Mattersburg

Erstellt am 01. Dezember 2018, 19:36

von Bernhard Fenz

SVM verschenkte den Sieg – 2:2. Extrem bitter und richtig ärgerlich: Der SV Mattersburg drehte nach einer schwachen ersten Hälfte das Spiel gegen Schlusslicht Admira, kassierte aber kurz nach der 2:1-Führung noch den Ausgleich und verhaute dann auch noch einen Elfer kurz vor Schluss. Nichts wurde es somit aus dem erhofften Heimsieg.

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MATTERSBURG - ADMIRA 2:2. Die Angelegenheit zwischen dem Neunten und dem Zwölften hätte sich schon in Minute sieben zum Positiven für den Neunten, also den SV Mattersburg, wenden können. Weil aber Andi Grubers Schuss in der siebenten Minute knapp neben der Stange landete, blieb die frühe Führung der Heimischen aus.

Diese taten sich in der Folge gegen die defensiv ausgerichtete Admira schwer, mehr als ein Kopfball von Martin Pusic (17.) aus aussichtsreicher Position war in Hälfte eins nicht dabei an wirklich Zwingendem.

Und mit Fortdauer kamen die Südstädter auf den Geschmack. Erst scheiterte Sinan Bakis im Zuge eines schnellen Gegenstoßes an SVM-Tormann Markus, ehe Referee Christopher Jäger in Minute 42 mit etwas Verspätung auf den Elferpunkt zeigte und Strafstoß für die Admira entschied.

Was war geschehen? Nach einem Eckball rutsche SVM-Stürmer Martin Pusic im Sechzehner auf einen Ball, Morten Blom Hjulmand nahm das Tackling dankend an und ging zu Boden. Den Elfmeter verwertete dann Stephan Zwierschitz mit einem Ball ins Eck zum 0:1 (43.).

Wesentlich mehr SVM-Druck nach der Pause

Was auch immer Mattersburg-Coach Klaus Schmidt in der Halbzeit zu sagen hatte, es waren scheinbar die richtigen Worte. Seine Mannschaft präsentierte sich nach Wiederbeginn nämlich wie ausgewechselt, gab vom Anpfiff weg Vollgas. Einen Schuss von Jano konnte Admira-Schlussmann Andreas Leitner noch mit Ach und Krach parieren, in Minute 53 war es dann aber soweit. Freistoß Jano an die Mauer, der Ball landete über Umwege beim eingewechselten Marko Kvasina, der aus kurzer Distanz zum 1:1 einschob. Die anschließend weitergehende Drangperiode der Burgenländer (Volley von Gruber aus kurzer Distanz abgefälscht, Malic-Kopfball nach Jano-Freistoß) überstand die Admira schadlos, später rettete Zwierschitz nach Flanke von Flo Hart in letzter Sekunde noch vor Martin Pusic. Da waren 65 Minuten gespielt, aber in Wahrheit sollte es erst das Vorspiel für eine Schlussphase gewesen sein, in der sich die Ereignisse überschlugen.

Führung, prompter Ausgleich und vergebener Elfer

Erst gingen die Heimischen in der 82. Minute in Führung, als Abwehrchef Nedeljko Malic – zu diesem Zeitpunkt bereits als Stürmer im Einsatz – eine von Kvasina verlängerte Gruber-Flanke per Kopf zum 2:1 versenkte. Doch es sollte noch dicker kommen. Der Jubel der Grün-Weißen war noch nicht richtig verebbt, da stand es bereits 2:2. Unmittelbar nach dem Anpfiff brachte Hjulmand nämlich Patrick Schmidt (davor für Pyry Soiri ins Spiel gekommen) mit einem langen Ball ins Spiel – und der Eisenstädter im Dress der Admira verwertete trocken zum 2:2.

Dem aber nicht genug, gab Schiri Jäger in der 86. Minute auch noch den zweiten Elfer der Begegnung - diesmal auf Seiten des SVM, weil Emanuel Aiwu bei einem Zweikampf die Hand im Gesicht von Andi Gruber hatte. Kvasina schaute Goalie Leitner zwar aus und wartete relativ lange, lupfte den Strafstoß aber an die Oberlatte und verpasste so ein versöhnliches Ende für die Gastgeber.

