Geteilte Meinung zum neuen Ligaformat. Mit Kufstein und Graz kommen zwei Teams dazu. Gespielt wird in einer Ost- und West-Division. Das sorgt bei den rot-goldenen Vereinen für Diskussionen.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 18. Juli 2021 (01:30)

Die nächste Saison der Zweiten Basketball Liga wartet gleich mit einigen Änderungen auf. Neben den Kufstein Towers wird es mit dem Kooperationsteam der Kapfenberg Bulls und dem UBSC Graz, dem sogenannten Future Team Steiermark, gleich zwei neue Mannschaften in der Liga geben. Um die nun insgesamt 14 Teams in einem für Amateure geordneten Ligabetrieb unterzubringen, wurde bei der Teamsitzung zwischen Verband und Mannschaften ein neuer Modus beschlossen.

Trennung in Ost und West als Erleichterung

Die 14 Mannschaften werden nun in eine Ost- und eine West-Conference gesplittet. Weil es jedoch nur sechs West-Teams gibt, werden voraussichtlich die Basket Flames aus Wien als Ost-Team im Westen mitspielen.

 „Ich wäre dafür, dass man sich auf einen Modus einigt und den dann zumindest vier, fünf Jahre spielt.“ Rocks-Obmann Corey Hallett

 „Es wird geografisch eingeteilt, einer aus dem Osten muss aber, aufgrund der ungleichen Anzahl, im Westen mitspielen. Das wird der am besten infrastrukturell angebundene Verein sein“, erklärt Interims-Generalsekretär und Geschäftsführer Johannes Wiesmann gegenüber der BVZ. Deshalb wird die Wahl mit hoher Wahrscheinlichkeit auf den Wiener Verein fallen.

Als Alternative wurde auch eine Einteilung nach „Stärke“ diskutiert. Nach einer absolvierten Saison würden die ungeraden Plätze und die geraden Endplatzierungen in jeweils eine Gruppe aufgeteilt werden. Schlussendlich entschied man sich in der Diskussion jedoch dagegen.

Gründe gibt es hierfür zwei: Erstens wäre die Liga-Einteilung jedes Jahr eine andere, zweitens gäbe es die Möglichkeit, dass Teams keine Derbys mehr im Grunddurchgang hätten, was sich dann klarerweise auch finanziell negativ auswirken würde.

Drei Spiele weniger, etwas späterer Beginn

Für die burgenländischen Teams hat der neue Modus vor allem einen zeitsparenden Vorteil. Die weite Fahrt nach Dornbirn werden sich die drei Mannschaften mit ein wenig Glück womöglich ganz sparen, denn: Gegen seine eigenen Gruppen-Gegner spielt man im Hin- und Rückspiel, gegen die Teams aus der anderen Conference einmal im Grunddurchgang, wobei das Heimrecht noch entschieden wird. Für die berufstätigen Spieler ein Grund zu Freude. „Mir ist die neue Einteilung sehr recht, vor allem, wenn man berufstätig ist. Ich fahre nicht gerne nach Innsbruck, Kufstein und Dornbirn am Wochenende, auch wenn das, wenn es blöd läuft, noch möglich ist“, erklärte Blackbirds-Spieler Christoph Astl im Gespräch mit der BVZ. Statt Hin- und Retour, gibt es jetzt somit drei Phasen im Grunddurchgang. Die jeweils besten vier Teams steigen anschließend in das Play-off auf. Der Saisonstart ist für Anfang Oktober eingeplant.

Trainingsstart für Blackbirds im August

Mitte August starten die Güssinger mit dem Mannschaftstraining, bis dahin halten sich die Spieler selbstständig fit. „Dani [Anm. Headcoach Daniel Müllner] muss uns keine Trainingspläne mehr ausschicken, wir Spieler wissen selber, in welcher Form wir uns befinden müssen“, führt Astl aus, der sich auf der Fitnessanlage im eigenen Garten mit den Klepeisz-Brüdern und anderen Kollegen fit hält. Laut Headcoach Daniel Müllner laufen aktuell noch die letzten Gespräche mit Spielern: „Der Großteil des Kaders bleibt schon fix hier. Falls jemand geht, werden wir aber keine Neuzugänge holen, sondern aus dem Nachwuchs nachbesetzen.“

Ähnlich weit vorangeschritten sind die Kaderplanungen bei den Mattersburg Rocks. Einzig hinter Center Gary Ware steht ein Fragezeichen: „Wir müssen uns überlegen, ob wir einen Profispieler holen oder mit Gary weitermachen. Wir werden das machen, was das Beste für den gesamten Verein ist“, meint Obmann Corey Hallett: „Eine Entscheidung werden wir in den nächsten zwei, drei Wochen treffen.“ Auf die Personalentscheidung der Mattersburger hat der neue Modus freilich keine Auswirkungen, wirklich glücklich ist Hallett mit der 14er-Liga allerdings auch nicht: „Ich wäre dafür, dass man sich auf einen Modus einigt, und den dann einmal zumindest vier, fünf Jahre spielt“, kommentiert der spielende Obmann, der befürchtet, dass es zwischen den beiden Divisionen doch einen großen Leistungsunterschied gibt. So kamen etwa die drei Top-Teams der vergangenen Saison allesamt aus dem Osten: „Letztes Jahr wäre die Ost-Division richtig stark gewesen, aber vielleicht ist nächstes Jahr der Westen stärker“, muss Hallett die Modusänderung ohnehin zur Kenntnis nehmen.

Bei den BBC Nord Dragonz in Eisenstadt kann man der neuen Einteilung dagegen einiges abgewinnen. Nicht nur spart man sich so einmal die langen Wege nach Vorarlberg und Tirol, auch spielt man nun eine Hin- und eine Rückrunde der rot-goldenen Derbys gegen Mattersburg und Jennersdorf — für Fans und Spieler gleichermaßen eine Frohbotschaft. „Noch besser wäre natürlich eine Lösung mit allen 14 Mannschaften in einer Gruppe, aber das ist zeitlich eben nicht drin“, erklärt General Manager Roland Knor. Dazu müsste man mehrere Matches pro Woche ansetzen. „Eine geografisch geteilte Liga ist die einzig sinnvolle Lösung“, findet Knor.

Leichter macht es die Einteilung aber jedenfalls nicht: Qualitativ ist die Ost-Gruppe „definitiv stärker. Das macht den Einzug in die Play-offs natürlich nicht gerade leichter“, so der General Manager. Als Saisonziel hat man heuer bei den Drachen das Semi-Finale ausgegeben. „Wir wollen jedes Jahr ein Stückchen weiterkommen“, so Knor. Trainingsstart ist in Eisenstadt am 23. August.