Dramatik pur beim Mattersburger 3:3. Zweimal musste der SV Mattersburg gegen Sturm Graz einem Rückstand nachlaufen, zweimal konnten die Burgenländer ausgleichen. Ein Elfmeter in der Nachspielzeit bedeutete das 3:3.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 21. September 2019 (20:13)

Die erste Chance der Partie fanden die Gäste durch Bekim Balaj vor, der erste Treffer aber gelang Mattersburg – und das bereits in der 10. Minute. Ex-Sturm-Profi Andi Gruber zirkelte einen Freistoß direkt von der rechten Seite mit links auf das Tor zum 1:0. Ob Nedeljko Malic, der vorne und somit im Abseits war, den Schlussmann behinderte? Schiedsrichter Josef Spurny gab den Treffer jedenfalls, alles ok also – zumindest aus Sicht des Referees.

Die Grazer erholten sich aber gut von dem raschen Rückstand und schlugen ihrerseits per Doppelschlag zurück. Zweimal sollte es ein Eckball sein, der die Gäste jubeln ließ. Erst netzte Anastasios Avlonitis ziemlich alleingelassen per Kopf wuchtig zum 1:1 in die kurze Ecke (22.), dann fiel der Ball Philipp Erhardt so überraschend und unglücklich auf den Kopf (Thorsten Mahrer zog zudem vor ihm zurück), dass dieser ein Eigentor fabrizierte (24.) – 1:2. Beide Eckbälle trat übrigens Kiril Despodov. 

Dass es nicht noch schlimmer kam, wusste SVM-Schlussmann Markus Kuster zu verhindern, der sich mit einer Top-Parade nach Schuss von Bekim Balaj auszeichnen konnte.

Siebenhandl 1 – Bürger 0

Und beinahe schlug das Pendel wieder zugunsten das SV Mattersburg aus, als der Unparteiische nach einer Attacke von Otari Kiteishvili an Patrick Bürger in der 40. Minute auf Elfmeter für die Burgenländer entschied. Der Gefoulte schoss selbst, setzte den Strafstoß auch gar nicht so schlecht in die rechte Ecke, Siebenhandl aber parierte den Schuss bravourös, stellte im direkten Duell mit Bürger auf 1:0 und rettete somit auch die Sturm-Führung  in die Halbzeit.

Siebenhandl 1 – Bürger 1

Doch das Privatduell zwischen Siebenhandl und Bürger erfuhr nach einer knappen Stunde eine neue Facette. Da sollte sich nämlich der 32-jährige Routinier durchsetzen, dem Sturm-Goalie keine Chance lassen und mit dem Ausgleich zum 2:2 doch noch sein Tor erzielen. Christoph Halper brachte ihn ins Spiel, und der im Strafraum bedrängte Bürger zog per Drehschuss unhaltbar ab. 

Top-Chancen auf beiden Seiten, ehe Röcher zur erneuten Führung traf

Jetzt war wieder alles offen, garniert auch mit sehr guten Gelegenheiten auf beiden Seiten. Bei Sturm setzte Juan Dominguez einen Schuss an die Stange, in den Nachschuss von Despodov warf sich Kuster und verhinderte somit das 2:3 (70.). Nur vier Minuten später tankte sich auf Seiten der Gastgeber Andi Kuen durch, kam auch an Siebenhandl vorbei, aber Thomas Schrammel lenkte den sicher scheinenden Torabschluss noch in den Corner.

Jetzt hatte die Partie so richtig Fahrt aufgenommen, konkret wurden dann aber die Gäste mit der erneuten Führung. 77. Minute: Flanke Schrammel und in der Mitte war Ex-SVM-Profi Thorsten Röcher per Kopf zur Stelle.

Die Schwarz-Weißen wollten in dieser Phase offensichtlich die endgültige Entscheidung, waren insgesamt gefährlicher und hatten zudem bei einem Lattenkopfball von Balaj Pech.  

Zweiter Elfmeter zum Endstand

Aber weil ein Spiel eben erst nach dem Schlusspfiff zu Ende ist und die Grazer die endgültige Entscheidung verabsäumten, kam Mattersburg noch einmal auf. Und sollte tatsächlich noch belohnt werden. Denn in der 90. Minute entschied Schiri Spurny nach einem Eckball auf Handselfer, nachdem das Runde Thomas Schrammel im Duell mit Victor Olatunji an den Oberarm gesprungen war. Die Steirer protestierten heftig, die Entscheidung stand aber fest. Gruber übernahm Verantwortung, schickte Siebenhandl in die falsche Ecke und stellte den 3:3-Endstand einer sehr intensiven Partie her.

Weiter geht es nun am Sonntag, den 29. September, in Altach.

STIMMEN

SVM-Trainer Franz Ponweiser: „Heute können wir viel Positives mitnehmen, auch was die Körpersprache und die Spannung der Spieler betrifft. In unserer Situation kann man jedenfalls von einem gewonnen Punkt gegen Sturm Graz sprechen.“

Andreas Gruber: „Wir haben sehr gut begonnen, sind auch verdient in Führung gegangen, dann haben wir uns aber durch zwei unnötige Standardtore aus dem Spiel bringen lassen. Nach der Pause sind wir gut reingekommen, haben aber dann wieder ein vermeidbares Tor erhalten. Letztlich haben wir uns aber für die gute Moral mit einem Punkt belohnt.“

Andreas Kuen: „Wir haben gewusst, dass Sturm mehr vom Spiel haben wird und versucht auf Konter zu spielen. Das ist uns teilweise auch ganz gut geglückt, aufgrund der zweiten Hälfte wäre sogar mehr möglich gewesen. Ich habe das 3:2 auf dem Fuß gehabt.“

Thorsten Röcher: „Wir sind hierhergekommen, um zu gewinnen. Darum ist es natürlich sehr bitter, heute ist viel gegen uns gelaufen.“

STASTISTIK

MATTERSBURG – STURM GRAZ 3:3 (1:2).- Torfolge: 1:0 (10.) Gruber, 1:1 (22.) Avlonitis, 1:2 (24.) Erhardt (Eigentor), 2:2 (58.) Bürger, 2:3 (77.) Röcher, 3:3 (92.) Gruber (Handselfer).

Gelb: Malic (68., Foul), Salomon (85., Foul);  Kiteishvili (40., Foul), Dominguez (92., Foul), Jantscher (95., Kritik).

SR: Spurny.- Pappelstadion, 2.800.

Mattersburg: Kuster; Salomon, Malic, Mahrer, Lercher; Jano; Gruber, Erhardt (84. Olatunji), Kuen, Halper (71. Miesenböck); Bürger (73. Kvasina).

Sturm Graz: Siebenhandl; Sakic, Avlonitis, Spendlhofer, Sakic; Hierländer (72. Jantscher), Dominguez, Röcher (86. Huspek), Kiteishvili; Despodov (80. Ljubic), Balaj.