Verena Eberhardt: „Keine gute Idee zu fahren“. Verena Eberhardt will in Zeiten wie diesen nichts riskieren und lässt die Titelkämpfe in Bulgarien aus.

Von Daniel Fenz. Erstellt am 14. November 2020 (00:13)
Nützt die freie Zeit derzeit mit ihrem Freund. Verena Eberhardt mit Ymen van der Meij, der selbst den Radsport ungemein liebt. Zuletzt ließ Eberhardt die EM in Bulgbarien sausen.
Eberhardt

Es war für die Athletin aus St. Martin in der Wart sicher keine einfache Entscheidung. Die Europameisterschaft auf der Bahn in Bulgarien findet nämlich ohne burgenländische Beteiligung – in Form von Verena Eberhardt – statt. „Bulgarien kämpft momentan richtig mit Corona und seinem Gesundheitssystem. Wir haben gelesen, dass die Polizei für Krankentransporte einspringen muss, da die Rettungssanitäter ausgelastet sind. Warum unter solchen Umständen überhaupt eine Großveranstaltung in einer Halle durchgezogen wird, ist fraglich.“

Eberhardt wollte das Risiko nicht eingehen

Da sowohl Österreichischer Radsportverband als auch die Versicherung nicht hinter der Reise nach Bulgarien stehen, sah die Südburgenländerin keinen Sinn darin, privat auf eigene Kosten und in Eigenverantwortung teilzunehmen. „Ich entschied mich daher gegen einen Start. Die Möglichkeit wäre mir durchaus offengestanden.“ Die EM fährt sowieso auf Sparflamme, nannten nur 14 der 24 Nationen. „Vier davon sagten gar noch kurzfristig ab“, berichtet die 25-Jährige von den jüngsten Entwicklungen. Die Sportlerin aus dem Ortsteil der Stadt Oberwart wäre liebend gerne bei den Titelkämpfen dabei gewesen, auch weil Edelmetal durchaus im Bereich des Möglichen gewesen wäre. „Die Chance auf eine Medaille wäre groß. Aber im Vergleich zu den möglichen Risiken, dazu die Angst im Hinterkopf – es ist keine wirklich gute Idee dort zu fahren.“ Daher geht es für sie erstmals früher als geplant in eine ruhigere Trainingsphase, „und hoffentlich gibt es dann im Jahr 2021 eine Europameisterschaft, an der wir alle teilnehmen können.“