Sauhammel: „Jeder Tag mit Fußball“. Der Ollersdorfer Johannes Sauhammel brachte den ASK Oberdorf sportlich mit Platz drei auf Vordermann und spricht über den aktuellen Lockdown sowie die Ziele 2021.

Von David Marousek. Erstellt am 28. Februar 2021 (01:23)

Es sind bis dato zwei ungewöhnliche Spielzeiten beim ASK Oberdorf für den ehemaligen Lafnitz-, Pöllau- oder Neuberg-Trainer Johannes Sauhammel. Seine erste Saison wurde annulliert und abgebrochen, die zweite ist aktuell unterbrochen. „Ein Tag ohne Fußball ist ein verlorener Tag“, sagte einst Ernst Happel und dieses Credo beherzigt auch der heute 60-jährige Ollersdorfer Sauhammel. Alleine schon wegen Sohn David.

BVZ: Wie oft denken Sie aktuell an den Fußball und die Kickerei?

Johannes Sauhammel: Ich denke eigentlich jeden Tag daran, auch weil mein Sohn David (Anm.: Fußballer beim SV Güssing) immer trainiert. Er ist da jeden Tag dabei und ich helfe ihm auch immer wieder. Ich schaue ihm einfach gerne zu und analysiere alles. Für seine Spiele hab ich mir extra ein System gekauft, das alles aufnimmt.

Als ehemaliger Co-Trainer in den österreichischen U-Nationalteams U17, U18, U19: Wird man den Talenten diese Unterbrechung in nächsten Jahren anmerken?

Sauhammel: Ich glaube, dass die guten Spieler, die einen gewissen Ehrgeiz haben, sowieso selbst trainieren. Aber für die Spielfähigkeit und auch das soziale Verhalten wird das Ganze nicht wirklich optimal sein.

In der Saison 2019/2020 war Ihr Verein Oberdorf noch „Profiteur“ des Abbruchs und des damit verbundenen Nichtabstiegs. Ein Jahr später spielt Oberdorf vorne mit und wird anders davon getroffen.

Sauhammel: Wir waren gerade in super Form und hatten zwei Top-Spiele vor uns. Die Matches hätten wir packen können. Wir haben aber eine sehr gute Mannschaft, die Spieler trainieren sehr brav. Auch die Legionäre, die sich zuletzt in Unterschützen nicht durchgesetzt haben, entwickeln sich bei uns sehr gut. Auch wenn ich da am Anfang etwas „zuwisteigen“ musste.

Ihr ehemaliger Verein Lafnitz stürmte vor der Winterpause in der 2. Bundesliga von Sieg zu Sieg. Was kann man sich von den Steirern abschauen?

Sauhammel: Das Umfeld ist dort einfach tiptop, vor allem mit Bernhard Loidl (Anm.: SVL-Obmann). Wenn man als Trainer dort einen Wunsch hatte, dann wurde er am nächsten Tag erfüllt. Alleine, was der Verein in die Infrastruktur investiert hat.

In Oberdorf wollte man zuletzt durch gute Transfers und einen erfahrenen Trainer Euphorie im Verein und im Ort aufkommen lassen. Durch die erneute Unterbrechung gestaltet sich dieses Unterfangen aktuell als schwierig.

Sauhammel: Wir fangen jetzt schon das dritte Mal bei Null an. Das ist das wahre Problem. Ich hoffe, wir können bald trainieren und starten dann gut. Der Verein ist ja super geführt. Wir treten da im Training ab und zu den Platz zusammen und am nächsten Tag ist er schon wieder gewalzt und sieht aus wie neu. Für Funktionäre ist die Situation derzeit aber sicher ermüdend.

Wie hält man die Motivation innerhalb der Mannschaft und des Vereins aufrecht?

Sauhammel: Ich glaube, der Vorteil ist, dass jetzt die Wintervorbereitung ausgefallen ist. Da trainieren manche Spieler sowieso nicht so gerne. Die meisten akzeptieren die Situation, hoffen aber, dass wir mit Covid-Tests bald trainieren können. Das Testen funktioniert gut und schnell, aber von den Funktionären aller Vereine würde ich mir dahingehend gerne mehr Druck wünschen. Es ist irgendwie alles eingeschlafen und kein richtiges Feuer dahinter.