Luka Wraber: Olympia-Weg begann bei den Pfadfindern. In einem Ferienlager entfachte Luka Wrabers Liebe zum Sport. Vor Olympia gibt‘s viel zu bedenken, auch die Socken-Auswahl.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 08. Juli 2021 (01:03)
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Luka Wraber (r.) bereitete sich in Dänemark mit internationalen Trainingskameraden auf die Olympischen Spiele vor. Unterstützt wird er von Dominik Jessnek, der mit seiner Physiotherapie dafür sorgt, dass der Wiener Neustädter ASKÖ BC Neudörfl-Athlet topfit bleibt.
privat, privat

Im Pfadfinder-Camp in Slowenien entdeckte ASKÖ BC Neudörfl-Spieler Luka Wraber einst seine Leidenschaft für Badminton. „Dort war ein 60-jähriger ehemaliger nationaler Meister der Trainer und mir hat es extrem getaugt“, schildert Wraber, der seinen Vater so lange drangsalierte, bis er auch in der Heimat bei einem Verein schnuppern durfte. „Da war ich beim ersten Training eigentlich gleich besser als alle anderen, die schon zwei Jahre gespielt haben. Die Faszination hat mich danach nie wieder losgelassen“, beschreibt Wraber.

Dessen Begeisterungsfähigkeit führte ihn nun bis zu den Olympischen Spielen. Ab 24. Juli sind die besten Badminton-Spieler der Welt in Japan im Einsatz. Wraber zählt zu den größten Außenseitern, sein Ziel ist es, in Tokio eine Partie zu gewinnen: „Ich hoffe, dass die Auslosung gnädig mit mir ist.“ Am heutigen Donnerstag hat Wraber endlich Gewissheit, mit wem er es bei den Spielen zu tun bekommt.

„Da war ich beim ersten Training gleich besser als alle anderen, die schon zwei Jahre gespielt haben.“ Luka Wraber über sein erstes Schnuppertraining

Die unmittelbare Vorbereitung läuft freilich schon länger: „Die Trainings sind jetzt kürzer und intensiver“, schildert Wraber. In der Vorwoche trainierte Österreichs Nummer eins am Badminton Europe-Stützpunkt in Dänemark, hatte dort den direkten Vergleich mit dem EM-Bronzenen Kalle Koljonen sowie den Nummer eins-Spielern aus Deutschland, Mexiko und Syrien. „Für diese Woche hat der Verband einen Sparringspartner aus Malaysia organisiert“, fühlt sich Wraber bestens unterstützt.

Eigens für den 30-Jährigen wurde die Ballmarke aufgetrieben, mit der auch in Tokio gespielt wird, statt wie sonst in einer Mehrzweckhalle trainiert er aktuell auf einer Spielmatte, auf der es nur Badminton-Linien gibt – zur besseren Visualisierung. Neben den Trainingseinheiten steht viel Physiotherapie an, vor allem für die lädierte Schulter. Um den Bedarf abzudecken, engagierte Wraber mit Dominik Jessnek einen eigenen Physio, der ihn unterstützt.

Nach Tokio darf allerdings nur Trainer Krasimir Yankov mit. Die Familie drückt aufgrund der strengen Covid-Bestimmungen vor dem Fernseher die Daumen und hofft, dass Wraber auch alle Regeln befolgt: „Es gibt echt viele, vor allem was die Sponsoren betrifft. Auf meinen Socken ist ein Logo zu viel oben, ein anderes ist zu groß.“