Mattersburger Sportverein 2020. Das Aus für den SV Mattersburg bedeutete nicht nur, dass in der kommenden Saison keine Bundesliga- und Amateurmannschaft um Punkte kämpft, sondern dass auch keine Nachwuchsmannschaften gestellet werden. Bereits im Vorfeld der außerordentlichen Generalversammlung wurden daher Pläne geschmiedet, eine Neugründung eines Mattersburger Fußballvereins für sämtliche Nachwuchsmannschaften umzusetzen.

Von Bernhard Fenz und Richard Vogler. Erstellt am 13. August 2020 (03:01)
Die MSV 2020-Führungsriege: Vorstandsvorsitzender Manfred Strodl (2.v.l.) sowie die Vorstandsmitglieder Markus Draxler, Michael Harrer und Martin Deischler (v.l.).
Vogler

Die Telefone liefen heiß, und noch am selben Abend erklärte sich der Mattersburger Manfred Strodl (der Öffentlichkeit ist er als Gründer der Firma MSBau bekannt) bereit, beim geplanten Verein als Vorsitzender zu fungieren. Ein Treffen für den darauffolgenden Tag wurde fixiert, wobei sich dann auch zehn Interessierte einfanden, um sich noch am selben Tag bereit zu erklären, für den Verein tätig zu sein. Neben Strodl werden zunächst einmal Michael Harrer, Markus Draxler und Martin Deischler Vorstandsmitglieder sein.

„Als ehemaliger Fußballspieler des SV Mattersburg und danach als Zuseher hatte ich eine langjährige Beziehung zum Verein. Nachdem in der Vorwoche die Entscheidung gefallen ist, den Verein zu beenden, habe ich mich dazu entschlossen, beim Neustart mitzuwirken“, so Strodl. Der neue Verein ist für Strodl „vor allem eine Herzensangelegenheit. Das Aus des SV Mattersburg hat auch bedeutet, dass rund 130 Kinder nicht mehr Fußball spielen können. Das können wir nicht zulassen. Es war für uns wichtig, die Neugründung so schnell wie möglich voranzutreiben. Wir wollten rasch ein positives Zeichen setzen und dass die Kinder auch weiterhin trainieren können.“

Bürgermeisterin Ingrid Salamon war bei den Gesprächen vor Ort und sagt: „Natürlich ist es der Stadtgemeinde ein großes Anliegen, dass trotz des bedauerlichen Endes für den SV Mattersburg die Kinder auch weiterhin die Möglichkeit haben werden, dem Fußballsport nachzugehen. Der neue Verein hat unsere vollste Unterstützung.“

Am Montagvormittag fand bereits die Gründungssitzung statt, wobei auch der Vereinsname festgelegt wurde: „Mattersburger Sportverein 2020“, kurz MSV 2020. Ein neues Logo wurde bereits kreiert, die Klubfarben werden mit Grün-Weiß wie der Vorgängerverein beibehalten.

Die erste Info-Veranstaltung zum neuen Verein fand gestern, Mittwoch (nach Redaktionsschluss) im Florianihof statt.

Geklärt werden muss jetzt noch, wo der Trainingsbetrieb der zahlreichen Teams stattfinden kann. Aktuell schwitzen die Kinder – da der SVM Mitgesellschafter der Fußballakademie Burgenland war – eben in der Akademie. Ob das so bleibt? Seitens des Landes wurde aus dem Büro von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil auf die erste Vereinbarung der Eigentürmer-Vertreter nach dem Commerzialbank-Bilanzskandal hingewiesen, dass der Akademie-Nachwuchs bis auf weiteres wie gewohnt trainieren könne. Das gelte ebenfalls für die grün-weißen Kinder, die ja auch im Interesse der Stadtgemeinde als AKA-Gesellschafter aktiv bleiben sollen.

Kurzfristig wird also die Möglichkeit zum Fußballspielen für die Mattersburger Kinder geschaffen. Und langfristig? Strodl: „Wir wollten Schritt um Schritt setzen, nun gilt es einiges an organisatorischem Aufwand zu erledigen. Natürlich muss ein längerfristiges Ziel sein, dass es wieder Erwachsenenfußball – sprich einen Kampfmannschaftsbetrieb – in Mattersburg gibt. Es gibt jene Spieler, die im kommenden Jahr aus der U16 rausfallen und auch viele Mattersburger, die bei anderen Vereinen spielen. Auch diesen soll nach Möglichkeit eine Alternative angeboten werden.“