Kapitän Andreas Dober: „Es fehlt uns an nichts“. ASV Siegendorf-Kapitän Andreas Dober (34) will mit seinen Kollegen unbedingt in die Ostliga aufsteigen. Die härtesten Konkurrenten um den Titel? „Wir können uns nur selbst schlagen.“

Von Philipp Frank. Erstellt am 23. Februar 2021 (03:23)
Nicht einmal ein Gipsverband konnte Andreas Dober stoppen. Er brennt genau wie seine Kollegen auf den Meisterschaftsstart.
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Nicht nur beim ASV Siegendorf brennen schon alle auf den Saisonstart. Routinier und Kapitän Andreas Dober freut sich schon mit seinen Mannschaftskollegen darauf, dass es endlich los geht. „Seit November absolvierten wir ein leichtes Heimprogramm, seit Jänner gibt jeder daheim Vollgas“, berichtet der Leithammel des großen Titelanwärters.

Der Kader umfasst zweifelsohne die klingendesten Namen in der gesamten Burgenlandliga. Wer am Ende dann spielen wird, sieht Dober als schwierige Aufgabe bei Coach Josef Kühbauer: „Wir haben einen sehr guten und großen Kader. Wenn da alle fit sind, will ich nicht in der Haut unseres Trainers stecken. Es ist sicher nicht einfach, diese verschiedenen Charaktere bei Laune zu halten. Wer aber jetzt in der Corona-Pause selber nichts gemacht hat, der schneidet sich ins eigene Fleisch. Der Konkurrenzkampf um die Stammleiberl ist groß.“

Beim Heimprogramm holen sich gerade noch alle den letzten Schliff und die Grundlagen für ein erfolgreiches Frühjahr, wie der 34-Jährige hofft: „Jeder muss körperlich auf der Höhe sein, damit wir dann, wenn es wieder erlaubt ist, endlich mit dem Ball Vollgas geben können. Da haben wir keine Zeit, den einen oder anderen mitzuziehen.“

„Wir selber sind unser härtester Gegner.“ Andreas Dober über die größten Konkurrenten im Kampf um den Meistertitel

Der ehemalige Bundesliga-Profi hält sich selbst mit vier bis fünf intensiven Fitness-Einheiten pro Woche via Internet fit. „Ich bin auf einem guten Level, besser, als ich es damals im Oktober war.“ Auch die bevorstehenden Doppelrunden im Frühjahr – Siegendorf steht erst bei sechs Partien und wird einige Nachtragsspiele einschieben müssen – sieht er nicht als allzu große Belastung: „Das ist sicher kein Nachteil, so ist man immer im Rhythmus. Dafür trainieren wir ja auch die ganze Zeit. Ich gebe es aber ehrlich zu: Mir ist ein Match 1000-mal lieber als ein Training“, schmunzelte der ehemalige Rapid-Kicker.

Die Vorbereitung werden die Siegendorfer jedenfalls wieder im VIVA- Landessportzentrum in Steinbrunn absolvieren. „Das ist optimal dort, es fehlt uns an nichts. Wir bekommen dauernd neue Dressen, neues Trainingsgewand, haben einen Physiotherapeuten und einen Masseur. Wir müssen uns um nichts kümmern, außer, dass wir am Wochenende unsere beste Leistung abrufen und voll da sind.“

Ergo ist das große Ziel von Andreas Dober und Co. für die restlichen Meisterschaftsspiele klar: „Der Aufstieg! Wir wollen und wir müssen rauf – alles andere wäre eine Enttäuschung.“ Eine weitere Annullierung, so wie in der Vorsaison, steht für den Siegendorf-Kapitän übrigens nicht zur Debatte.

„Diese acht Runden müssen und werden wir durchbringen. Wenn wir es bis zum 26. Juni nicht schaffen, dann muss sich der Burgenländische Fußballverband etwas überlegen“, so der Wahl-Tullner, der auch gleich einen Vorschlag parat hat: „Ich habe mich bei einigen Bundesliga-Klubs umgehört. Die Corona-Tests kosten die Vereine in der Woche 300 Euro. Man muss ja nicht jede Woche testen und trainieren, aber drei von vier Wochen wären sicher möglich und die Summe für die Tests ist auch zu stemmen. Dann könnten wir schon längst trainieren. Oder man muss dann andere Lösungen finden.“

„In unserem Team steckt Moral und Charakter“

So oder so wartet ein sportlich interessanter Kampf um den Titel in der Burgenlandliga. Während in der Vorwoche Siegendorf-Präsident Peter Krenmayr noch Deutschkreutz, Pinkafeld und Ritzing als die härtesten Konkurrenten auf den Titel bezeichnete, sieht das Andreas Dober ganz anders: „Wenn wir normal spielen und unsere Leistung abrufen, dann kann uns keiner stoppen. Die Gegner müssen sich in die Hose machen, wenn wir kommen. In unserer Mannschaft steckt Moral und Charakter, das haben wir im Herbst auch schon bewiesen. Wir können uns auf dem Weg zum Titel nur selbst schlagen.“