Sport Austria Finals: „Ein Riesen-Sport-Impuls“. Burgenlands Alt-Landeshauptmann Hans Niessl zog als Präsident des organisierten Sports in Österreich positive Bilanz über die Premiere des Mega-Events in Graz.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 13. Juni 2021 (01:11)

Rund 3.500 Athletinnen und Athleten, 250 Bewerbe, 16 Sportstätten, 5 Tage – in und um die steirische Hauptstadt Graz konzentrierte sich vergangene Woche Österreichs Sportgeschehen im Rahmen der erstmals ausgetragenen Sport Austria Finals. Die Bandbreite der ausgetragenen Staatsmeisterschaften war jedenfalls gewaltig – von Trendsportarten wie Padel, Racketlon oder Ultimate Frisbee über traditionelle Sparten wie das Kunstturnen bis hin zu Special Olympics-Bewerben konnte hier die Plattform genutzt werden. Sport Austria-Präsident Hans Niessl bilanzierte dementsprechend zufrieden: „Diese Konzentration von Sportlerinnen und Sportlern in einer Woche hat es in Österreich noch nie gegeben. Das waren 24 Fachverbände, die in Graz ihre Staatsmeister ermittelten – bis zum Behindertensport. Das ist einzigartig und hat noch Potenzial nach oben. Es war auch eine besondere Herausforderung, das in Zeiten der Pandemie zu organisieren und durchzuführen.“ Naheliegend sei jedenfalls der Bewegungs-Fußabdruck, der bleibt, wie Burgenlands Alt-Landeshauptmann klarstellte: „Diese Sport Austria-Finals sind ein Riesen-Impuls für die Belebung des Sports. Wir wissen aus Studien, dass sich ein Drittel der Menschen in der Pandemie weniger bewegt hat und dass sie im Schnitt an Gewicht zugenommen haben.“ Hier sei es Aufgabe des Sports, die Menschen zu bewegen, um selbst wieder mehr Sport zu betreiben. Die Sport Autria-Finals haben hier laut Niessl nicht zuletzt aufgrund der Vielseitigkeit auch die Breite des Sports angesprochen.

 Rohrbach-Mädels mit Gold und Silber

 KICKBOXEN Zwei Starterinnen schickte der KBC Rohrbach bei den Austria Finals ins Rennen. Die Sieggrabenerin Yvonne Schmidl bestritt ihren ersten Kampf im Pointfight Grand Champion-Bewerb. Gegen die zweifache Europameisterin Anesa Trle aus Kärnten musste Schmidl in die Verlängerung. Da auch dort keine Entscheidung fiel, ging es in das Sudden Death. Als Schmidl der entscheidende Treffer gelang, war der Kampf zu Ende – Gold. Anschließend ging es gleich mit dem Finale in der Klasse bis 55 Kilogramm weiter. Schmidl lieferte Lisa Heim aus Tirol einen Fight auf Augenhöhe, hatte in der Verlängerung mit 10:12 das Nachsehen. „Ich habe mich schon sehr auf das Kämpfen gefreut. Leider konnte ich zum Schluss nicht die nötigen Punkte landen. Ich bin aber sehr erleichtert und glücklich mit meinen zwei Medaillen.“ Mit ihrer Goldmedaille um die Wette strahlte die Draßburgerin Emma Nukic. Im Finale über 70 Kilogramm schlug sie Viviane Gritsch aus Tirol mit 25:20. „Ich bin sehr glücklich über den Erfolg und freue mich auch, dass sich das viele Training ausgezahlt hat, wobei ich selbst schnell gemerkt habe, dass ich noch sehr viel mehr trainieren muss – besonders meine Kondition“, erzählt Nukic.

 Dvornikovich stolz auf den Meistertitel

 KICKBOXEN Der Eisenstädter David Dvornikovich kürte sich bei den Austria Finals zum Staatsmeister in der Klasse über 94 Kilo. „Es war schon hart als 50-Jähriger in der Allgemeinen Klasse“, ist der Routinier stolz auf seinen Erfolg. Dabei stand das Finale unter keinem guten Stern, im Kampf zuvor brach sich Dvornikovich die Nase an. „Da muss man umso mehr aufpassen, dass man keine kassiert und trotzdem zu Punkten kommt“, erklärt der Athlet der Kickbox Academy. Für ihn war es der dritte Einsatz im heurigen Jahr nach den Open in der Türkei und Serbien. Nun steht eine Pause bis zum Herbst an, dann geht es für den frischgebackenen Staatsmeister zu den Weltmeisterschaften in der Altersklasse ab 40 Jahren. „Natürlich erhofft man sich immer etwas, man fährt zum Siegen hin, nicht um Dritter zu werden.“

 Fünf Medaillen für Mörz-Schwestern

 KUNSTTURNEN Alissa Mörz (ASKÖ Kunstturnen Mattersburg) holte sich im Mehrkampf den dritten Platz hinter den deutlich Routinierteren, Marlies Männersdorfer und Jasmin Mader. Bei den Gerätefinali gab es für die 18-Jährige Silber am Boden und am Sprung. Ihre jüngere Schwester Charlize wurde im Mehrkampf Neunte und zeigte am Boden erstmals in Österreich einen Doppel-Strecksalto. Als verdienten Lohn gab es im Boden- und Sprung-Finale jeweils Bronze. Bei den Juniorinnen wurde Katharina Gschiel (12) Zehnte, Collien Mörz belegte den 13. Rang. Burgenlands Team holte Platz vier. „Es macht mich sehr stolz, dass wir auch in der höchsten Klasse des Turnens bei der Staatsmeisterschaft so erfolgreich sein konnten. Fünf Medaillen sind eine großartige Bilanz für das Burgenland und unseren Verein“, ist der rot-goldene Verbandschef Günter Dorner begeistert.

 Bronze glänzt für Tirvuica wie Gold

 ROPE SKIPPING Sieben Athletinnen aus dem Leistungszentrum in Oberwart waren bei den Austrian Masters in Graz dabei. Besonders überraschend war die Bronzemedaille für Vanesa Tirvuica in der Klasse Elite weiblich. „Die glänzt für mich wie Gold,“ stellte Tirvuica klar. Katharina Kurz wurde Fünfte. Bei den Junioren belohnte sich Lena Ertler im Zuge einer hervorragenden Freestyle-Darbietung mit dem österreichischen Meistertitel, gefolgt von Olivia Kurz auf Platz zwei. Iuliana Unguras wurde Vierte, Doina Unguras Siebente. Die Jugendklasse gewann Pia Mercsanics überraschend. „Der Weg, den wir eingeschlagen haben, stimmt. Die ÖM war gleichzeitig die Qualifikation für die WM (Anm.: 19. bis 26. Juli in Ottawa, Kanada). Der Großteil der Sportlerinnen hat sich dafür qualifiziert,“ so Obmann Johann Decker.