Matthias Braunöder auf der Überholspur. Der Krensdorfer Matthias Braunöder (18) ging mit neun zur Austria – und klopft nun schon laut bei den Profis an.

Von Martin Plattensteiner. Erstellt am 28. März 2021 (03:23)
Matthias Braunöder will sich weiter nach oben kämpfen.
SEPA

Knapp zehn Jahre ist es her, dass Markus Braunöder – lange Jahre ein begnadeter Kicker im Amateurfußball – seinen damals neunjährigen Sohnemann Matthias in Krensdorf ins Auto setzte und nach Wien-Favoriten chauffierte. Er hatte den Junior zum Schnuppertraining („Schnapptag“ in der Austria-Trainerteam-Sprache) angemeldet, den die Veilchen zweimal pro Jahr anbieten.

Mehr als 100 Jugendliche tummelten sich am Trainingsplatz, wurden nach Jahrgängen eingeteilt und dann von den Austria-Coaches genau unter die sportliche Lupe genommen. Nur die Besten der Besten werden genommen, das war den Braunöders klar. Matthias überzeugte rasch, wurde zu einem Probetraining mit der künftigen U10 eingeladen und begann im August 2011 die Saisonvorbereitung am Verteilerkreis.

Seither ist ein Jahrzehnt vergangen. Der Jungspund (am Samstag feiert er seinen 19. Geburtstag) durchlief alle Nachwuchsteams, schaffte den Sprung in die Akademie und ist heute Stammspieler bei den Young Violets in der 2. Bundesliga. Seit Sommer 2020 trainiert er mit der „Ersten“ mit, der Lohn für seine Bemühungen waren sogar die ersten Bundesliga-Minuten, am 26. Jänner beim 4:0-Auswärtssieg gegen die Admira. „Klar hat man als Kind den Wunsch, einmal Profi zu werden“, blickt Matthias zurück.

„Dass es wirklich klappen könnte, wurde mir bewusst, als ich den Sprung in die Akademie geschafft habe. Zusätzlich kamen auch die Einberufungen ins ÖFB-Nationalteam.“ Dieses führte er 2019 als Kapitän der Nationalelf zur Europameisterschaft. Heuer fällt der Bewerb coronabedingt flach. „Mit der Pandemie haben wir Jungen uns schon ziemlich abgefunden. Wir sind froh, dass wir trainieren und spielen können.“

„Von allen Faktoren wird mehr verlangt“

Den Übergang in den Profibereich hat er jedenfalls gut geschafft. „Von allen wichtigen Faktoren des modernen Fußballsports wird da mehr verlangt“, so der Youngster. „Das Tempo ist schneller, du musst körperlich robuster sein und flotter sowie energischer handeln. Die Einzelspieler sind auch viel besser.“

Aktuell gilt es mit den akut abstiegsgefährdeten Young Violets möglichst den Klassenerhalt schaffen – und sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Fakt ist, dass der Abstiegskampf für Braunöder und Co. eine sehr harte und lehrreiche Schule darstellt. „Druck hat man nicht, den macht man sich nur selber“, verrät er seine Einstellung. Zurzeit wird er als „richtig defensiver“ Sechser in der Mannschaft benötigt. „Ich kann auch Zehner oder Achter spielen – am liebsten im Zentrum“, erläutert er seine Stärken. Aus dieser Position gelang ihm im ersten 2.-Liga-Spiel der Saison 2020/21 – dem 1:1 bei den Juniors OÖ – auch gleich ein Treffer.

„Das war einer der besonders schönsten Momente meiner bisherigen Karriere.“ Neben dem Sport steht noch die schulische Ausbildung an. An der Austria-Kooperationsschule – dem Ballsportgymnasium Erdberg¨– wird er in diesem Semester die Matura ablegen. „Ich tu‘ mir beim Lernen nicht schwer“, grinst er schelmisch. So bleibt also auch Zeit, um sich daheim in Krensdorf (so erlaubt als möglich) mit Freunden zu treffen. Wenn es zeitlich eng ist, bleibt er aber in Wien. Die Violetten stellen ihren Jungprofis kleine „Dienstwohnungen“ zur Verfügung.

Und wie ordnet man bei der Austria das Fußballtalent ein? „Wir sind davon überzeugt, dass er es nachhaltig in den Profifußball schaffen wird“, erklärt Ralf Muhr, Technischer Direktor der Austria. „Er ist total ehrgeizig, sehr laufstark, sich für Drecksarbeit nicht zu schade, kann im Zentrum auf mehreren Positionen spielen. Er bringt sehr viel mit, was im Fußball heute nötig ist.“