In Kittsee ist vom Aufstieg ist keine Rede mehr. Nach acht Runden lachte Kittsee von der Spitze, nun überwintert man „nur“ als Fünfter.

Von Martin Plattensteiner. Erstellt am 13. November 2019 (02:53)
Was notiert er bloß? Kittsee-Trainer Franz Ziniel musste mitschreiben, wie seine Mannschaft den wohlgeglaubten Sieg in einer Minute verschenkte.
BVZ

Vor der Saison wurde Kittsee – nicht nur hinter vorgehaltener Hand – als Titelfavorit genannt. Nach acht Spieltagen war es auch soweit: Nach einem 2:0-Sieg über Winden war das Team von Trainer Franz Ziniel Tabellenführer. Scheinbar ging der Saisonplan auf: Bis zum Winter wollte man ganz oben mitspielen, dann hätte der Vorstand die Entscheidung treffen sollen, ob es mit ein oder zwei Verstärkungen im Frühjahr 2020 in Richtung Burgenlandliga gehen wird.

Doch weit gefehlt – aus den nächsten fünf Runden wurde nur mehr ein Sieg mitgebracht, zuletzt setzte es drei Niederlagen in Serie. Super-bitter der Auftritt in Wallern, wo man nach den offiziellen 90 Minuten 1:0 vorne lag, in der Nachspielzeit aber alles vergeigte.

„So etwas habe ich noch nie erlebt“, so Ziniel. „Einen Treffer in dieser Phase erhalten, das geht ja noch. Aber zwei?“ Die Aufstiegsambitionen sind somit in weite Ferne gerückt. Gespräche, wer vom (ziemlich kleinen) Kader gehalten oder ausgetauscht werden soll, folgen in den kommenden Wochen. Ziele für das Frühjahr zu definieren, ist jetzt schwer. Der Meisterzug hat neun Punkte Vorsprung, mit dem Abstiegskampf wird man wohl auch nichts zu tun haben.

Kleinere Brötchen backen mit frischen Bäckerlehrlingen (in Form vom Einbau junger Spieler aus dem Grenzort oder der nahen Umgebung) als mit über dem Zenit befindlichen Meistern ist wohl die klügste Variante. „Wunden lecken“, nennt Ziniel die Devise. Anmerkung: Im Vorjahr verschliss man vier Trainer, lag zur Hälfte der Meisterschaft auf Platz sieben, zum Abschluss wurde man Zehnter.