Unter der Lupe: Die Top-Vier im Vergleich. Antau, Unterpullendorf, Sieggraben und Dörfl stehen in der Winterpause an der Spitze der Tabelle – die BVZ fragte bei Vereinsverantwortlichen nach.

Von Alfred Wagentristl. Erstellt am 27. Dezember 2020 (02:18)

Der Aufstiegskampf in der 2. Klasse Mitte verspricht Spannung pur. Antau-Trainer Viktor Hanak, Unterpullendorfs Vereinsboss Wolfgang Steirer sowie Sieggraben-Spielertrainer Philipp Schordje und Dörfl-Coach Wolfgang Weber standen der BVZ Rede und Antwort.

BVZ: Wie gut wurde die bisher lange trainings- und matchfreie Zeit in Sachen Fitness genutzt?

Viktor Hanak: Die Pause ist nicht viel länger als in den vergangenen Jahren. Bisher haben die Burschen einige Läufe absolviert. Es könnte schon mehr sein, aber ich bin nicht unzufrieden. Es war Hallentraining vorgesehen, aber leider dürfen wir das auch nicht.

Wolfgang Steirer: Der Großteil der Kaderspieler läuft und wir sind mit dem Engagement zufrieden. Es ist alles auf freiwilliger Basis und wird vom Trainer nicht großartig kontrolliert. Da bauen wir auf Eigenverantwortung, die Spieler wissen um unser Ziel, das sollte Motivation genug sein.

Philipp Schordje: Die Spieler, die in der Vergangenheit mit ihrer Fitness keine Probleme hatten, sind auch jetzt die Fleißigsten. Zu 90 Prozent bin ich mit dem Aufwand zufrieden, den die Kicker in dieser Zeit betreiben. Es basiert aber bei uns alles auf Freiwilligkeit und wird nicht kontrolliert.

Wolfgang Weber: Wir haben seit der Meisterschaftsunterbrechung Pause gemacht, starten aber bereits nach Weihnachten mit dem Heimprogramm. Die Spieler werden individuelle Laufeinheiten und auch Kräftigungseinheiten bekommen. Wenn das durchgezogen wird, werden wir bereit sein für die Spiele im Frühjahr.

Sind im Winter Kaderveränderungen geplant?

Hanak: Wir wollen die Meisterschaft mit dem gleichen Kader fertigspielen und nichts verändern. Sollten wir den Aufstieg schaffen, wird es eventuell punktuelle Veränderungen geben, aber auch in diesem Fall wird im Großen und Ganzen alles gleich bleiben.

Steirer: Ja, wir werden in der Offensive nachsetzen. Die Mannschaft hat gegen Ende schon sehr gut gespielt, trotzdem hat es vorne etwas zu selten „geklingelt“ in Anbetracht der vielen Chancen. Es wird aber kein Spieler ersetzt, der Kader wird um diesen einen Akteur breiter aufgestellt werden.

Schordje: Ja, es wird Veränderungen geben. Für unseren Mittelfeldspieler Rene Leitner, den wir berufsbedingt ersetzen müssen, haben wir bereits zu 99 Prozent Ersatz gefunden. Dazu sollten noch zwei Offensivspieler zu uns stoßen.

Weber: Ja, definitiv. Am Plan stehen vier oder fünf neue Kicker, weil wir auch welche ersetzen müssen. Bei einem Defensivmann und einem Offensivspieler sind die Verhandlungen bereits weit fortgeschritten und die Sache sieht sehr gut aus. Es sollte in jedem Mannschaftsteil zumindest eine Veränderung geben.

Wer war die positive Überraschung in den bisher gespielten Matches in Ihrer Mannschaft?

Hanak: Aus meiner Sicht war das Philipp Müllner. Er wurde eigentlich aufgrund von Personalmangel auf der für ihn ungewohnten Position des Außenverteidigers eingesetzt und konnte absolut überzeugen. Ich hatte bis zum Meisterschaftsabbruch keinen Grund mehr etwas zu verändern.

