Lukas Kantauer: „Fühle mich sehr wohl“. Der Neuberger Lukas Kantauer, der in seiner Karriere viel zu oft mit Verletzungen zu kämpfen hatte, war bis zur unterbrochenen Hinrunde der überragende Kicker der Spielzeit.

Von Patrick Bauer. Erstellt am 26. Dezember 2020 (01:13)
Neuberg im Herzen, die Zukunft im Blick. Lukas Kantauer und der SV Neuberg sind weiter eng verbandelt.
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Er ist und bleibt einfach ein Unterschiedsspieler. Von wem die Rede ist? Natürlich vom Neuberger Angreifer Lukas Kantauer, der beim derzeitigen Tabellendritten nicht nur wegen seiner 13 Treffer, der alles überragende Mann der 2. Liga-Hinrunde war. Aber nicht nur die Tore, vor allem das Wie er agiert, ist beeindruckend und nahezu alle sind sich sicher: In dieser Liga hat er eigentlich nichts verloren. Sein Weg war vorgezeichnet. Papa Dietmar Kantauer war viele Jahre ein super Stürmer, der selbst noch in der 2. Liga auf Torejagd ging, als der Sohnemann schon eigens in der Kampfmannschaft spielte.

Mit 15 durfte er sich damals in Neuberg beweisen und war dann spätestens mit 16 Jahren fixer Bestandteil der ehemaligen SVN-Regionalliga-Elf. Ein so junger Kicker weckt natürlich Begehrlichkeiten und 2014/15 folgte der folgerichtige Schritt zu den Mattersburg Amateuren. Auch dort zählte er zum Stamm, ehe ihn ein Kreuzbandriss stoppen sollte. Er kämpfte sich zurück und musste gleich den nächsten Schock hinnehmen: wieder das Kreuzband und der Traum vom Profi-Dasein erlitt einen Knacks. 2016/17 machte er so nur zwei Spiele für die Zweitauswahl des Ex-Bundesligisten und zur Folgesaison ging es zurück nach Neuberg. Dort spielte er viel, konnte den Abstieg aber nicht verhindern.

Der SV Eltendorf rückte danach auf den Plan und holte sich den heute 24-Jährigen. Die SVE-Zeit war dann ebenfalls von Verletzungen überschattet und so wirklich kam er nicht in Tritt. Die Corona-Saison 2019/20 verpasste er komplett und erst im Sommer kam es bei seinem Stammverein zum sportlichen Comeback. Mit wahnsinnigen Erfolg, denn je mehr Spiele Kantauer hatte, desto besser wurde er, wobei er selbstkritisch ergänzt: „13 Tore sind ganz gut, es hätten aber auch mehr sein können. Da ärgere ich mich nach den Spielen oft.“

Neuberg-Fans können vorsichtig aufatmen

Zufriedener zeigte er sich da schon mit dem generellen Auftritt des langjährigen Süd-Krösus: „Die Hinrunde würde ich als sehr erfolgreich bezeichnen. Die letzten Jahre verliefen für den SVN mit den Abstiegen aus der Regionalliga und Landesliga nicht immer gut, aber die derzeitige Mischung passt einfach.“

Und das Wichtigste dabei: das Knie hält. „Das ein oder andere Mal zwickt es zwar, aber mit dem komme ich gut zurecht.“

Wie geht es mit ihm weiter? Schon nach nur wenigen Einsätzen traten höherklassige Vereine auf den Plan und buhlten um den Stürmer. Dieser blockt fürs Frühjahr ab – zumindest Stand jetzt: „Mit ziemlicher Sicherheit werde ich 2021 dann noch das SVN-Trikot tragen. Mein Ziel ist es einfach, auch wenn Obmann und Trainer es vielleicht nicht gerne lesen, mit Neuberg in die Landesliga aufzusteigen. Dort gehört ein Verein wie der SVN auch ganz einfach hin.“

Man mag ihm angesichts der glorreichen Historie gar nicht widersprechen. Neuberg soll wieder jemand werden. Auch wegen Kantauer: „Dieser Verein ist ganz einfach eine Herzensangelegenheit für mich. Ich fühle mich dort sehr wohl und komme auch mit allen gut aus. Zudem fand ich nach meinen ganzen Verletzungen immer wieder den Spaß, was auch am SVN liegt. Ich will nun meinen Teil dazu beitragen, dass es dem Verein gut geht und dieser auch erfolgreich ist.“ Der erste Teil wäre dabei schon geschafft.