Burgenland Extrem Tour: Jubiläum im neuen Zeitfenster. Das Event geht heuer in die zehnte Runde um den Neusiedler See, allerdings nicht Ende Jänner, sondern diesmal im März.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 02. Januar 2021 (04:45)

Nun ist es fix: Die zehnte Ausgabe der 24 Stunden Burgenland Extrem Tour wurde verschoben. Für die Teilnehmer ändert sich, bis auf den Termin, aber nichts. Statt am 22. Jänner startet die xtremwander-Runde um den Neusiedler See nun erst am 12. März — sofern die Pandemie es zulässt.

Auch die Verschiebung wird die zähsten und motiviertesten Marsch-Fans des Landes nicht abhalten, auf einer der vier unterschiedlichen Streckenlängen („Trails“) ihr Bestes zu geben.

„Bei der ersten Ausgabe waren Triathleten und Landesliga-Kicker. Durchgekommen sind aber eher die Hackler-Typen als die mit Pulsuhr und Laufhose.“Martin Krumpeck

Mit dabei sind bei der heurigen Jubiläumsausgabe auch zwei besonders fleißige Teilnehmer der Tour-Geschichte: Josef Schaffarich und Martin Krumpeck. Beide sind seit der ersten Auflage des Events Stammgäste.

Der 62-jährige Schaffarich musste beim ersten Versuch noch nach 60 Kilometern aufgeben, ein weiteres Mal war nach drei Viertel der Strecke wegen Kreislaufbeschwerden Schluss. Ansonsten hat Schaffarich bisher jedes Mal die volle Distanz absolviert und über 120 Kilometer die Zähne zusammen gebissen. „Ich marschiere täglich zehn Kilometer. Dann hab ich von der Tour gehört und beschlossen es zu probieren“, erinnert sich der Extrem-Geher.

Aus den Fehlern der Premiere hat er jedenfalls gelernt: „Schlecht vorbereitet, unpassendes Outfit. Ich habe alles falsch gemacht, was man falsch machen kann.“ Nach der Hälfte der Strecke warf er schließlich das Handtuch, der Ehrgeiz war allerdings bereits geweckt und Schaffarich heiß auf die nächste Runde. Auch Mammut-Märsche über 100 Kilometer hat der Parndorfer bereits in den Beinen. Die Strapazen „halten scheinbar jung. Ich könnte ja vom Alter her schon fast bei den Golden Walkers mitgehen“, scherzt der Nordburgenländer.

Jedes Jahr sei ein anderer Freund an ihn herangetreten und habe ihn überredet nochmals zu starten. Einfach ist es jedoch nicht die Tour gemeinsam zurückzulegen. „Man muss sein eigenes Tempo durchziehen und darf sich nicht hetzen oder aufhalten lassen. Sonst kommt man nicht über die 120 Kilometer“, so Schaffarich. Er selbst peilt in der Regeln einen Schnitt von 6 km/h an. So erreicht er das Ziel inklusive Pausen dann in etwa 22 Stunden.

„Den Schmerz vergisst man, der Stolz bleibt“

Das Highlight der Tour ist für den Parndorfer — sofern das Wetter es zulässt — in Fertörakos erreicht. Dort marschiert man über eine kleine Anhöhe und sieht den Sonnenaufgang über dem See. Einen schönen Blick auf den See hat man dann erst wieder zwischen Illmitz und Podersdorf, dann allerdings schon bei Sonnernuntergang. Auch die härteste Stelle der Tour ist schnell ausgemacht. Wer an eine „Bergetappe“ denkt, irrt allerdings.

„Am schwersten ist es, nach der Pause in Apetlon wieder loszumarschieren. Da wird es kritisch und man braucht wirklich Überwindung wieder durchzustarten.“ Im Ziel angekommen, rücken dann aber Kampf und Krampf doch dezent in den Hintergrund. „Den Schmerz vergisst man, der Stolz bleibt.“

Die meisten Kilometer aller Teilnehmer hat aber Martin Krumpeck aus Schützen in den Beinen. Der 47-Jährige absolvierte bei allen neun Ausgaben der 24 Stunden Burgenland Extrem Tour die vollen 120 Kilometer. Wirklich trainieren kann man für das Event kaum, erklärt er der BVZ. „Bei der ersten Ausgabe waren Triathleten und Landesliga-Kicker. Durchgekommen sind aber eher die Hackler-Typen als die mit Pulsuhr und Laufhose.“

Krumpeck, der seine Kondition bei der Forstarbeit im Wald trainiert, hat die Runde um den See schon unter 18 Stunden beendet. Er gehe lieber schnell und fast ohne Pausen, als 30 Stunden gemütlich. „Das fände ich ja noch anstrengender“, so der zähste Geher des Landes. Oft hört man von Sportlern, dass sie nach dem ersten Start nicht mehr genug bekommen konnten.

Nicht so bei Krumpeck: „Ich hab gleich gesagt, dass ich das nie wieder mache. Nach der ersten Tour war ich mit den Kräften am Ende.“ Und doch trat er eben immer wieder an – und das stets bis zum Ende. Doch egal ob Durchkommen oder nicht: Kraft geben einem am Weg stets auch nette Gespräche und neue Bekanntschaften. Die zwei Stammgäste des Events kennen einander so freilich und haben bereits unzählige Kilometer nebeneinander abgespult. Heuer kommen wohl noch einige dazu.