Fünftes Spiel, vierte Niederlage. Der SV Mattersburg kommt weiter nicht in die Gänge. Nach dem Aufstaktsieg gegen Hartberg (2:1) und den Niederlagen in Salzburg (1:4), gegen die Austria (1:5) und beim WAC (0:5) folgte nun eine 0:1-Heimpleite gegen den SKN St. Pölten.

Von Bernhard Fenz. Update am 26. August 2019 (15:09)

Von Beginn weg war klar, dass es sich hier um kein Spitzenspiel handelt, sondern um ein Duell zweier aktueller Bundesliga-Kellerklubs. Der Drittvorletzte Mattersburg gegen den Vorletzten St. Pölten – das war kein visueller Leckerbissen. Trotzdem verstanden es speziell vor der Pause die Gäste aus Niederösterreich besser, für ein wenig Gefahr zu sorgen. Nach einem Warnschuss folgte in der 21. Minute die entscheidende Szene des Spiels: Husein Balic luchste Nedeljko Malic den Ball im Mittelfeld leichtfertig ab, Philipp Erhardt kam dann im Strafraum gegen den Gäste-Kicker zu spät und Referee Robert Schörgenhofer entschied auf Strafstoß. Rene Gartler ließ sich die Chance nicht entgehen und versenkte den Ball in die Mitte des Tors zum 0:1.

Auf Seiten der Heimischen hatte dann Alois Höller vor der Pause eine Kopfballgelegenheit, mehr war aber in Mattersburg-Hinsicht nicht los. Auch wenn Neuzugang Victor Olatunji diesmal erstmals bei den Profis stürmte und sich auch durchaus bemüht an vorderster Front zeigte.  

Mehr Druck war nicht gut genug

Nach Wiederbeginn machte die Mannschaft von Trainer Franz Ponweiser dann das, wovon auszugehen war: Sie bemühte sich mehr, um offensive Akzente zu setzen. Da war dann immer wieder was los in der Hälfte der St. Pöltener, ohne dass aber die zwingenden Chancen im Minutentakt herausgearbeitet wurden. Nach einer guten Stunde tauchte Christoph Halper im Strafraum auf, sein Schuss wurde aber abgeblockt – die SVM-Profis reklamierten Handspiel, vergeblich.

Und im Finish, als die Niederösterreicher schon sehr tief standen und ihre Kontergelegenheiten nicht konsequent ausführten, erhöhte sich der SVM-Druck dann noch deutlich. Höhepunkte: Einmal in Minute 79 der einzige Bock von SKN-Tormann Christoph Riegler, als er einen Ball wegspielen wollte, Olatunji ihn aber blockte und beinahe traf. Und dann in der 85. Minute ein gefährlicher Kopfball von Olatunji, den Riegler hervorragend parierte.

Dann war Schluss – und die vierte Niederlage des SV Mattersburg im fünften Saisonspiel war perfekt.

Nächste Gelegenheit, um den Weg aus dem aktuellen Tief herauszufinden, ist am kommenden Samstag in der Südstadt bei der Admira. 

MATTERSBURG – ST. PÖLTEN 0:1 (0:1).- Torfolge: 0:1 (22.) Gartler (Foulelfer).

Gelb: Salomon (26., Kritik), Gruber (40., Kritik), Malic (55., Foul), Kuen (60., Foul), Miesenböck (76., Foul); Luan (18., Foul), Luxbacher (38., Foul), Balic (93., Foul), Riski (94., Foul).

SR: Schörgenhofer.- Pappelstadion, 1.700.

Mattersburg: Kuster; Höller, Malic, Mahrer, Lercher (62. Miesenböck); Erhardt, Kuen, Halper (85. Bürger), Salomon (62. Kvasina); Gruber, Olatunji.

St. Pölten: Riegler; Luan, Petrovic, Steiner; Ingolitsch (68. Muhamedbegovic), Ambichl, Luxbacher (46. Rasner), Ljubicic; Riski, Gartler (60. Haas), Balic.

STIMMEN

SVM-Trainer Franz Ponweiser: „Ich bin schwer enttäuscht. Defensiv waren wir zwar stark verbessert und vorne haben wir versucht aktiv zu sein. Vor der Pause hat man aber auch die Verunsicherung gespürt. Das Gegentor war dann passend für unsere Situation. In der zweiten Halbzeit haben wir probiert das Ruder herumzureißen und gegen Ende des Spiels extrem viel Risiko genommen. Aber dann war das Glück eben auch nicht auf unserer Seite, dann steht man halt jetzt so da.“

Ponweiser, angesprochen auf mögliche Transfers vor dem Übertrittsende am 2. September: „Vor der Saison haben wir den Kader bewusst reduziert. Wir haben aber auch gesehen, dass der Kader extrem eng ist, wenn wir zwei, drei Verletzte haben. Wir müssen schon ernsthaft darüber nachdenken, ob wir noch am Transfermarkt aktiv werden.“

St. Pölten-Trainer Alexander Schmidt: „In der ersten Halbzeit sind wir kontrolliert aufgetreten, nach der Pause hatten wir dann auch das nötige Quäntchen Glück. Schön war es nicht, aber wir nehmen die Punkte natürlich.“