Hannes Marzi: "Wir alle müssen flexibel sein". Horitschon-Trainer Hannes Marzi spricht über die derzeitige Unklarheit, die möglichen Folgen des Fußball-Lockdowns und die derzeit möglichen Planungen und Aufgaben.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 20. Januar 2021 (03:23)
Umgesattelt. Auch Hannes Marzi musste im Jahr 2020 öfters auf Alternativ-Sportarten zurückgreifen.
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BVZ: Der zweite Fußball-Lockdown innerhalb eines Jahres hat den Amateur-Fußball hart getroffen. War er aus Ihrer Sicht alternativlos?

Hannes Marzi: Eine schwierige Frage. Dass etwas passieren musste, war aufgrund der Infektionszahlen klar, die Gesundheit geht natürlich auch vor und die Entscheidung ist dementsprechend zu akzeptieren. Ob der Zeitpunkt logisch oder richtig war, beziehungsweise die Vorgehensweise, ist schwer zu beurteilen. Das müssen andere entscheiden.

Wie schätzen Sie die Langzeitfolgen des Jahres 2020 auf den Amateur-Fußball ein?

Marzi: Aus Sicht des ASK Horitschon sieht es derzeit noch gut aus. Die Frage ist, wie viele Spieler, Funktionäre oder Sponsoren verloren gehen würden, würde die Fußball-Pause noch länger andauern. Besonders problematisch sehe ich die Situation im Nachwuchsfußball. Ich halte es schon für möglich, dass sich das eine oder andere Kind in der letzten Zeit ein neues Hobby gesucht hat, weil Fußball nicht möglich war.

Noch ist unklar, ab wann wieder trainiert werden darf. Wie planen Sie aus rein sportlicher Sicht?

Marzi: Das ist relativ einfach: Wir verschieben. Unser eigentlicher Trainingsstart liegt nun schon in der Vergangenheit und auch die ersten Testspiel-Termine werden nicht zu halten sein. Wir müssen alle gemeinsam flexibel sein, um sofort loslegen zu können, wenn der Sportminister den Startknopf drückt.

Ist es in Zeiten wie diesen überhaupt möglich oder sinnvoll, taktische Änderungen vorzunehmen oder steht das Körperliche nach so einer langen Pause im Vordergrund?

Marzi: Diese Antwort werden uns die Spieler beim Trainingsstart geben. Es wird wichtig sein, sich ein Bild vom Zustand der Mannschaft zu machen und dann flexibel mit der Trainingssteuerung darauf zu reagieren.

Interview: Michael Heger