Tokio 2020 soll der Höhepunkt für Luka Wraber werden. Luka Wraber (ASKÖ Neudörfl) will nach Tokio. Dafür geht‘s rund um den Globus für die Weltrangliste an körperliche Grenzen.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 05. April 2019 (02:46)
Sven Heise
Auf dem Weg nach Tokio streckt sich Luka Wraber um jeden Ranglistenpunkt. Erster Zwischenerfolg: Wraber qualifizierte sich für die European Games in Minsk (Weißrussland).

Viermal Staatsmeister, der Titel in der Deutschen Bundesliga und ein Sieg bei einer Europameisterschaft – auf der Karriere-To-Do-List von Luka Wraber ist das alles abgehakt. Ein Punkt fehlt allerdings noch: Der ASKÖ Neudörfl-Spieler will unbedingt zu Olympia.

Tokio 2020 ist für den Wiener Neustädter vielleicht die letzte Chance. 2016 war Wraber denkbar knapp gescheitert, damals hatte er im internen Duell mit dem Vorarlberger David Obernosterer das Nachsehen. Als Qualifikationskriterium wird heute wie damals die Weltrangliste herangezogen. Um dort möglichst weit vorne zu stehen, nehmen die Akteure viel auf sich. Im Falle von Obernosterer zu viel – anhaltende Hüftschmerzen beendeten im März 2017 seine Laufbahn.

Wraber sendete der Körper nach der Rio-Quali ebenfalls Signale, er weiß, worauf es ankommt: „Es bedarf einer sehr guten Planung, viel Körpergefühls und einer durchgehenden Balance zwischen Erholung und Belastung, sowohl körperlich als auch im Kopf.“ Am 20. April beginnt das Qualifikations-Jahr. Weit über 20 Turniere wird Wraber bis 30. April 2020 in Angriff nehmen.

Wraber liegt derzeit knapp hinter dem Cut

In der wöchentlich erscheinenden Rangliste scheint der 28-Jährige derzeit auf Position 101 auf. Und da kommt die Nationen-Quote ins Spiel, bereinigt ist Wraber Nummer 39, liegt damit nur knapp außerhalb der Quotenplätze. Wie viele Akteure in Tokio startberechtigt sind, ist aufgrund des etwas unorthodoxen Quali-Modus nicht genau zu sagen. Nur so viel: 38 sind es jedenfalls, die Top-34 der bereinigten Rangliste plus einige Wildcards.

„Ohne die Länderbegrenzung wäre es nochmals ein großes Stück schwieriger, sich zu qualifizieren, bei mir vermutlich unmöglich“, gibt Wraber offen zu. Im Vorjahr setzte er noch auf Entwicklung, die Rangliste spielte eine untergeordnete Rolle. „Ich habe viele starke Turniere gespielt, aber in der Quali sind alle Turniere stärker besetzt und ich nehme an, dass die jetzt schon absurd hohe Zahl an indischen Spielern bei kleinen Turnieren weiterhin zunehmen wird“, glaubt das Badminton-Ass.

Wenn es mit der Qualifikation klappt, muss aber auch den kühnsten Optimisten bewusst sein, dass eine Medaille außer Reichweite ist. Selbst ein Überstehen der Gruppenphase wäre ein Wunder. Ein Olympia-Tourist will Wraber trotzdem nicht sein, anders als Michael Lahnsteiner (2012) und Obernosterer (2016) soll zumindest ein Sieg in der Gruppenphase gelingen. „Mein Ziel ist weiterhin, nicht nur dabei zu sein. Von den 41 Spielern die 2016 dabei waren, hab ich neun schon geschlagen, weitere fünf bis zehn wären an einem guten Tag möglich.“