Klassen-Ungleichgewicht sorgt weiter für Kopfzerbrechen. Das Ungleichgewicht der 2. Klassen sorgt im Landessüden weiter für Gesprächsstoff. Ideen gibt es einige, wobei der Verband auf die Vereine zugehen will.

Von Patrick Bauer. Erstellt am 16. Mai 2020 (02:10)
Wie weiter? Während der UFC Mogersdorf über den Sommer wohl mit Wallendorf fusioniert, beißt der aus dem Oberwarter Bezirk stammende SV Wolfau schon länger in den sauren 2. Klasse Süd B-Apfel.
David

Es heißt weiter warten mit den Entscheidungen bezüglich des Amateurfußballs in Zeiten der Corona-Krise. Wann es 2020 weitergeht? Ungewiss. Ob es in diesem Jahr überhaupt noch einmal weitergeht? Ebenfalls ungewiss. Statt Meisterschaftskampf und Abstiegskrampf steht die Fußballszene still. Zumindest sportlich. Dafür passiert auf anderer Ebene einiges. Die Ideenschmieden, wie man die Szene generell attraktiver machen könnte, läuft an. Brennpunkt sind aus südlicher Sicht die ungleichen 2. Klassen, wobei die A Süd-Klasse 13 Vereine aufweist, während die B Süd derer nur elf hat. Diese Diskrepanz ist ein Problem und kam vor allem zustande, weil sich im vergangenen Sommer keiner dazu bereit erklärte, nach unten zu wechseln. Einzig Wolfau (und davor auch schon Welgersdorf) beißt schon länger in den sauren Apfel und kickt in der südlichsten Liga des Landes.

Die B Süd-Klasse bleibt ein ungeliebtes Stiefkind. Das musste zuletzt auch die ASV Gemeinde Tobaj schmerzlich hinnehmen. Erst stieg man im letzten Sommer ab, ehe man vieles investierte. Man wollte so schnell wie möglich wieder raus aus der Liga. Nach der Herbstmeisterschaft und der späteren Annullierung steht man jetzt mit leeren Händen da.

Corona konnte niemand kommen sehen, das unattraktive Ligaformat mit elf Klubs schon. „Wir sind mit der Einteilung nicht zufrieden“, sagte Goalgetter und Sektionsleiter-Stellvertreter Lukas Spirk und ergänzte: „Es wird immer schwieriger einen Kicker von der 2. Klasse Süd B zu überzeugen. Die Winterpause hätte fünf Monate gedauert und eine Meisterschaft mit 20 Spielen ist im Prinzip eigentlich sinnlos.“

Alleine ist der Winterkönig mit seiner Meinung nicht. Der Hilferuf zur Attraktivitätssteigerung der Liga kommt beinahe von allen Vertretern der Klasse. Wie die BVZ schon in der Vorwoche berichtete, hat man etwa in Gerersdorf-Sulz ein Modell ähnlich der österreichischen Bundesliga ausgearbeitet. „Es gibt immer weniger Vereine. Darauf muss man sich einstellen und flexibler werden. Dieses Modell zeigt, wie man auch mit zehn Teams eine vernünftige Meisterschaft spielen kann“, sagt Thomas Poandl, Sportlicher Leiter in Sulz.

Aber nicht nur der UFC, auch die Kirchfidischer, eine Grenzgemeinde, die jahrelang zwischen A und B-Klasse pendeln musste, machten sich Gedanken, wobei man die beiden Ligen in drei regionale Achtergruppen packen würde, die Besten danach zusammenfasst und diese sich dann den Aufstieg ausspielen.

Nur kollektive Freude herrscht angesichts der diversen Ideen nicht, denn runterwechseln möchte keiner so recht. Weder Deutsch Schützen noch Siget und schon gar nicht Hannersdorf, die im Vorjahr mit in der Verlosung waren, aber keinen Sinn einer Zwangsversetzung gesehen hätten. „Wenn die 2. Klassen aus 24 oder weniger Teams bestehen, dann wäre das Sulzer System perfekt. Dieses muss man dann auch anwenden“, so der Klassenobmann der A Süd und Obmann des SV Hannersdorf, Matthias Konrad.

Die Sachlage ist schwer. Auch für den BFV. Dieser will sich nun die Meinungen der Vereine einholen. Das erklärte BFV-Geschäftstellenleiter Karl Schmidt: „Wir werden versuchen mit den Klubs aller Klassen Sitzungen abzuhalten und ihre Zukunftsperspektiven diskutieren. Dabei geht es nicht nur um die Einteilung, sondern auch etwa um die Reserven. Dazu gibt es ja auch verschiedene Vorschläge, auch von höherklassigen Vereinen. Da wollen wir ein Meinungsbild einholen.“ Gestartet soll damit Ende Mai oder Anfang Juni werden. „Persönlich ist das am besten, vermutlich klassenweise und auch outdoor“, so Schmidt. Ausgesetzt wurde auch die Meldefrist der Vereine für den 20. Mai, denn erst wolle man mit den Klubs sprechen, wie es ihnen derzeit gehe. Aktiv wehren würde man sich gegen eine Neustrukturierung nicht. Die braucht es auch, mehr denn je.