Christian Illedits: „Fortbestand ist das Ziel“. Wie geht es nach dem Bilanzskandal rund um die Commerzialbank Mattersburg mit der Fußballakademie (AKA) Burgenland weiter? Es braucht Anteils-Klarheit.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 23. Juli 2020 (02:59)
Gründungszeit. Christian Illedits, nunmehriger Aufsichtsratsvorsitzender, Ex-BFV-Präsident Karl Kaplan, SVM-Boss Martin Pucher, AKA-Geschäftsführer Oliver Snurer sowie Bauunternehmer Richard Woschitz (v.l.), der operativ hinter der Errichtung steht, im September 2009.
Gregor Hafner

Seit die Fußballakademie Burgenland im Jahr 2009 ihre Pforten geöffnet hat, ist sie auch ganz eng mit dem SV Mattersburg verstrickt. Der Bundesligist (dessen Profi-, Amateur- und Nachwuchsabteilung vor Ort neben den Akademie-Teams bislang das Exklusivrecht genossen hat) ist der Kooperationsverein der Landesakademie, deren Lizenznehmer der Burgenländische Fußballverband (BFV) ist und die am Standort Mattersburg beheimatet ist.

Macht in Summe mit Land, SVM, BFV und Stadt vier Eigentümer, wobei die Anteile zwei Big Player ausweisen: das Land Burgenland und den SV Mattersburg. Beide zusammen halten, was den laufenden Betrieb betrifft, 80 Prozent. Inklusive der noch fälligen laufenden Kosten für die Errichtung bedeutet das jährlich knapp eine Million für das Land und etwa 800.000 Euro für den SV Mattersburg (siehe Infos unten).

Inwiefern der SVM weiterhin Anteile halten kann, ist aufgrund des Bilanzskandals rund um die Commerzialbank Mattersburg und dem darauffolgenden Aus des wichtigsten Geldgebers des Bundesligisten die große Frage. Diesbezüglich soll noch in dieser Woche ein Eigentümergespräch für Klarheit sorgen. Dass es zu Veränderungen der Kräfteverhältnisse kommen wird, glaubt Christian Illedits, AKA-Aufsichtsratsvorsitzender: „In der bisherigen Form wird es die Akademie nicht mehr geben, davon ist auszugehen. Trotzdem ist der Fortbestand das Ziel.“ Der Vertreter des Landes Burgenland und Sportlandesrat betont hier, dass „wir nach den vielen Investitionen und den Anstrengungen schon im Fokus haben, dass die Akademie als Ausbildungszentrum für Spitzenfußball weiterlaufen soll.“

Organisation: Unklarheit hier, Trainingsstart da

Ob und in welchem Umfang das Land Burgenland einspringt, sollte der SV Mattersburg (falls sich dort kein Investor findet) anteilsmäßig zurückstecken oder wegfallen, wird die große Frage sein. „Es gibt sonst keine Alternative“, weiß Illedits, dass das im Fall des Falles die einzige Möglichkeit wäre. In diesem Zusammenhang stellte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil fest: „Wir werden uns intensiv um die Akademie bemühen. Viele Eltern und Kinder fragen sich, wie es weitergeht. Mit den beiden weiteren Vertretern, Stadt und Burgenländischer Fußballverband, wird es diese Woche erste Gespräche geben. Und ich gehe davon aus, dass der Betrieb mittelfristig weitergeführt werden kann.“

Als wahrscheinlich gilt auch, dass die Infrastruktur der Akademie künftig breiter genutzt werde. Plan B sozusagen, der laut Doskozil bereits länger in der Schublade liege. Hier ist die Rede von einem Landessportzentrum Nord, in deren Komplex dann eben auch Fußball nach wie vor Thema sei. Fragt sich nur, was dann aus dem VIVA-Landessportzentrum im nahen Steinbrunn werden würde. Illedits: „Sollte das im Fall der Fußballakademie tatsächlich schlagend werden, muss man sich die Sinnfrage betreffend VIVA definitiv stellen.“

Sportlich startete das Training für die neue Saison übrigens gestern, Mittwoch, mit der neuen U15. U16 und U18 folgen am Montag. Zumindest ein wenig Normalität gibt es dieser Tage auf den Plätzen der Fußballakademie Burgenland.