Traditionsverein sperrt zu. Mit viel Spannung wurde am Sonntag auf die Generalversammlung des SV Lutzmannsburg geblickt. Das Ergebnis war letztendlich bitter: Die Lichter beim SVL gehen aus.

Von Alfred Wagentristl. Erstellt am 15. Januar 2020 (01:50)
Bitteres Aus. Lutzmannsburg-Kapitän Philipp Weber wird in der Rückrunde nicht mehr für seinen Klub auflaufen können.
Wagentristl

Die 2. Klasse Mitte ist ab sofort um einen Verein ärmer. Anstatt der bis jetzt 13 Vereine werden ab Mitte März nur mehr 12 Klubs um Meisterschaftspunkte spielen. Der Tabellenletzte SV Lutzmannsburg hat am Sonntag im Zuge einer Generalversammlung beschlossen, den Verein mit sofortiger Wirkung aufzulösen. Der bereits 1945 gegründete SVL reiht sich also als nächster in die Liste der Fußballvereine ein, die aufgrund Spielermangels kapitulieren müssen. Dabei war der Veranstaltungssaal im Gasthaus Pacher am Sonntag richtig gut gefüllt. „Das Interesse war groß“, so Obmann Klaus Stipsits, „bisher haben sich auf den Generalversammlungen nur ein Bruchteil der Leute die Zeit genommen.“

„Es hatte keine wirtschaftlichen Gründe, wir sind letztlich rein am Mangel an Spielern gescheitert"

Dass es die letzte SVL-Sitzung werden wird, war laut Obmann aber schon so gut wie sicher: „Der Vorstand war sich einig, dass Schluss ist. Wäre die Zwei-Drittel-Mehrheit nicht zustande gekommen, wäre der Vorstand geschlossen zurückgetreten.“

Was war letztlich der Grund für das Aus? „Es hatte keine wirtschaftlichen Gründe, wir sind letztlich rein am Mangel an Spielern gescheitert. Natürlich war es auch immer wieder ein Problem, jemanden für die Kantine et cetera zu finden, das war aber lösbar. Nicht zu lösen war das Problem, dass wir ständig zu wenig oder gerade noch genügend Spieler für die Reserve zusammentrommeln konnten. Das war mehr als mühsam und die immer höheren Strafen bei einem Nichtantreten der zweiten Mannschaft haben es in sich. Ohne die Verpflichtung, eine Reserve stellen zu müssen, wäre es vielleicht weitergegangen. Am Ende der Sitzung schlug ein Spieler sogar vor, dass eventuell jeder Kicker 50 Euro zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebes beitragen könnte. Das war zwar ein netter Gedanke, aber es war wie gesagt keine Frage der Finanzierbarkeit“, so der sehr betroffene Vereinsboss. Der Vorschlag, den Verein erst einmal nur stillzulegen und nicht aufzulösen, stieß beim Obmann auch nicht auf offene Ohren, „weil das Ganze mehrere tausend Euro kosten würde und es nur ein Hinauszögern wäre.“

Nachwuchsspieler gibt es zurzeit nicht viele in Lutzmannsburg. „In Summe spielen fünf Kinder verteilt auf alle Nachwuchsmannschaften. Es gibt einfach ein Vielfaches an Freizeitangeboten im Vergleich zu früher, deswegen gehen dem Fußball die Spieler aus, zumindest in kleineren Ortschaften ist das manchmal so. Alle Spieler sind natürlich jetzt vereinslos und können kostenlos zu einem neuen Klub wechseln. Für uns Funktionäre ist die Situation äußerst traurig. Für mich war der Fußballverein die letzten 18 Jahre als Obmann und davor als Sektionsleiter eine echte Herzensangelegenheit, jetzt wird sich natürlich viel ändern.“

Zwei Mannschaften sind im Frühjahr spielfrei

In der 2. Klasse ändert sich auch etwas: Alle Spiele der Lutzmannsburger werden aus der Wertung genommen: Die Punkte, die im Herbst gegen den SVL gemacht wurden, werden wieder abgezogen. Außerdem ist die Reduktion von 13 auf 12 Teams kein Vorteil für die Ansetzung, im Gegenteil. Durch den Wegfall von Lutzmannsburg werden zwei Klubs pro Runde spielfrei sein – weil während der laufenden Saison, wie seitens des BFV bestätigt, die Rückrunde von den Bestimmungen her nicht neu ausgelost werden kann.