1:1 - Punkteteilung zum Auftakt. Der SV Mattersburg holte im ersten Duell nach der Teilung der Zwölferliga im Zuge der Qualifikationsgruppe (die bekanntlich aufgrund der Corona-Krise vor leeren Rängen ausgetragen wird) ein 1:1-Unentschieden daheim gegen Altach. Nun folgt das Auswärtsdoppel bei der Admira und bei der WSG Tirol.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 02. Juni 2020 (20:41)

Wie schnell man in ein Geisterspiel reinfinden kann, bewies der SKN St. Pölten mit einer 3:0-Führung in Innsbruck bei Aufsteiger WSG Tirol. Da waren gerade einmal 14 Minuten absolviert, während im Parallelspiel der ersten Qualifikationsrunde beim Duell Mattersburg gegen Altach noch kein Torjubel verbucht werden konnte. Ein Langweiler war die Partie im Burgenland allerdings auch wieder nicht, wurden die Gäste aus Vorarlberg nach einer kurzen Abtastphase doch ihrerseits auch in der 16. Minute bereits richtig konkret. Allerdings nutzte Altach da einen Patzer von Michi Lercher aus, der zu lange zögerte, den Ball zur Mitte brachte, wo ihn Emanuel Schreiner abfing und in Kombination mit Christian Gebauer schließlich zum 0:1 in die Maschen setzte. Der Schock dauerte auf Seiten der Mattersburger aber nicht lange, bereits in der 19. Minute gelang Abwehrchef Jano der Ausgleich. Freistoß Andi Kuen, Kopfball Jano – 1:1.

In der Folge blieb Altach zumindest punktuell die gefährlichere Mannschaft, die in der 28. Minute auch die große Chance auf das 1:2 vorfand. Ein Freistoß von Johannes Tartarotti fand Berkay Dabanli als Volley-Abnehmer, seine Quervorlage setzte Jan Zwischenbrugger an die Latte.

Die SVM-Bemühungen nach vorne waren weniger klar, einmal etwa senkte sich eine Kuen-Hereingabe nach einem Zweikampf eher zufällig gefährlich neben die Stange ins Torout.

Höller-Schwung und Höller-Chance

Nach der Pause gestaltete sich die Partie relativ ausgeglichen, vorerst abermals mit leichten Vorteilen für die Gäste, allerdings dann doch auch mit der großen Gelegenheit auf die Mattersburger Führung. Routinier Alois Höller brachte nach seiner Einwechslung frischen Schwung in die Begegnung und hatte dann auch das 2:1 am Fuß, als er sich gut gegen Philipp Schmiedl durchsetzte, dann aber an Goalie Benjamin Ozegovic scheiterte, Kuen setzte den Nachschuss ans Außennetz. Auf der Gegenseite patzte der an sich starke Jano im Zweikampf mit Christian Gebauer, woraufhin dieser auf Goalie Markus Kuster zog, aus spitzem Winkel aber den Ball doch relativ klar neben die Stange setzte. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Match Fahrt aufgenommen und entpuppte sich als munteres und abwechslungsreiches Spiel.

Pech hatten die Burgenländer dann übrigens, als Fabian Miesenböck an der Strafraumgrenze von Samuel Oum Gouet im Zuge eines Zweikampfs getroffen wurde, Referee Josef Spurny aber kein Foul ahndete. Ganz gleich, ob Elfer oder Freistoß (weil es eine haarscharfe Entscheidung gewesen wäre) – eine gute Gelegenheit wurde den Grün-Weißen hier jedenfalls vorbehalten. Bei denen dann auch der eingewechselte Patrick Bürger nach scharfer Hereingabe von Flo Hart nur um Zentimeter am Torerfolg vorbeirutschte. Weil aber auch die Vorarlberger sehr wohl noch das eine oder andere Mal zumindest in die Nähe der gefährlichen Zone kamen (inklusive eines gefährlichen Weitschusses von Oum Gouet in der Nachspielzeit), geht die Punkteteilung letztlich in Ordnung.

Der SVM tritt nun zweimal auswärts an. Am Samstag müssen die Burgenländer bei der Admira bestehen, kommenden Dienstag geht es dann in Innsbruck bei der WSG Tirol zur Sache.

STATISTIK

MATTERSBURG – ALTACH 1:1 (1:1).

Torfolge: 0:1 (16.) Schreiner, 1:1 (19.) Jano.

Gelb: Gruber (71., Foul), Mahrer (90., Foul); Thurnwald (13., Foul), Schreiner (25., Unsportlichkeit), Wiss (89., Foul).

SR: Spurny.- Pappelstadion.

Mattersburg: Kuster; Nemeth, Jano, Mahrer; Salomon (86. Bürger), Erhardt, Hart, Lercher (61. Miesenböck); Gruber, Pusic (61. Höller), Kuen.

Altach: Ozegovic; Thurnwald, Dabanli, Schmiedl (70. Oum Gouet), Karic (46. Nussbaumer); Zwischenbrugger, Wiss; Meilinger (70. Sam), Tartarotti (46. Fischer), Schreiner; Gebauer (81. Villalba).

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STIMMEN

SVM-Trainer Franz Ponweiser: „Es war das erwartet schwierige Spiel. Wir haben uns vom Gegentor nicht aus der Bahn werfen lassen, auch wenn wir einige Fehler im Spielaufbau gemacht haben. Nach der Pause hatte Altach mehr Spielanteile, wir haben aber auch drei Riesenchancen vorgefunden und hätten auch einen Elfer bekommen müssen. Letztlich müssen wir trotzdem mit dem 1:1 zufrieden sein. Natürlich wäre ein Heimsieg top gewesen, aber wir können auch auswärts bärenstark spielen.“

Alois Höller: „Die Situation eines Geisterspiels ist unangenehm. Man arbeitet dafür, dass man vor Leuten spielt. Das ist jetzt zweckmäßig, aber nicht das Gelbe vom Ei. Vom Spiel her war es ein gerechtes X, beide Mannschaften haben sich über weite Strecken neutralisiert. Leider ist meine Chance nicht reingegangen, ganz zum Schluss haben auch wir das nötige Glück gehabt.“

Torschütze Jano: „Heute hat man gesehen, dass wir gut spielen können, wenn wir wollen. Wir haben auch sehr gut verteidigt und hatten auch zwei, drei sehr gute Möglichkeiten. Wenn wir die verwerten, wäre auch ein anderes Ergebnis möglich gewesen.“

Michi Lercher: „Der Punkt ist bitter. Hätte ich meinen Fehler nicht gemacht, wären wir 1:0 in Führung gegangen und dann hätte das Spiel anders ausgesehen. Es wäre mehr drin gewesen, die Mannschaft hat auch gezeigt, was möglich wäre, nur hat sie sich nicht mit einem zweiten Tor belohnt.“