Corona-Situation: Die Zuversicht schwindet. Hochattraktives Aufstiegsringen, ein packender Abstiegskampf gepaart mit sehr viel Tradition: Die Liga hätte vieles zu bieten. Angesichts der Lage steigt aber die Resignation.

Von Patrick Bauer. Erstellt am 04. April 2021 (01:47)
Spiel auf Zeit. Der USV Rudersdorf (r., Tobias Kirisits) würde gegen den Abstieg kämpfen – Mühlgraben mit „Mo“ Kobald wohl um einen BFV-Cupplatz.
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Mittlerweile würden wir in die fünfte Meisterschaftswoche der 2. Liga Süd gehen. Der Konjunktiv ist dabei dieser Tage kein Freund der Amateur-Fußballliebhaber, denn die Corona-Situation verschärfte sich in den vergangenen Tagen abermals und macht eine Austragung diverser Spiele zu einem frommen (Oster-) Wunsch. Alles steht und es bleibt mittlerweile mehr als fraglich, ob die Saison 2020/21 zu einem sportlichen Ende findet. Es wäre dabei die zweite Annullierung in Folge und Bewegung innerhalb der Liga gebe es abermals keine. Stillstand ist so das Zauberwort. Spricht man mit den diversen Verantwortlichen der Vereine, hört man vor allem eines heraus: Enttäuschung und Fragezeichen!

„Zurzeit ist es ganz schwer“, sagt etwa Neubergs Sportlicher Leiter Georg Konrad, dessen Elf dieser Tage um den Aufstieg spielen würde: „Man wartet von Woche zu Woche, aber es kommt nichts.“ Man kämpft an vielen Stellen. So auch der SV Eberau, wo Obmann-Stellvertreter Christian Kopfer erklärt: „Die Hauptaufgabe sehe ich mittlerweile darin, dass die Kern-Funktionäre motiviert bleiben und diese wiederum Trainerteam und Mannschaft bei Laune halten.“ Klar sei aber: „Es ist mühsam, aber man sollte, so lange es irgendwie geht, zuwarten und auch auf Faktor Zeit spielen.“ Um die fehlenden Spiele zu einer Wertung über die Bühne zu kriegen, meint zumindest Kopfer: „Vorstellen kann ich es mir nicht mehr, dass wir die sechs Spiele drüberbringen.“

Während den Top-Teams das positive Gefühl in Form des Aufstiegskampfes fehlt, herrscht auch am anderen Ende der Tabelle Ernüchterung bezüglich einer Saison-Fortsetzung. „Die Chancen sehe ich im minimalen Prozentbereich“, erklärt etwa Stegersbach-Sektionsleiter Joachim Poandl und ergänzt: „Es ist extrem schwierig und wir wären in diesem Jahr ein Nutznießer, aber wir wären nicht abgestiegen. Da bin ich mir sicher.“ Auch das Schlusslicht aus Rudersdorf hätte gerne um Punkte gekämpft, auch wenn zuletzt einige personelle Hiobsbotschaften folgten. So entschied sich etwa Legionär Peter Bracevic nach der Übertrittszeit zurück nach Kroatien zu wechseln und warf so ein Loch im Kader auf. „Ich muss ehrlich sagen, dass eine Annullierung für uns gut wäre. Da brauche ich auch keinen anlügen. Sportlich fair ist es aber nicht und ich hoffe auch, dass nicht abgebrochen wird. Dennoch haben wir gegenüber den Spielern auch eine gewisse Verantwortung“, meint der Sportliche Leiter Martin Salber und Grafenschachen-Pendant Gerald Ringhofer pflichtet seinem Funktionärs-Kollegen in anderer Form bei: „Wir haben überlegt, mit Individualtraining zu starten, das aber gleich wieder verworfen. Mit der Osterruhe geht ja gar nichts mehr.“

Bleiben noch die Tabellen-Mittelständler, wie etwa die SpG Edelserpentin, wo Obmann Konrad Renner berichtet: „Der Countdown läuft mehr denn je. Wir hoffen alle auf eine Fortsetzung.“ Wirklich realistisch erscheint das aber leider nicht mehr.