Ungewisse Legionärsfrage für viele Fußball-Klubs. Die Grenzschließung der Ungarn bereitet manchen Trainern Kopfzerbrechen. Andere wiederum sehen die Situation gelassen. Die BVZ hörte sich bei einigen Klubs um.

Von Alfred Wagentristl, Eva  Klikovics und Patrick Bauer. Erstellt am 03. September 2020 (02:34)
BVZ

Die Zeiten waren generell schon einmal einfacher. Das Coronavirus schleicht sich wieder vermehrt in unseren Alltag ein und verhindert so unser normales Tun. Auch der Amateurbereich der Gruppe Mitte leidet unter den Auswirkungen. Seit Dienstag, dem 1. September, sind die Grenzen nach Ungarn wieder zu und das „normale“ Durchfahren ist in der bekannten Form nicht mehr gestattet.

Dabei gibt es aber auch Ausnahmen. Ein Pendel-Grenzübertritt im eingeschränkten Grenzbereich von 30 Kilometern ist gestattet, wenn die Rückreise nach Ungarn innerhalb von 24 Stunden erfolgt. Ebenso kann man nach Österreich kommen, muss bei der Einreise nach Ungarn aber in 14-tägige Quarantäne, außer man weist zwei negative Corona-Tests vor. Bei vielen Vereinen herrschte zu Wochenbeginn noch großes Rätselraten, wie es weitergeht. Sehr viele Legionäre aus höheren Klassen arbeiten oder leben in Österreich und sollten so keine Probleme haben.

Trotzdem befürchtet etwa Unterrabnitz-Coach Christoph Mandl: „Ich gehe stark davon aus, dass wir in absehbarer Zukunft keine ausländischen Legionäre zur Verfügung haben werden. In unserer Kampfmannschaft spielen momentan fünf. Falls ich auf sie verzichten muss, dann habe ich bereits einen Plan B, um darauf reagieren zu können. Eine spannende Woche liegt vor uns.“ Nikitsch-Pressesprecher Michi Balogh wiederum möchte die kommenden Tage „erst einmal abwarten“ und dann entsprechende Schritte setzen. Auch in Frankenau hört man halbwegs entspannte Töne: „Es wird selten so heiß gegessen, wie gekocht wird.“ Viele der ungarischen Legionäre haben zudem ein aufrechtes Arbeitsverhältnis in Österreich und sind somit von den strengen Auflagen der Covid-Maßnahmen befreit. Loipersbach Coach Marko Amminger: „Unsere vier Ungarn arbeiten in Österreich und wir haben auch so genug Spieler.“

Auch in der 2. Klasse Mitte herrscht vielerorts Unsicherheit, was den Einsatz der ungarischen Legionäre anbelangt. Während die Grenzschließung für den momentanen Tabellenführer Antau laut Trainer Viktor Hanak „kein Thema“ ist, gibt es beim ersten Verfolger UFC Mannersdorf doch Fragezeichen. „Mit Spielertrainer Szabolcs Major, Renato Biro, Szilard Agoston und Marton Czimber sind momentan vier Ungarn bei uns im Einsatz. Biro und Agoston arbeiten in Österreich, da sollte es kein Problem geben. Bei Szabolcs und Major wissen wir noch nicht, ob ein Pendeln zum Fußball nach Mannersdorf möglich sein wird. Sollten sie wegfallen, werden wir natürlich eine Mannschaft stellen können, aber uns würde viel Qualität verloren gehen“, so der Sportliche Leiter Ralph Supper. In Tschurndorf glaubt Trainer Laszlo Poor, dass die Legionäre Oliver Toth, Mate Szöts, Zoltan Ferencz und Attila Vörös pendeln dürfen. „Sie bewegen sich innerhalb der 30 Kilometer-Zone und sollten an der Grenze keine Schwierigkeiten haben.“