Unterpullendorf: Kovacs löst Schiffer wieder ab. Nachdem vor wenigen Wochen Günther Schiffer beim SCU Attila Kovac abgelöste, kam es jetzt zum „Rücktausch“.

Von Alfred Wagentristl. Erstellt am 01. August 2021 (02:23)
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Kurze Zusammenarbeit. Günther Schiffer und Unterpullendorf trennten sich noch vor dem Saisonbeginn — es hat am Ende nicht zusammengepasst.
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„Es hat ganz einfach die Chemie nicht gepasst. Trainer, Spieler und Vorstand haben offensichtlich nicht das Gleiche gewollt und somit kam es zur Trennung“, schilderte Ex-Profi-Trainer Günther Schiffer das Ende seiner kurzen „Unterpullendorf-Ära“.

Erst vor fünf Wochen trat der ehemalige Mattersburg-Lustenau-Braunau-Coach seinen Dienst beim aufstiegsambitionierten SC Unterpullendorf an. Vereinspräsident Wolfgang Steirer machte die Zusammenarbeit möglich und hoffte, mit den Spielern einen nächsten Schritt zu setzen, um den angestrebten Aufstieg wahrscheinlicher zu machen.

„Leider muss man sagen, war das nicht der richtige Schritt. In der Nachbetrachtung ist es so, dass viele Spieler nicht bereit sind, den Aufwand zu betreiben, der vermutlich notwendig ist, um am Ende ganz vorne zu stehen. Die Spieler ließen einfach in Sachen Trainingsbeteiligung zu wünschen übrig, natürlich muss man dann reagieren und so haben wir uns beiderseitig entschieden, dass wir die Notbremse ziehen“, so Steirer.

„Es gibt nur eine Trainingslehre und die müssen wir versuchen an die Klasse angepasst zu vermitteln. Das ist nicht gelungen.“Günther Schiffer zur Trennung mit Unterpullendorf

Für Schiffer ist die Trennung nicht sonderlich „schmerzhaft“: „Ich bin eben der Meinung, dass zwei Trainingseinheiten plus eine Laufeinheit zusätzlich zuhause nötig sind, um die gewünschten Ziele zu erreichen. Wenn das zu viele Kaderspieler nicht wollen, ist das zu akzeptieren.“ So kam es eben dazu, dass man sich vergangenen Mittwoch vor dem Training einvernehmlich trennte. „Es war in aller Freundschaft ohne irgendwelche Schmutzwäsche zu waschen“, so der Ex-SCU-Coach, der zuletzt ja mit dem ASK Stoob auch einen unterklassigen Klub betreute.

Was war der Unterschied, dass es dort geklappt hat und jetzt eben offensichtlich nicht: „Man muss schon sagen, dass der ASK Stoob in Sachen Einstellung der Spieler, der Legionäre und der Funktionäre eben um diese eine Klasse, die sie ja auch höher spielen, weiter ist. Wir Trainer haben nicht verschiedenste Trainingslehren zu vermitteln. Es gibt nur eine und die müssen wir versuchen an die Klasse angepasst zu vermitteln. Das ist jetzt eben leider nicht gelungen, so ehrlich müssen wir sein.“

Ob der 72-Jährige an ein Ende seiner Trainerlaufbahn denkt? „Nein. Ich wollte eigentlich mit Unterpullendorf noch einmal erfolgreich sein und es dann bleiben lassen, aber das war kein Abschluss, wie ich ihn mir vorstelle. So habe ich nicht vor aufzuhören.“ Nachfolger von Schiffer ist der Vorgänger von Schiffer, Attila Kovacs, dem auch aus Zeitgründen die Trennung vor wenigen Wochen ganz gut in die Karten spielte.

„Mittlerweile geht es wieder ein bisschen besser und er hat die Trainingsarbeit wieder aufgenommen. Der erste Auftritt gegen einen übermächtigen Gegner aus Horitschon im Cup hat zuversichtlich gestimmt. Wir haben uns deutlich besser verkauft als noch Tage zuvor befürchtet. Allerdings hat auch Attila schon festgestellt, dass viele Spieler ordentlich Nachholbedarf in körperlicher Hinsicht haben. Er meinte, dass für die eben jetzt dann die Vorbereitung startet“, schilderte Steirer.

Laut dem Präsidenten sind mit diesen Erkenntnissen und Vorkommnissen der letzten Wochen auch die Zielsetzungen deutlich nach unten geschraubt worden. Hat der SCU den Aufstieg also nicht mehr im Visier? „Ich denke, dass es mit dieser Vorbereitung eine Riesenüberraschung wäre, wenn wir ganz vorne mitmischen würden.“