Sieg“. Das galt zumeist auch für die Mattersburger Spiele vor der Liga-Unterbrechung. Im Derby gegen Eisenstadt soll nun auch die Leistung stimmen, denn „Ich glaube, dass das gefährlich ist. Irgendwann reicht es dann nicht mehr und dann bekommst du eine richtige Watsch‘n. Ich hoffe, dass das Spiel gegen Dornbirn ein Warnsignal war“, unterstreicht der Vereinsboss, der die Aufgabe Eisenstadt keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen wird.

„Du siehst, dass auf der anderen Seite nur sechs Spieler aufwärmen und denkst dir, das geht schon irgendwie‘.“ Corey Hallett über die fehlende Spannung gegen die ersatzgeschwächten Lions.

Unzufrieden war James Williams mit dem Spiel gegen Dornbirn.
Zottl

„Gegen Dornbirn war es schwierig. Du siehst, dass auf der anderen Seite nur sechs Spieler aufwärmen und denkst dir, das geht schon irgendwie‘, das machst du nicht absichtlich, dennoch waren wir selbst schuld. Wir haben es in der Hand und ich verspreche, dass kein Spieler Eisenstadt unterschätzen wird“, unterstreicht Hallett, der nicht nur wegen der Sommerneuzugänge eine hohe Meinung von den Dragonz hat: „Das wird der erste richtige Test in dieser Saison. Aber es ist nur das fünfte Spiel der Saison“, verliert das Derby als Geisterspiel etwas an Brisanz, die Fans werden „hundert Pro“ fehlen.

Die Eisenstädter gehen jedenfalls ausgeruht in das burgenländische Duell, waren die Landeshauptstädter doch am Wochenende spielfrei. Mit der richtigen Matchvorbereitung starteten die Drachen aber erst am gestrigen Mittwoch, da Coach Felix Jambor als Athletiktrainer mit dem Nationalteam in Slowenien im Einsatz war, zwei Niederlagen mit im Gepäck hat: „Während seiner Abwesenheit haben die Dragonz „brav ohne mich weiter trainiert, wir haben uns gut abgesprochen“, versichert Jambor.

Der Eisenstädter Trainer sieht in den Rocks, trotz Selbstkritik, den klaren Favoriten, aber: „Mattersburg ist gewohnt ex-trem stark. Es wäre zwar eine Überraschung, wir haben aber schon gezeigt, dass wir immer für eine Überraschung gut sind.“ Die größte Stärke sieht Jambor im Inside-Spiel der Rocks, unter anderem auch in dem sich selbst tadelnden Hallett: „Gary Ware ist nicht nur ein Hüne, sondern auch ein wirklich guter Spieler. Dazu kommt mit Corey Hallet noch ein sehr versierter Spieler mit einer starken Wurf-Quote.“ Die beiden „Grundpfeiler“ der Rocks sind aber nicht die einzige Gefahr, der ganze Kader sei giftig. Sie haben eine gute Balance zwischen Inside und Outside. Da gilt es die Kontrolle zu behalten“, schätzt der Dragonz-Coach. Gänzlich aus dem Spiel nehmen könne man die Giganten Ware und Hallet zwar nicht, „aber in Bahnen lenken.“ Und das gelang zuletzt eben den dezimierten Dornbirnern.