Ein Direktcorner ins Glück

Erstellt am 30. September 2018 | 17:06
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Mattersburg tat sich beim Heimspiel gegen Wacker Innsbruck lange schwer. Rene Renner erlöste die Mannschaft von Klaus Schmidt aber schließlich mit einem direkt verwandelten Eckball.

Die Tabelle der Tipico Bundesliga

INNSBRUCK – MATTERSBURG 2:1. Wie kann man eine 90-minütige Überzahl herbeiführen? Im Fall dieses Spiels schlicht und ergreifend mit einem Ausschluss gegen den FC Wacker nach gerade einmal einer Minute Spielzeit. SVM-Stürmer Martin Pusic wurde ideal ins Spiel gebracht, Stefan Meusburger konnte ihn nur noch durch ein Foul von hinten an der Strafraumgrenze stoppen und Referee Dieter Muckenhammer zückte Rot. Den anschließenden Freistoß trat dann Jano. Es war ein äußerst geschickter Schuss, flach unterhalb der hochspringenden Mauer – allerdings prallte der Ball von der Außenstange ab.

Pech für den SVM, der die Überzahl somit nicht mit einem raschen Tor bejubeln konnte.

Möglicherweise hätte die erste Hälfte dann auch rasch einen anderen Charakter erfahren. So aber stellten sich die Tiroler auf die neue Lage ein, formierten sich in der Defensive und setzten vereinzelt sogar offensive Nadelstiche. Etwa durch Patrick Eler nach fünf Minuten, als Goalie Markus Kuster zur Stelle war. Oder durch einen Schuss von Daniele Gabriele knapp über die Latte. Oder in Minute 29, als Alois Höller bei einem Innsbruck-Schuss im Rutschen - und das noch dazu im Strafraum - ein Handspiel fabrizierte. Eler knallte aber den verhängten Elfer über das Tor.

Das darf trotzdem nicht darüber hinwegtäuschen, dass der SVM (im Pappelstadion diesmal ausnahmsweise mit den Auswärtsdressen im Einsatz, weil der Schiedsrichter vorab eine zu große Ähnlichkeit der Dressen sah) sehr wohl die aktivere und auch optisch überlegene Mannschaft war -  und das auch mit einigen guten Chancen. Martin Pusic prüfte Wacker-Schlussmann Christopher Knett mit einem Freistoß und auch per Kopf, Nedeljko Malic hatte die Gelegenheit ebenfalls per Kopfball, bei einer Doppelchance blieb Knett erst Sieger gegen Pusic und danach gegen Gruber bei dessen Nachschuss.

Heißer Start in der zweiten Halbzeit

Tore fielen jedoch erst nach der Pause, da überschlugen sich dann aber zumindest kurzfristig die Ereignisse. In Minute 49 ging erst Grün-Weiß in Führung, nachdem Rene Renner eine Flanke von Andi Gruber volley zum 1:0 versenken konnte. Nur eine gute Minute später allerdings erhielten die Tiroler den zweiten Elfmeter des Tages zugesprochen, wiederum wegen Handspiels. Diesmal allerdings war der Unmut auf Mattersburger Seite weit größer als beim Strafstoß in der ersten Hälfte. Cheikhou Dieng schloss eine Quervorlage alleinstehend ab und traf dabei Rene Renner, der vor Kuster stand. Muckenhammer sah ein Handspiel und zeigte wieder auf den Punkt. Diesmal trat Ilkay Durmus an, Kuster war zwar dran, der abgewehrte Ball ging aber via Stange ins Tor. 

Entscheidung vom Punkt aus – vom Cornerpunkt . . .

Danach tat sich länger wenig, zwingende Gelegenheiten blieben Mangelware. Sehr wohl aber sorgten die Burgenländer mit dem einen oder anderen Ball in den Strafraum für Gefahr, besagter Gefahrenherd wurde in Minute 79/80 schließlich größer und führte auch zur Entscheidung. Erst rettete Knett noch nach einem Eckball ins Torout. Beim nächsten Eckball knisterte es ebenfalls, wieder landete der Ball von einem Innsbrucker im Torout. Und beim dritten Corner wurde es Renner dann zu bunt. Sein gut angetragener Ball senkte sich über Knett (die einzige Situation, bei der er wirklich nicht gut aussah) ins lange Eck zum 2:1-Siegestor. Weil die Gäste nicht mehr entscheidend zusetzen konnten und Mattersburg seinerseits das dritte Tor verwehrt blieb, endete die Begegnung mit einem knappen Erfolg der Burgenländer.

Weiter geht es am kommenden Sonntag auswärts beim SK Rapid, den der SV Mattersburg übrigens durch diesen Erfolg in der Tabelle überholen konnte. 

STATISTIK

MATTERSBURG - INNSBRUCK 2:1 (0:0).- Torfolge: 1:0 (49.) Renner, 1:1 (52.) Durmus (Handelfer), 2:1 (80.) Renner.

Gelb: Renner (51., Handspiel), Perlak (90., Foul); Hupfauf (45., Foul).

SR: Muckenhammer.- Pappelstadion, 1.900.

Mattersburg: Kuster; Erhardt, Malic, Rath; Höller (46. Kerschbaumer), Jano (70. Jefte Betancor), Hart, Ertlthaler (76. Perlak), Renner; Gruber, Pusic.

Innsbruck: Knett; Hupfauf, Maak, Meusburger, Vallci; Henning, Kerschbaum; Dieng (76. Schimpelsberger), Gabriele (89. Rieder), Durmus (91. Buchacher); Eler.

STIMMEN

Präsident Martin Pucher: „Das war keine gute Partie von uns. Es kann schon sein, dass die Cup-Partie vom Mittwoch da noch mitgespielt hat. Aber wir haben zumindest gewonnen.“

Doppeltorschütze Rene Renner: „Innsbruck ist sehr tief gestanden, wir haben uns sehr schwer getan, aber den Willen haben wir nie abgelegt und am Ende verdient gewonnen. Das war ein ganz wichtiger Erfolg.“

Mattersburg-Trainer Klaus Schmidt: „Das war ein sehr, sehr glücklicher Sieg heute. Die Mannschaft hat das fehlende Glück vom vorigen Mittwoch im Cup gegen Rapid heute zurückbekommen. Wenn Eler den Elfmeter getroffen hätte, wäre es extrem schwierig geworden. Mit der Brechstange ist es dann am Schluss gegangen.“

Innsbruck-Trainer Karl Daxbacher: „Die Mannschaft hat gefightet und bis zum Schluss probiert, das Resultat drüberzubringen. Dass wir durch einen Direktcorner das 1:2 erhalten und auch einen Elfer verschossen haben, passt im Moment.“

Philipp Erhardt: „Es war nicht einfach zu spielen und letztendlich auch eine kämpferische Leistung, die drei Punkte gebracht hat.“