Steirer: Ich persönlich war von der Leistung unserer Eigenbauspieler am meisten überrascht. Hervorheben kann man keinen, weil die Burschen wirklich allesamt einen Entwicklungsschritt nach vorne gemacht haben. Wenn man sich aber für einen entscheiden muss, würde ich unseren Defensivspieler Kevin Trimmel nennen, der trotzdem er aus beruflichen Gründen oft Trainingseinheiten versäumt, eine tolle Saison spielt.

Schordje: Das war für mich unser Goalgetter David Földvarszki, der mit neun Toren in neun Spielen die Torschützenliste anführt. Er ist im Sommer neu zum Team gestoßen und wir haben natürlich auch Tore von ihm erwartet. Dass seine Quote jedoch derart gut sein wird, hat uns positiv überrascht.

Weber: Für mich war das unser Routinier Peter Toth. Natürlich wussten wir um seine Qualität, doch er kam auch im Sommer neu zum Verein und dass er derartig schnell in die Leaderrolle schlüpft, war nicht zu erwarten. Noch dazu erzielte er als Innenverteidiger auch noch wichtige Tore, also war das schon stark, was er abgeliefert hat.

Wie viele Wochen an Vorbereitungstraining und wieviele Vorbereitungsspiele sind geplant?

Hanak: Ich rechne mittlerweile nur mehr mit vier Vorbereitungswochen, weil meiner Meinung nach mehr seitens der Regierung nicht erlaubt sein werden. In diesen vier Wochen wollen wir fünf Testspiele bestreiten.

Steirer: Bei uns stehen fünf Wochen Vorbereitung am Programm und wir werden Stand heute nur drei Testspiele absolvieren.

Schordje: Wir haben knapp sechs Wochen Vorbereitung geplant und Stand heute sieben Spiele im Kalender stehen. Die Vorbereitungsgegner sind dabei zu 80 Prozent in der gleichen Leistungsstufe wie wir.

Weber: Wir haben sechs Vorbereitungswochen geplant, die wir, so die Regierung will, auch in aller Konsequenz durchziehen wollen. Bis jetzt sind im Zuge der Vorbereitungswochen vier Trainingsspiele geplant, wobei wir aber noch das eine oder andere einschieben werden, wenn alles läuft wie vorgesehen.

Warum wird Ihr Verein am Ende auf einem der beiden Aufstiegsplätze landen?

Hanak: Weil erstens die Tabellensituation dafür spricht und zweitens die bisher gespielten Begegnungen gezeigt haben, dass wir zu den besten Teams in dieser Klasse gehören. Es waren zwar auswärts immer knappe Spiele, die auch anders hätten ausgehen können, doch die Mannschaft hat einen guten Charakter. Die Heimspiele waren souverän, da hoffe ich, dass dieser Trend anhält.

Steirer: (lacht) Also in erster Linie einmal, weil es nach 55 Jahren einmal Zeit ist, dass der SC Unterpullendorf den Aufstieg feiern darf. Aber Spaß beiseite: Ich glaube, dass wir die nötige Qualität im Kader haben, um am Ende auf einem der beiden Aufstiegsplätze zu stehen. Dazu kommt, dass wir es meiner Meinung nach schon vergangene Saison gepackt hätten, wäre nicht abgebrochen worden. Es wird einfach Zeit…

Schordje: Weil wir eine Mannschaft haben, die genug Qualität hat, um letztlich einen der beiden Spitzenplätze zu belegen. Noch dazu hatten wir wirklich Verletzungspech in der jüngsten Vergangenheit. Ich denke da zum Beispiel an Lukas Gunzinam oder auch an Markus Weinknecht, die uns ausgefallen sind und mit denen wir jetzt schon auf einem der beiden ersten Plätzen stehen könnten. Dazu glaube ich, dass Antau den Lauf nicht halten kann und Unterpullendorf ganz vorne landen wird. Meiner Meinung nach werden der SV Antau und wir um den zweiten Aufstiegsplatz kämpfen.

Weber: Naja, Favoriten auf die beiden Aufstiegsplätze sind definitiv andere Teams. Wir werden unser Bestes tun, um so lange wie möglich vorne dranzubleiben. Meine Meinung ist, dass wir in den bisherigen Spielen doch einige Punkte mehr am Konto hätten, wäre an vorderster Front nicht unser geplanter Goalgetter Adam Weitner berufsbedingt bereits nach der ersten Runde ausgefallen.