Rudi Hoanzl nicht mehr Kukmirn-Trainer: „Es geht mir ums Prinzip“

Rudi Hoanzl ist nicht mehr Trainer beim Tabellenzweiten. Wie kam es dazu?

Erstellt am 29. November 2021 | 02:55
Lesezeit: 2 Min
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Abgang. Trainer Rudi Hoanzl und der SV Kukmirn gehen überraschend getrennte Wege. Ein Nachfolger stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest.
Foto: Marousek

Es war eine für den SV Kukmirn in den letzten Jahren eher „untypische“ Hinrunde: ruhig, gelassen, mit einer fast perfekten Mannschaftsstimmung. Punktegleich lachten die Kicker aus dem Apfeldorf mit Unterschützen von der Tabellenspitze. Bis zum vergangenen Freitag war auch alles eitel Wonne. Doch seit diesem Tag ist der Kukmirner Rudi Hoanzl nicht mehr Trainer beim langjährigen 2. Liga-Klub.

Vor zwei Wochen seien erste Meinungsverschiedenheiten über das vereinbarte Zahlungssystem gekommen. „Es ist eigentlich eine Kleinigkeit, aber es geht mir ums Prinzip“, erklärte Hoanzl der BVZ. Im weiteren Verlauf des Gesprächs habe „Figaro“ dem Verein seinen Rücktritt angeboten, welcher zu seiner eigenen Überraschung angenommen wurde. „Da war ich traurig, enttäuscht, überrascht. Keiner versuchte ein Gespräch mit mir zu führen und mich zu überzeugen.“ Es sei ihm nie ums Geld gegangen, aber „was mir zusteht, das steht mir zu.“

„Wie ein Reifenplatzer vor der Ziellinie“

Sportlich hätte es für die Kukmirner fast nicht besser laufen können, nur hinter dem Über-Team aus Unterschützen lag der SVK und das trotz einer suboptimalen Vorbereitung. „Wir hatten knapp vor der Meisterschaft noch keine fertige Mannschaft und dann sind wir so weit vorne. Der Vorstand hat dann kurzfristig noch gute Leute geholt und wir hatten eine super Truppe“, so Hoanzl. Es sei für den Kukmirner die „wahrscheinlich beste Truppe der letzten 15 Jahre“, die er trainiert habe und „charakterlich eine super Mannschaft.“ Der scheidende Trainer wünschte seinen Spielern auf jeden Fall alles Gute. „Das ist, wie wenn man 500 Meter vor der Ziellinie in einem Autorennen einen Reifenplatzer hat“, haderte Hoanzl mit dem Aus.
Seine persönliche Zukunft soll jetzt erst einmal ohne Fußball ablaufen: „Ich glaube, für mich war es das jetzt. Man soll zwar niemals nie sagen, aber in den nächsten Wochen will ich eigentlich nichts vom Fußball hören. Kukmirn bleibt aber immer mein Herzensverein.“
Kukmirns Obmann-Stellvertreter Jürgen Szeidl zur überraschenden Trennung: „Rudi hat es nicht mehr gepasst. Es war eigentlich optimal mit ihm, wir sind aber im Guten gegangen.“ Dass die kurzfristige Trennung nicht gerade optimal sei, musste sich auch Szeidl eingestehen. Jetzt läuft auf jeden Fall schon die Suche nach einem Nachfolger. „Das wird aber noch etwas andauern, wobei wir sehr attraktiv für Trainer sein sollten, weil wir eine erfolgreiche Saison gespielt haben und unsere Mannschaft steht“, erklärte Jürgen Szeidl.