MSV 2020: Ein treffsicheres Defensiv-Bollwerk

Der neugegründete Mattersburger Sportverein 2020, kurz MSV 2020, galt aufgrund seiner Kaderzusammenstellung vom Saisonstart weg als der große Favorit auf den Titel.

Erstellt am 11. September 2021 | 01:16

Sogenannte Experten sprachen von „Alleingang an der Tabellenspitze“ bis sogar zu „Aufstieg ohne Punkteverlust“. Ganz so scharf wird zwar nicht geschossen, doch die bisherige Bilanz unterstreicht jene Rolle, die der Truppe von Coach Marko Amminger zugeteilt wurde.

„Es war klar, dass das, was da an Phantasien und Superlativen vor der Saison losgetreten wurde, nicht realistisch war und es kein ‚Selbstläufer‘ werden wird. Wir trainieren fleißig mit unserer jungen Mannschaft und spielen auch allergrößtenteils sehr gut. Wir wissen auch, dass wir Spieler im Kader haben, die für die 2. Klasse überqualifiziert sind, man darf aber nicht vergessen, dass wir auch sehr unerfahrene, junge Talente in unseren Reihen haben“, so der Trainer zur Situation. Ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass die Defensivarbeit offensichtlich gut funktioniert. Nach sechs Spielen haben die Mattersburger erst einen einzigen Gegentreffer hinnehmen müssen – am Dienstag beim 7:1-Nachtrag gegen Hirm. „Es arbeiten wirklich alle mit viel Herz gegen den Ball. Natürlich ist immer noch ein bisschen Luft nach oben, aber das machen wir größtenteils schon sehr gut. Die Umschaltmomente von Offensive auf Defensive sind meist schön anzuschauen.“ Dass der erst 17-jährige Tobias Stöger den Kasten so abgebrüht hütet, freut Amminger speziell: „Er hat schon in meiner Zeit als Trainer beim SV Loipersbach gezeigt, was er drauf hat und dass auf ihn Verlass ist. Hier bestätigt er das absolut.“

Mit „Duki“ Karanezi und Julian Kleibensturz hat Stöger aber auch zwei Spieler in der Abwehrkette vor sich, die schon in deutlich höheren Ligen gespielt haben. Co-Trainer Michael Schranz: „Die Innenverteidiger, allen voran ‚Duki‘, lösen das meist überragend. Man sieht einfach, dass der eine oder andere schon höher gespielt hat. Situationen werden früh erkannt und auch mannschaftsintern rasch gecoacht, das ist natürlich viel wert.“ Auch der Sportliche Leiter, Richard Vogler, selbst vor Jahren ein starker Defensivmann, ist von der Kompaktheit begeistert: „Nicht nur, dass wir keine Tore bekommen. Wer unsere Spiele bisher verfolgt hat, weiß, dass wir kaum Torchancen zulassen – das war bisher beeindruckend.“