In Kittsee brennt der Hut. Präsident und Geldgeber Walter Rinalda ist beim SC Kittsee ausgestiegen. Von Erfolgstrainer Franz Ziniel hat man sich zu Wochenbeginn getrennt.

Von Martin Plattensteiner. Erstellt am 15. Juli 2021 (01:21)
Franz Ziniel
Trainer Franz Ziniel verabschiedete sich am Montag von der Mannschaft und den Funktionären des SC Kittsee. Sein Nachfolger kommt aus den eigenen Reihen und heißt Erwin Raithofer.
Plattini

In Kittsee platzte in der Vorwoche die Bombe. Im Rahmen einer Krisensitzung legte Präsident Walter Rinalda sein Amt zurück. Damit war rasch klar, dass er als Gönner (Seepark, Anmerkung) auch den Geldhahn abdrehen wird. Der Grund? Rinalda wollte unbedingt aufsteigen. Mit dieser Vision schaffte er sich im Klub aber nicht nur Freunde und Mitstreiter. Einigen wäre ein Burgenlandliga-Abenteuer schlicht und einfach „zu steil“ gewesen. „Wenn man nicht will, dann eben nicht mit mir“, so der Ex-Präsident. „Es wäre alles angerichtet gewesen, Trainer Franz Ziniel hätte sogar zwei zusätzliche Wunschspieler bekommen.“

Am Wochenende stand noch das Testspiel gegen Parndorf am Programm. Alle Slowaken waren ebenfalls gekommen. Jedoch nicht, um sich in dieser Partie zu zerreißen, sondern um sich die neue Finanzlage (mit Kürzungen) anzuhören oder doch gleich, um um die Freigabe zu bitten. Sportlich gibt es auch offiziell eine Kurskorrektur. „Unser Ziel ist ein gesicherter Mittelfeldplatz“, so Sektionsleiter Dieter Valentin. „Wir wollen eine konkurrenzfähige Truppe finanzieren können.“ Doch die Zeit läuft, hoffentlich nicht davon – denn das Transferfenster schließt am Donnerstag. „Die Klasse halten, das steht jetzt im Vordergrund“, meint Obmann Gerhard Braun. „Wir haben unsere Ziele revidiert, vom Aufstieg ist keine Rede mehr.“

„Wir haben eine tolle Spielkultur entwickelt“

Am Montag bat man dann Trainer Franz Ziniel zum Gespräch. Er hätte wohl Kürzungen akzeptieren können. Doch im gegenseitigen Einvernehmen wurde rasch klar, dass die neue sportliche Ausrichtung ordentlich Sparmaßnahmen benötigt. „Es waren schöne zweieinhalb Jahre. Wir haben eine tolle Spielkultur entwickelt und hart sowie erfolgreich (Anm.: beim erneuten Liga-Abbruch war man Erster) am Plan des Aufstiegs gearbeitet“, gab sich der Ex-Trainer dennoch als Gentleman. „Ich hatte schon so ein Bauchgefühl, dass das kommen wird.“

Er verabschiedete sich von der etwas verdutzten Mannschaft und den Funktionären.

Nun brennt der Hut – von den Legionären wird wohl Jaroslav Machovec gehen, auch einen Tormanntrainer oder Physiotherapeuten aus der Slowakei wird man sich nicht mehr leisten können. Möglich, dass alle im Verein enger zusammenrücken. Die vakante Trainerposition wurde mit einer internen Besetzung gelöst. Erwin Raithofer übernahm am Dienstag einmal interimistisch den Posten des Trainers.