So speziell war der Corona-Herbst. 15 Mannschaften matchen sich in der Burgenlandliga, die in der Covid-Saison 20/21 auch ihre ganz besonderen Seiten haben.

Von Martin Ivansich, Michael Heger, Philipp Frank und Patrick Bauer. Erstellt am 23. November 2020 (02:12)
Mittendrin im Abstiegskampf. Hinter Kohfidisch-Kapitän Julian Binder (l.) liegt eine ungemein intensive Hinrunde, in deren Zuge der ASK vor allem im September sehr viele Spiele zu absolvieren hatte. Sportlich weniger gut lief es auch beim SV Güssing mit Fabian Huber.
Bruno

FC Deutschkreutz

Angreifer Michael Pittnauer zeigte sich im Herbst mehr als treffsicher. Nach acht Einsätzen über nur 436 Minuten (aufgrund einer Adduktoren-Verletzung) erzielte er neun Treffer. Besonders in den letzten beiden Spielen, gegen Bad Sauerbrunn und Güssing, die innerhalb von nur drei Tagen stattfanden, zeigte er mit jeweils drei Treffern seine Goalgetter-Qualitäten und steht zu Recht an der Spitze der Torschützenliste.

SC Pinkafeld

Der SCP machte im Herbst sportlich stark auf sich aufmerksam, denn es lief trotz einiger Corona-bedingter Absagen vor allem gegen Ende der Hinrunde überragend. Der Mann für die besonderen Momente: Christoph Saurer, der in Pinkafeld weiter Regie führt und den ganzen Verein fußballerisch auf ein anderes Level hebt. Beispiel gefällig? Etwa das zwischenzeitliche 4:0 beim späteren 4:1-Heimsieg über Leader Deutschkreutz, als er trocken aus 30 Metern abzog und seine Leistung krönte.

SC/ESV Parndorf

Die Heideboden-Kicker haben in einer speziellen Rubrik die Rote Laterne geerbt. Wieso? Der SC/ESV Parndorf ist in der Fairplay-Wertung Letzter. Coach Paul Hafner schmunzelte: „Wir waren immer die bravste Mannschaft, deswegen habe ich den Spielern einmal gesagt, dass sie ordentlich spielen sollen.“ Scherz beiseite: Seine Truppe kassierte zweimal Rot im Match gegen Markt Allhau. „Da war die Schiedsrichterleistung auch nicht sonderlich gut“, erläuterte der Cheftrainer. Zudem handelte sich Lubomir Urgela einmal die Ampelkarte ein.

ASV Siegendorf

Alle Jahre wieder – das trifft es wohl ziemlich genau beim großen Titelanwärter aus Siegendorf. In den letzten Jahren verschlief der ASV immer den Saisonstart. „Scheinbar brauchen wir immer eine gesunde Watschn zum Auftakt. Nach einem Dämpfer kommen wir dann immer in Fahrt – egal unter welchem Trainer“, schmunzelte Siegendorfs Sportlicher Leiter Harald Mayer. Heuer schied man im BFV-Cup in Runde eins beim SCF Rust (1. Klasse Nord), auch gegen Deutschkreutz setzte es zuhause ein 1:2.

SV St. Margarethen

Der bisherige Saisonverlauf kam vor allem der Sankt Margarethener Jugend zugute. Die zahlreichen Ausfälle – teilweise fehlten bis zu neun Stammspieler – nutzten Philipp und Mario Wenzl sowie Maximilian Regner und David Granabetter und stahlen dann den arrivierten Kickern später auch noch die Show. Die Greaboch-Kicker sind auf dem richtigen Weg und auch für das Erreichen des Saisonzieles – gesicherter Mittelfeldplatz – stehen die Vorzeichen dafür bestens.

SC Ritzing

Aufgrund von Corona-Verschiebungen und -Absagen hat die Truppe von Trainer Joe Furtner zwei Spiele weniger als der aktuelle Tabellenführer, liegt also nach „Verlustpunkten“ im absoluten Spitzenfeld der Liga. Ein Grund für den durchaus guten Herbst war die Tatsache, dass Kapitän David Witteveen und Co. endlich die Heimschwäche aus der Vorsaison ablegen konnten. Nach der unglücklichen Niederlage im ersten Heimspiel gegen Parndorf konnten die anderen zwei Partien im heimischen Sonnenseestadion gewonnen werden.

