Mattersburg stellt Spielbetrieb ein. Drei Wochen nach dem Ende der Commerzialbank, Hauptsponsor des SV Mattersburg, ist nun auch der Klub selbst am Boden. Der Spielbetrieb wird eingestellt.

Von Martin Ivansich. Erstellt am 05. August 2020 (19:30)
Der SV Mattersburg ist am Ende
Archiv

Mit viel Spannung blickte heute ganz Fußball-Österreich nach Mattersburg, wo der SVM seine Mitgliederversammlung abhielt. Dort konnte der aktuelle Vorstandsvorsitzende des Vereins, Hans Georg Deischler, den anwesenden Mitgliedern aber keine gute Nachricht übermitteln. Ganz im Gegenteil. Der SVM beantragt ein Insolvenzverfahren, der Spielbetrieb wird eingestellt. Die Malversationen rund um den langjährigen Vereinspräsidenten Martin Pucher haben auch den SVM mit voller Härte getroffen. Es konnte in den vergangenen drei Wochen, in denen Deischler und das verbliebene Vorstandsteam rund um die Uhr an einer Lösung arbeiteten, kein Sponsor gefunden werden – zu groß war für alle die Skepsis, wobei der eine oder andere Gönner sogar bereit gewesen wäre zu investieren.

Immerhin fanden bereits Hausdurchsuchungen beim Klub statt, Computer wurden beschlagnahmt und das Vereinsbüro wurde polizeilich versiegelt. Verträge sollen fingiert, Sponsorgelder aufgeblasen und Bilanzen frisiert sein. Weiters stehen Forderungen an den SVM im Raum. Der Masseverwalter in der Causa Commerzialbank kann vom SVM  rückwirkend Ansprüche geltend machen. In Summe zu viel, um finanzstarke Geldgeber ins Boot zu holen und jetzt gibt auch der verbliebene Vorstand auf. Der SVM kommt damit der Bundesliga zuvor, nimmt dieser die Lizenzentzugs-Entscheidung ab. Eine Eingliederung in die Regionalliga, so wie es 2016 der SV Grödig nach dessen Rückzug aus der Bundesliga machte, spielt es nicht. In Mattersburg wird in Zukunft also weder Regionalliga Ost noch 2. Klasse Mitte-Fußball zu sehen sein.