SV Oberwart: Gesucht – auch gefunden?. Noch kein Spiel für den neuen Klub absolviert und dennoch schon voll integriert: Ex-Allhau-Kapitän Laszlo Sütö, der zuletzt in Steinberg kickte, will es nun noch einmal wissen.

Von Patrick Bauer. Erstellt am 19. März 2021 (04:02)
Es geht auch spektakulär. Eigentlich ist Ex-Allhauer Laszlo Sütö mehr fürs Grobe bekannt, ab und an zeigt er aber auch seine fußballerischen Fertigkeiten. Die sind ausgeprägt und der 36-jährige Ungar will es wieder wissen.
BVZ

Wenigstens wieder Einzeltrainings. So ähnlich stuft man derzeit beim SV Oberwart die Lage ein. Man erfreut sich an der Möglichkeit, mit Ball zu arbeiten und sei es auch noch so banal. Ein Pass hier, ein Schüsschen da – viel mehr ist angesichts der Verordnungen der Bundesregierung gar nicht drin. Und dennoch kann man solche einfachen Übungen mit Leben füllen. Wenn man die Ressourcen mit der nötigen Leidenschaft verbindet, um sich mit jedem Ball-Kontakt zu verbessern. Diese Gabe ist bei Oberwarts Neo-Trainer Florian Hotwagner gegeben. Meint zumindest Winter-Zugang Laszlo Sütö.

Und dieser muss es auch wissen, war er doch vor seiner Allhau-Zeit (2013 bis 2019) als Profi in Ungarn unterwegs. Für MTK Budapest spielte er in der höchsten Klasse des Landes, während er auf seinen Leihstationen in Siofok, Pecs oder Vasas zumindest in der zweithöchsten Liga tätig war. „Er ist davon irrsinnig angetan und meldet sich quasi nach jeder Einheit bei mir“, schmunzelt Sportkoordinator Peter Lehner gegenüber der BVZ, der federführend für die Verpflichtung über den Winter war.

Nach dem Aufstieg mit den Allhauern 2015/16 und der folgenden Konsolidierung in der Burgenlandliga, entschied sich Sütö nämlich kürzerzutreten und mit dem SV Steinberg in der 2. Liga Mitte zu kicken. Dort war er in der Hinrunde sogar als Stürmer unterwegs, was der geborene Innenverteidiger nur so nebenbei mitnahm. Er war froh, als der SVO im Winter einen Innenverteidiger suchte und Lehner sich an seinen ehemaligen Mitspieler zu Allhauer Zeiten erinnerte.

Offen gibt der SVO-Verantwortliche zu, dass es auch andere Kandidaten für die „Problemzone“ des Tabellenneunten gab, aber sich nach und nach die Meinung bekräftigte, Sütö sei genau der richtige Mann für diese Mannschaft. Eigentlich wollte man ohne Legionäre antreten, aber weil der Vertrag nur bis zum Sommer Gültigkeit besitzt, nahm man diesen Umstand vorübergehend in Kauf. Zu ungewiss war die Lage und sportlich ist man nach hinten nicht so weit abgesichert, um es ohne externes Zutun zu überbrücken.

So trat Sütö auf den Plan, der den jungen Nebenleuten wie Thomas Kandl-hofer oder Kilian Koch weiter zeigen soll, was es heißt, Siegermentalität und Ausstrahlung zu vermitteln. Zumindest wenn man Sütö aus Allhau kennt, denn in Steinberg war das nicht immer so. „Er schöpfte zuletzt sicher auch neue Motivation. Er meinte auch zu mir, dass er sich wieder wie ein Kicker fühlt“, so Lehner, der bei einem 100 Prozent fitten Sütö anmerkte: „Den habe ich immer lieber in meiner Mannschaft.“ Klar ist, noch konnte er nicht zeigen, wie viel vom „Süti“ aus Allhau übrig ist. Kein Spiel wurde bis dato absolviert, kein reguläres Training abgehalten und Kandlhofer oder Koch kennt er auch nur aus der SVO-WhatsApp-Spielergruppe.

Weil es aber schön langsam an eine vorsichtige Kaderplanung geht, muss man sich beim Traditionsverein die Frage stellen, ob man mit dem in Hartberg arbeitenden Ungarn weitermachen will. Die Tendenz geht zu einem „ja“, ohne die wirkliche Leistungsfähigkeit des knochenharten Innenverteidigers abschätzen zu können. Gute Trainingseindrücke sind das eine, der Spieltag ein komplett anderer. „Er hat Blut geleckt und die Stürmer der Liga kennen ihn noch. Zu spaßen ist mit ihm sicher nicht“, ist man fast schon geneigt Lehner zuzustimmen.