Unklarheit statt Absage in Wiener Frauenligen. Während in fast allen Bundesländern die Saison bereits annulliert wurde, wartet der Wiener Verband noch ab.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 06. Mai 2021 (01:12)
Zukunftssorgen. Neusiedl 1b und GST Mönchhof warten auf eine Entscheidung des WFV. 
zVg.

„Wir wissen noch nicht, wie es weitergeht.“ Diese Unklarheit teilen die Kickerinnen des GST Mönchhof und der 1b des SC Neusiedl wohl mit allen anderen Teams der Wiener Ligen. Dort wartet der Verband nämlich noch mit einer Absage des Spielbetriebs — an eine Fortsetzung glaubt aber keiner mehr so recht.

Auch Sandra Himmler vom GST Mönchhof zweifelt längst an einem sportlichen Ende der Saison in der Wiener Landesliga. Einem möglichen Abbruch sieht sie mit „gemischten Gefühlen entgegen. Wir hoffen eher auf eine Annullierung“, spricht sie Klartext. „Natürlich wollen wir alle kicken, aber eine normale Vorbereitung wäre definitiv besser. Es geht um den gesundheitlichen Aspekt, das Verletzungsrisiko ist nach einer so langen Pause, für die meisten sogar ohne Trainings, eben ungleich höher“, so Himmler weiter. Für Mönchhof gehe es ohnehin um nichts, im Mittelfeld muss man sich weder über einen verpassten Aufstieg ärgern, noch einen verhinderten Abstieg beklagen. „Wäre ich Erster, würde mir die Absage natürlich ordentlich gegen den Strich gehen“, zeigt sie Verständnis.

NSC-Damen mit Trainings-Vorsprung

Den Trainingsbetrieb startet das GST am 21. Mai. „Es wäre aber gut zu wissen, ob wir uns gleich für die Meisterschaftsvorbereitung voll ins Zeug werfen müssen oder ob wir es ruhiger angehen können.“

Ähnliche Töne schlägt auch Nina Potz, Trainerin der Neusiedler 1b-Mannschaft in der Wiener 1. Klasse, an. „Wir sind noch in der Warteschleife. Sollte fortgesetzt werden, müssten wir mindestens eine englische Runde spielen: Vier Matches müssten in drei Wochen nachgeholt werden“, so Potz. Im Amateurbereich natürlich nicht unproblematisch. „Jeder will Fußball spielen, aber lieber eine klare Absage als ein Murks bei der Fortsetzung. Mein Bauchgefühl sagt: Absage“, so die Einschätzung der Trainerin.

Einen kleinen Vorteil hätten die Burgenländerinnen jedoch im Falle einer Fortsetzung: „Alle B-Mannschaften können zumindest zum Teil mit der Bundesliga-Mannschaft mittrainieren. Das wäre natürlich ein klarer Vorteil gegenüber jenen, die erst mit 19. Mai wieder trainieren dürfen“, weist Potz auf die damit verbundene Chancenungleichheit und somit einen weiteren Grund für einen Abbruch des Spielbetriebs hin.