Ervin Bevab: Ein „Schlitzohr“ aus Graz. Ex-Kapitän bei den Sturm Amateuren, Regionalliga-erprobt und dieser Tage wichtiger Part in Markt Allhau: Ervin Bevab über die Vergangenheit und seinen Lieblingsverein.

Von Patrick Bauer. Erstellt am 21. März 2021 (03:16)
Lust auf Allhau. Ervin Bevab, 30 Jahre jung und seit knapp 20 Jahren in Graz lebend, will mit dem UFC, sofern die Saison irgendwie beendet werden kann, den Klassenerhalt schaffen. Dabei wird nicht nur auf seine fußballerischen Fähigkeiten vertraut, auch als interimistischer Trainer oder Scouting-Chef – Neuzugang Matija Durdek kam auf sein Anraten – wird seine Meinung in Allhau gehört und auch geschätzt.
Bauer, Bauer

Wann immer es auch weitergehen mag, Ervin Bevab hat das alles schon gesehen. Gut, die Corona-Pandemie stellt zwar auch für ihn eine Ausnahme dar, aber Abstiegskampf mit dem Vorletzten aus Allhau? In seinem langen Fußballerdasein nur ein kleines Mosaiksteinchen auf der breit gefächerten Karriere-Leiter.

1991 wurde Bevab in Innsbruck geboren. In Tirol sammelte er auch erste Erfahrungen als Kicker, ehe es die gesamte Familie Bevab, mit dem jüngeren Bruder und Ex-Oberwarter Erman, Richtung Graz zog. Knapp „20 Jahre“ sei das nun her, wobei die steirische Landeshauptstadt seine Heimat wurde. Wie auch der SK Sturm Graz, wo er als Jugendlicher und dann später zwischenzeitlich als Profi und noch später für die Amateure auflief. Es sind Erinnerungen, die bleiben, auch wenn er kurzzeitig auch beim „roten“ Stadtrivalen vom GAK tätig war. „Dorthin verbindet mich eigentlich wenig“, erzählt er, um anzufügen: „Ich war ja nur ein Jahr bei ihnen.“ Die Liebe zu Sturm sei da schon anders gepolt: „Dort habe ich viereinhalb Jahre gekickt, war Profi und dann bei den Amas.“

Aus offensiver Position in Richtung Trainer-Amt

„Wir sind mit ihm unglaublich zufrieden, auch wenn er schon ein wenig ein Schlitzohr ist.“

Ewald Musser, Pressesprecher beim UFC Markt Allhau, über Allrounder Ervin Bevab

Wo er als Kapitän und Leithammel die jungen Spieler führte. Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung in der Regionalliga, die ihn 2013/14 sogar zum SV Oberwart trieb. Unter dem damaligen Cheftrainer Klaus Guger spielte er einen offensiven Part, wobei es ihn Zeit seiner Laufbahn immer weiter zurückzog. In Allhau ist er heute mehr Innenverteidiger und versucht von dort aus, der Mannschaft Stabilität zu verleihen. „Ich kann nur das Beste von ihm sagen“, berichtet etwa Allhau-Pressesprecher Ewald Musser, um anzufügen: „Wir sind mit ihm unglaublich zufrieden und er ist ein sehr wertvoller Kicker, der durch seine Freistöße auch eine gewisse Torgefahr mitbringt.“ Der langjährige Verantwortliche schießt mit einem Augenzwinkern hinterher: „Ein kleines Schlitzohr ist er aber schon.“

Eine etwas andere Mentalität eben, die es aber auch braucht, wenn man hoch hinaus will oder eben dort spielte, wo Bevab es tat. Warum es ihn dann nach Allhau zog, analysiert er so: „Ich wollte eine neue Liga kennenlernen und auch eine gewisse Veränderung erleben. Ich kannte schon ein paar Spieler und habe mich bei ihnen erkundigt, ergeben hat es sich aber doch auch zufällig.“

Zweieinhalb Jahre, die Corona-Unterbrechung mit einberechnet, spielt er nun schon für die Truppe von Neo-Trainer Bruno Friesenbichler. Gekommen um zu bleiben, denn: „Mir gefällt es sehr gut und wir haben da auch eine super Truppe. Das gilt auf und abseits des Platzes.“ Dabei weiß er aber auch, dass bis zur Corona-Unterbrechung im Herbst beim derzeit Vorletzten nur wenig bis gar nichts zusammenlief. „Wir kamen gut in die Saison, verloren dann aber viele Spiele extrem knapp. Ich weiß, dass wir mehr Qualität haben, als es der Tabellenplatz derzeit zeigt.“

Neuer UFC-Chef ist Bevab schon bekannt

Federführend war zwischenzeitlich auch Bevab, denn nach dem Aus von Ex-Coach Herbert Oberrisser übernahm er zum schon dritten Mal interimistisch das Amt als Spielertrainer. Das wird auch sein kommender Weg sein, denn Fußball wird immer ein großer Teil seines Lebens sein. Weil er Freundschaften schafft und man im Gespräch bleibt. Mit dem heutigen Hartberg-Trainer Markus Schopp etwa, den Bevab bei den Sturm Amas als Coach hatte. Oder auch mit Friesenbichler, dem er einige Male als Gegner begegnete, wenn es gegen Hartberg oder Weiz ging. Es waren immer unangenehme Duelle, die der heutige Projektmanager eines Daimler-Autohauses im Grazer Bezirk Raaba mit dem neuen „Chef“ ausfocht. Auf Augenhöhe, intensiv, aber immer sportlich fair. Das ist Ervin Bevab, wie er fußballerisch leibt und lebt. „Wir haben uns schon ausgetauscht, auch wenn wir uns noch nicht persönlich kennen. Ich hoffe, das folgt endlich bald.“