Somit blieb es beim 2:2-Unentschieden, mit dem die Admira wohl trotzdem besser leben können wird als der SV Mattersburg.

STATISTIK

MATTERSBURG - ADMIRA 2:2 (0:1).- Torfolge: 0:1 (43.) Zwierschitz (Foulelfer), 1:1 (53.) Kvasina, 2:1 (82.) Malic, 2:2 (83.) Schmidt.

Gelb: Malic (42., Kritik), Kuster (42., Kritik); Vorsager (71., Foul), Jakolis (94., Foul).

SR: Jäger.- Pappelstadion, 1.550.

Mattersburg: Kuster; Mahrer, Malic, Ortiz (85. Erhardt); Hart, Jano, Salomon, Renner; Pusic (77. Höller), Jefte Bertancor (46. Kvasina), Gruber.

Admira: Leitner; Zwierschitz, Aiwu, Thölke, Scherzer; Toth; Soiri (72. Schmidt), Vorsager, Hjulmand, Starkl (95. Malicsek); Bakis (86. Jakolis).

STIMMEN

SVM-Trainer Klaus Schmidt: „Wir haben uns vor der Pause eine ganze Halbzeit durch einen dummen Eigenfehler vermiest. Das Foul zum Elfer war wie ein Eigentor. Wenn man dann durch so ein Tor in Rückstand gerät, muss man auf eine Reaktion der Mannschaft hoffen, die ist dann auch gekommen. Wir haben viel riskiert, wurden auch schnell mit dem Ausgleich belohnt, dann haben wir aber zu viele Torchancen liegen gelassen. Am Ende wäre alles angerichtet gewesen. Aber auch da haben wir uns schülerligahaft und nicht bundesligatauglich verkauft. Zudem schießen wir einen Elfer, den man beim Stand von 4:0 bei einem Gasthausturnier so treten kann und nicht bei einem Bundesliga-Spiel.“

Admira-Trainer Reiner Geyer: „Wir haben 15 Minuten gebraucht und es dann ganz gut gemacht. Wenn der eine oder andere Pass besser kommt, können wir uns vielleicht eher schon belohnen. In der zweiten Hälfte hatten wir immer mehr Probleme, vor allem bei hohen Bällen. Dass es nach dem 1:1 wieder ruhiger wird, war zu erwarten. Hinten raus wurde es dann hektisch und komisch, auch dass ich vom Platz runter musste. Letztlich bin ich stolz auf die Mannschaft, dass sie nach dem Rückschag wieder zurückgefunden hat.“

SVM-Torschütze Nedeljko Malic: „Was wir in der ersten Halbzeit gezeigt haben, war erbärmlich. 15 Minuten nach der Pause war es eine starke Leistung. Bitter, dass wir spät das 2:1 schießen und aber prompt den Ausgleich erhalten.“

Admira-Torschütze Stephan Zwierschitz: „Wir nehmen jeden Punkt mit, vor allem auswärts. Und jetzt schauen wir, dass wir den einen oder anderen bis zur Winterpause  auch noch mitnehmen können. Mattersburg war extrem stark kurz nach der Pause, danach war es wieder ein ausgeglicheneres Spiel.“ 

Torschütze Marko Kvasina, der den Elfer vergab: „Ich kann mich nur bei der Mannschaft entschuldigen. Der Admira-Trainer (Anm.: Von Schiri Jäger auf die Tribüne verbannt) hat vor dem Elfer gefühlte zehn Minuten gebraucht, bis er rausgegangen ist. Das darf aber keine Ausrede sein, der Elfer muss sitzen. Wenn er nicht sitzt, dann muss er zumindest gescheit geschossen sein. Wir hätten da heute gewinnen müssen. Jetzt heißt es Kopf hoch und gegen die Austria eine Reaktion zeigen.“