SV Mattersburg-Pleite in letzter Minute – 2:3. Der SV Mattersburg muss in letzter Minute eine bittere Niederlage gegen Rapid Wien hinnehmen.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 05. Oktober 2019 (19:22)

Mattersburg darf nach dem 2:0-Auswärtssieg in Altach neuerdings wieder ein wenig an den Top-Sechs schnuppern und stellte diesen höheren Anspruch gegen Rapid bereits in der dritten Minute unter Beweis. Lukas Rath, diesmal wieder in der Innenverteidigung aufgeboten und so wie in Altach grundsolide, knallte einen Freistoß aus mehr als 25 Metern gleich einmal an die Latte. Auf der Gegenseite sorgte ein Missverständnis beim Wegschlagen zwischen Tormann Markus Kuster und Andreas Gruber für erste zarte Gefahr, der Ball fand aber dann doch den Weg raus aus dem Strafraum.

Dann passierte wenig Berauschendes, Ansätze von gefährlichen Aktionen versandeten, noch bevor Zwingendes entstand. Ein Schuss von Taxiarchis Fountas ging aus rund 18 Metern über die Latte, wirklich konkret war dann eine Volley-Abnahme von Christoph Knasmüllner nach einer Flanke, die Kuster über die Latte drehen konnte.

Gruber, die Innenstange und das Tor

Zu diesem Zeitpunkt waren 26 Minuten gespielt, das erste echte Highlight der Partie gehörte dann in der 27. Minute aber den Burgenländern. Andi Kuen brachte einen Ball zur Mitte, dieser passierte erst Freund und Feind und landete schließlich bei Andi Gruber, der das Runde cool mit dem Innenrist via Innenstange zum 1:0 versenkte.

Doch es sollte noch mehr kommen, ehe Referee Christian-Petru Ciochirca zur Pause pfiff – allerdings von den Gästen aus Hütteldorf. Erst scheiterte Knasmüllner noch nach einer Kopfballvorlage von Aliou Badji, ehe in der Nachspielzeit (Christoph Halper war nach wenigen Augenblicken mit Mateo Barac in der Luft zusammengekracht, wurde behandelt und musste in der Folge auch raus) Fountas einen schönen Angriff mit einem überlegten Schuss vom Sechzehner aus zum 1:1 abschloss.

Alle Mattersburger jubelten, nur der Torschütze nicht . . .

Ein Keulenschlag für das Team von Trainer Franz Ponweiser, das aber alles andere denn geschockt Durchgang zwei in Angriff nahm. Keine zwei Minuten waren gespielt, da führte Mattersburg wieder. Patrick Salomon brachte Kuen mit einem Querpass ins Spiel und der 24-jährige Tiroler zog aus rund 25 Metern ab – 2:1. Alle Mattersburger waren aus dem Häuschen, lediglich der Torschütze selbst verzichtete auf den – äußeren – Jubel. Hintergrund: Kuen ist Ex-Rapidler.

Belohnte Rapid-Drangperiode

In der Folge reduzierten sich die Gastgeber aber wieder mehr und mehr auf das Halten der Führung, in gleichem Maße kam Rapid auf – und wurde schließlich in der 69. Minute belohnt. Christopher Dibon, der unmittelbar davor mit einem Schuss im Strafraum an Kuster gescheitert war, zeigte sich aufmerksam, als Badji in der folgenden Szene einen Kopfball ans Lattenkreuz setzte – und er den Abpraller zum 2:2 versenkte.

Nun hatten die Grün-Weißen aus Wien das Zepter endgültig in der Hand und vor allem ein optisch klares Übergewicht. Allerdings blieben trotz der Überlegenheit die ganz großen Tormöglichkeiten aus, erst im Finish klopfte die Elf von Didi Kühbauer zweimal mächtig an. Da parierte Kuster bei einem Ball von Knasmüllner bravourös, ein Schuss des eingewechselten Kevin Arase strich nur Zentimeter an der Stange vorbei.

Unglückliches Eigentor in der 90. Minute zum 2:3

Trotz des Power-Plays der Gäste konnte man sich als SVM-Fan doch schön langsam mit einem Unentschieden anfreunden, auch weil die Zeit für die Heimischen spielte. In Minute 90 aber sollte die Partie trotzdem noch zugunsten der Wiener kippen. Und auch wenn der Sieg letztlich natürlich verdient war, die Entstehung des 2:3 war dann doch richtig unglücklich. Denn ein Schuss von Christoph Knasmüller prallte vom Kopf von Victor Olatunji ins Tor des SVM ab. Damit war die Partie entschieden, Mattersburg verpasste vorerst den Sprung unter die Top-Sechs der Tabelle. 

STIMMEN

Michael Lercher: „Wir haben sehr gut dagegengehalten, vor allem zu Beginn der ersten und auch der zweiten Halbzeit, uns aber in den letzten 20 Minuten vielleicht ein bisschen zu sehr zurückgezogen. Davon hat Rapid dann profitiert, das abgefälschte 2:3 war besonders bitter.“

Philipp Erhardt: „Kämpferisch hat unsere Leistung sicher gepasst, da kann man uns heute nichts vorwerfen. In dem einen oder anderen Moment hätten wir aber mehr riskieren können.“

Mattersburg-Trainer Franz Ponweiser: „Wir haben es leider verabsäumt, gegen Ende weiter Druck nach vorne auszuüben, konnten aber die erste Linie vorne nicht hoch genug halten. Da sind wir unter Druck geraten und haben auch falsche Entscheidungen im Umschaltspiel getroffen. In Altach waren wir immer voll auf Zug, diesmal hat es leider nicht gereicht.“

Rapid-Trainer Didi Kühbauer: „Es freut mich für die Burschen, dass sie den Dreipunkter geholt haben, der hochverdient war. Wir waren über 90 Minuten die bessere Mannschaft, haben aber in der ersten Halbzeit etwa die zweiten Bälle nicht oft genug gewonnen. Trotzdem haben wir insgesamt sehr wenig zugelassen und vorne schon sehr viel Betrieb gemacht.“

STASTISTIK

MATTERSBURG – RAPID 2:3 (1:1).- Torfolge: 1:0 (27.) Gruber, 1:1 (45+2) Fountas, 2:1 (47.) Kuen, 2:2 (69.) Dibon, 2:3 (90.) Olatunji (Eigentor).

Gelb: Miesenböck (36., Foul), Malic (52., Foul).

SR: Ciochirca.- Pappelstadion, 4.400.

Mattersburg: Kuster; Salomon, Malic, Rath, Lercher; Jano; Gruber (51. Hart), Erhardt, Kuen, Halper (7. Miesenböck); Bürger (79. Olatunji).

Rapid: Strebinger; Hofmann (72. Arase), Dibon, Barac; Stojkovic, Ljubicic, Schwab, Ullmann; Knasmüllner, Fountas (61. Schobesberger), Badji.