Harald Schneller: „Im Vorjahr waren wir noch demütig“. Harsche Kritik an der Einstellung seiner Elf übte Großpetersdorf-Obmann Harald Schneller. Ihm missfiel einiges.

Von David Marousek. Erstellt am 18. Oktober 2020 (01:34)
Führungsspieler gefragt. Nach dem 2:3 gegen Dt. Kaltenbrunn hing bei Thomas Tiefengraber (r.) und dem SV Großpetersdorf der Haussegen schief. In Neuhaus steht man nun in der Pflicht.
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Was beim SV Großpetersdorf im Vorjahr bis zur Corona-Saisonannullierung noch leicht von der Hand ging, klappt in der neuen Spielzeit nicht mehr. Beim 2:3 gegen Dt. Kaltenbrunn verlor man nun schon zum dritten Mal auf heimischer Wiese (1:4 gegen Kemeten, 1:3 gegen St. Michael). Der Abstand auf Unterschützen ist mit sieben Zählern schon groß und auch Welgersdorf, Kaltenbrunn und Oberdorf, diese gar mit einem Spiel weniger, stehen vor der Elf von Andi Konrad. Man wusste im SVG-Lager, dass das letzte Jahr aufgrund der vielen Siege eine Ausnahme bildete. Dass es aber so schwer werden würde, war nicht eingeplant.

Seinen Kader veränderte man über den Sommer kaum. Einige junge Kicker verließen den Traditionsverein, andere stießen hinzu und dennoch wirkt das Gebilde extrem fragil. „Kaltenbrunn erzielte bis dato null Tore aus Standards, gegen uns trafen sie dreimal nach ruhenden Bällen. Wir sind in Schönheit und auch in Dummheit gestorben“, sagte Großpetersdorf-Obmann Harald Schneller, der ein Einstellungsproblem witterte: „Fünf, sechs laufen und arbeiten und die anderen spielen die beleidigte Leberwurst. Wer jetzt noch glaubt, dass es ein Selbstläufer für uns wird, ist eindeutig fehl am Platz.“

Wie findet man wieder zurück in die Spur? Die Klasse ist unbestritten, aber auch nur, wenn alle immer alles geben. „Im Vorjahr waren wir noch demütig und dachten nur von Spiel zu Spiel. Heute denken einige Herren, wir hätten die Champions League gewonnen. Das kotzt mich an“, so Oberhaupt Schneller, dessen Elf nun zur Bewährungsprobe nach Neuhaus reist: „Dort war es schon zu meiner aktiven Zeit total unangenehm.“