Ein Dreikampf auf Raten. Die zweite Saison-Annullierung droht. Aufstiegswillige Klubs hadern mit dem Status quo und kommen unverschuldet in Schieflage. So bleibt die Frage: Wie also weiter?

Von Philipp Frank, Michael Heger und Patrick Bauer. Erstellt am 05. April 2021 (04:38)

Seit dem vergangenen Donnerstag gilt im Osten Österreichs in den Bundesländern Wien, Niederösterreich und dem Burgenland eine neue (Corona-)Zeitrechnung. Die behördlich verordnete „Osterruhe“ greift und setzt so auch dem Amateurfußball weiter zu. Statt erster Trainingseinheiten scheint eine Fortsetzung der Saison 2020/21 so weit weg wie nie. Es wird immer wahrscheinlicher, dass die zweite Spielzeit in Folge eine Annullierung erfährt. Das bringt vor allem eines: Probleme, denn diesen Umstand wollte man nach der wertungslosen Vorjahres-Spielzeit unbedingt umgehen.

BVZ

Speziell die im Aufstiegsrennen stehenden Vereine hängen so in der Warteschleife. In der höchsten Spielklasse des Burgenlandes ist der Kampf um die Spitze breit gefächert. Die bis dato absolvierten Spiele machen dies möglich. Der Leader aus Deutschkreutz und der erste Verfolger aus Pinkafeld sind dabei quasi gleichauf, haben die Südburgenländer ein Spiel, drei Punkte und zwei Tore weniger als die Mannen von Cheftrainer Didi Heger. Dahinter steht Parndorf, das seinerseits schon zehn Spiele absolvierte. Dann wird das Gefälle größer. Auch wenn der selbst ernannte Meister-Kandidat vom ASV Siegendorf nach Verlustpunkten vorne liegt, waren im Herbst erst sechs Spiele möglich. Im Umkehrschluss würde das acht noch auszutragende Partien im Frühjahr bedeuten. Gut, Flutlicht ist vorhanden und diverse Termine, etwa an Feiertagen auch, aber die Zeit läuft davon. Und auch die Frage(n): Wie sieht man die aktuelle Lage? Befasst man sich mit konkreten Alternativvorschlägen oder nimmt man es einfach hin? Die BVZ fragte bei den drei Top-Teams nach.

Zu einem echten Spitzenklub mauserte sich in den letzten Jahren der FC Deutschkreutz. Schon im abgebrochenen Vorjahr ärgerten Florian Szaffich und Kollegen den Kontrahenten aus Siegendorf und krönten sich damals auch zum Herbstmeister. So klopft man schon länger konkret ans Ostliga-Tor.

„Sollte es in irgendeiner Form eine Wertung geben und wir dadurch aufstiegsberechtigt sein, werden wir das natürlich wahrnehmen. Ich traue das unserem Verein sowohl sportlich als auch wirtschaftlich zu“, sagt Neo-Deutschkreutz-Obmann Robert Strobl und ergänzt etwaige Ideen betreffend: „Von einer Fortsetzung der Meisterschaft 2020/21 etwa im Herbst halte ich nichts.“ Somit bliebe nur eine neuerliche Annullierung, der man im Mittelburgenland neutral gegenüberstehen würde. So sagt das Oberhaupt: „Ich finde, dass auch bei einer Fortsetzung zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund der getätigten Transfers im Winter keine sportliche Fairness gegeben wäre.“

Pinkafeld neutral, Siegendorf offensiv

m Die Lage beim schärfsten Verfolger aus Pinkafeld ist derweil entspannt(er). Der sportliche Status quo ist stark, Platz zwei untermauert dies. „Eine Annullierung ist für mich sehr wahrscheinlich“, so Sektionsleiter Alex Diridl, der anfügt: „Für Vereine, die seit zwei Jahren aufsteigen wollen, ist es ein Wahnsinn und extrem bitter.“

Dazu zählt sich der SCP (noch) nicht. „Wir verfolgen es nicht mit dem großen Zwang.“ Nachsatz: „Natürlich wäre es schön, wenn man es sportlich zu Ende bringen würde, aber wir können auch guten Gewissens mit einer etwaigen Annullierung leben.“ Gedanken über das „wie weiter“ macht man sich durchaus, auch wenn Konkretes fehlt: „Wir sind für alles offen, so lange wir nur irgendwie spielen könnten.“

Bleibt noch Siegendorf. Beim ASV will man unbedingt rauf, investierte im Winter abermals. Ein weiteres Mal macht Corona dieses Unterfangen aber ungemein schwierig. „Sollte wieder annulliert werden, wäre das eine Katastrophe“, so Präsident Peter Krenmayr, der schon Richtung Regionalliga blickt: „Diese Liga wird nächstes Jahr nicht mit nur 13 Klubs starten wollen. Wir haben immer gesagt, dass wir dorthin wollen, wobei ich natürlich für eine sportliche Lösung bin.“

Und kommt es nicht zu dieser? Dann präferiert man im Norden die Quotienten-Regelung. Krenmayer: „Da muss man dann eben die letzten beiden Saisonen hernehmen. Das wären 23 Spiele mit den gleichen Teams und immer käme Siegendorf als Erster heraus. Wir sind einfach die Besten und müssen aufstiegsberechtigt sein. Was die anderen wollen, interessiert mich nicht, nur wir haben immer klar gesagt, was wir wollen.“