Trauer um ASK Kobersdorf-Obmann Franz Steiner. ASK Kobersdorf-Obmann Franz Steiner verstarb nach einer Covid-Erkrankung in der Nacht auf 1. November völlig unerwartet im 60. Lebensjahr. Im Verein herrscht Erschütterung.

Von Eva  Klikovics und Alfred Wagentristl. Erstellt am 08. November 2020 (00:55)
Unerwartet. Kobersdorf-Obmann Franz Steiner erlag einem Lungeninfarkt.
Eva Klikovics

Letzte Woche waren die Coronavirus-Maßnahmen die lästige Angelegenheit, die unsere geplanten Fußballwochenenden durcheinanderbringen sollte. Wenige Tage später wies uns das Leben sehr unsanft darauf hin, dass es deutlich schwerere Herausforderungen zu bewältigen gibt. Die 1. Klasse Mitte-Fußballfamilie betrauert einen tragischen Verlust: ASK Waldquelle Kobersdorf-Obmann Franz Steiner verstarb nach einer Covid-Erkrankung unerwartet im Alter von 59 Jahren in seinem Haus in Kobersdorf an einem Lungeninfarkt.

Für unzählige Freunde des außergewöhnlich beliebten Familienvaters und Sportsmannes ist diese traurige Nachricht nicht zuletzt ob der erbarmungslosen Realität erschütternd. Fassungslosigkeit und Stillstand herrscht dieser Tage jedenfalls in seiner Sportlerfamilie des ASK Kobersdorf und darüber hinaus bei den zahlreichen Wegbegleitern. „Wir haben dank unseres Franz so schöne Stunden erlebt und so viel erreicht. Eine gute und solide Mannschaft, sehr gute Funktionäre, eine top-sanierte Fußballanlage, mit allem was dazugehört“, berichtete ASK-Ehrenmitglied Franz Thiess. Auch Kobersdorf-Trainer Hannes Pleva ist zutiefst getroffen von dem traurigen Ereignis: „Es ist unfassbar, dass er nicht mehr da sein soll. Ein bewunderns- und liebenswerter Mensch ist nicht mehr unter uns.“

„Wir sind dank Franz im Verein sehr gut aufgestellt. Jetzt wird eingewintert und im Frühjahr alles weitere beschlossen.“Romanus Fennes, Präsident und Kassier ASK Kobersdorf

Viele Funktionärskollegen bekundeten via Internet ihr Beileid. „Der Tod von Franz Steiner reißt ein tiefes Loch in unsere Fußballfamilie“, so Kroatisch Minihof-Obmann Norbert Darabos zur BVZ über den Verlust seines persönlichen Freundes. „Er war ein unglaublich guter, vorausdenkender Obmann und gleichzeitig ein guter Freund. Seine Zielstrebigkeit als Sportsmann war sehr beeindruckend, aber noch beeindruckender war seine Menschlichkeit. Obwohl uns einige Jahre trennten, sprachen wir Spieler immer auf Augenhöhe mit ihm. Wir haben einen großartigen Menschen verloren“, so Manfred Wukowitsch, Sportlicher Leiter des SV Lackenbach, der den Großteil seiner Spieler-Karriere beim ASK Kobersdorf bestritt.

Der Sportplatz als Gedenkstätte. Die Fußballfamilie des ASK Kobersdorf hat den Mittelkreis im Waldquellestadion ihrem Obmann Franz Steiner gewidmet. Spontan fanden sich Wegbegleiter ein und stellten Kerzen im stillen Gedenken auf. Das Waldquellestadion erlebte unter der Führung von „Baumeister“ Franz Steiner zahlreiche Revitalisierungen. Eine neue Tribüne, eine neue Kantine, ein neuer Eingangsbereich, ein neuer Clubraum, neue Kabinen und eine neue Flutlichtanlage wurden in seiner Obmannschaft erbaut.
Eva Klikovics

Fast sein gesamtes Leben stand Franz Steiner mit seinem Heimatverein in enger Verbindung. Zunächst als aktiver Spieler in den Nachwuchsmannschaften und später in der Kampfmannschaft. Danach wurde er in der Funktionärsriege tätig und dreimal zum Obmann gewählt. Sein wahrscheinlich größter sportlicher Verdienst war, so erzählten Wegbegleiter, dass er junge Sportler motivieren konnte, sich für das Funktionärsleben zu engagieren und so den ASK Kobersdorf nachhaltig auf eine gute Basis zu stellen. Wie es dort weitergeht, ist noch völlig offen. Für seinen Neffen Matthias Steiner, der auch Sportlicher Leiter des ASK ist, steht zurzeit auch die Zeit still: „Es ist alles einfach nur unfassbar traurig und sehr, sehr tragisch. Die Emotionen lassen im Moment keine Planungen bei den Funktionären zu. Es wird weitergehen, weil es immer weitergeht und weil es vielleicht auch in seinem Sinn weitergehen soll. Aber im Moment habe ich persönlich keine Ahnung, mit wem und wann und wie. Es ist für unsere Familie ein schwerer Schicksalsschlag, natürlich auch für den Verein.“