SC Bad Sauerbrunn

Die Blau-Weißen können mit dem Platz im Tabellenmittelfeld durchaus zufrieden sein. Wenn auch SCBS-Langzeit-Trainer Heinz Kremser in den neun gespielten Runden durch „Himmel und Hölle“ marschiert ist. Schwärmte Kremser zum Beispiel nach dem 1:0-Auswärtssieg in Schwarzenbach von einer „sehenswerten kämpferischen Leistung der ganzen Mannschaft“ so war er nach der späten 2:3-Auswärtspleite nach 2:0-Führung in Klingenbach bitter enttäuscht: „Das war sicher die bitterste Niederlage meiner mittlerweile sehr, sehr langen Trainerkarriere.“

ASK Horitschon

Die Mittelburgenländer bestritten die ersten fünf Pflichtspiele (inklusive zwei Cup-Runden) im Herbst im Südburgenland. Mit dem Meisterschaftsspiel in Güssing in Runde sieben waren es gesamt sogar sechs Antreten südlich des Geschriebensteins. Dabei erwies sich die Truppe von Trainer Hannes Marzi als „Süd-Spezialist“, gingen Kapitän Klaus Lehrner und Co. nur einmal als Verlierer vom Feld (1:2 in Allhau).

SPG Oberwart/Rotenturm

Trotz mäßiger Hinrunde gab es beim SVO in den letzten Tagen nur eine Meldung: Florian Hotwagner kommt als Trainer zum Traditionsverein. Mit Ansage, denn die Hinrunde verlief mäßig, hatte man vor allem defensiv mit großen Personalsorgen zu kämpfen. Jetzt kommt Ex-Pinkafeld-Coach „Hoti“, zuletzt mit acht Siegen und nur einer Niederlage Erfolgstrainer bei 2. Liga-Leader Schlaining, zu seinem Stammverein. Dort steigt die Hoffnung auf mehr Ruhe und Konstanz.

ASK Klingenbach

„Die Resultate waren zu Beginn leider nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Mit den zwei Siegen am Ende haben wir uns ein wenig Luft verschafft für die nächsten Aufgaben. Und das letzte Spiel vor der Unterbrechung war zudem ganz speziell“, freut es Obmann und Kapitän Dominik Dihanich. In den Köpfen bleibt der Nervenkrimi vom 17. Oktober gegen Bad Sauerbrunn, wo man ein 0:2 ab Minute 80 noch in einen 3:2-Sieg umwandeln konnte. „Das erlebt man nicht alle Tage.“

SV Leithaprodersdorf

Der sportliche Fahrplan wurde aufgrund von Covid-19 schon vor dem Anpfiff der Meisterschaft über den Haufen geworfen. Insgesamt drei Spieler waren positiv, zwei Partien mussten verschoben werden. Der Saisonstart, ohne zwei Leistungsträger, ging mächtig in die Hose: „Wir starteten gleich aus der Quarantäne mit einem 0:4 in Sankt Margarethen“, erinnerte sich Coach Peter Benes. Zahlreiche Doppelrunden und Cup-Nachtragspiele waren die Folge. Wenigstens gegen Ende der Saison fand der SVL wieder in die Spur.

SV Güssing

Noch war es nicht die Saison von Angreifer Roman Rasser, der in den letzten Jahren die Lebensversicherung des GSV darstellte. Dieser Tage steht der gebürtige Hackerberger bei vier Treffern, einen weniger als Offensiv-Kollege Julian Laky. „Rommel“ kämpfte im Herbst mit seiner Form, die er etwa ein Jahr zuvor hatte. Damals ging alles auf – Traumtor im Test gegen Rapid inklusive. Im Frühjahr braucht es einen starken Rasser (und Michi Kulovits), dann bleibt man in der Liga.

ASK Kohfidisch

Acht Spiele hatte der ASK Kohfidisch im gesamten September zu absolvieren. Ein Kraftakt für Julian Binder und Kollegen, die dann irgendwann auf dem Zahnfleisch daherkrochen. Erst nach Bewältigung dieser intensiven Phase bekam das in der annullierten Vorsaison beste Südteam etwas Konstanz in seine Darbietungen, wobei man dennoch als schlechteste Auswärtsmannschaft abschloss und bei vier Spielen nur einen Zähler holte.

UFC Markt Allhau

Allein auf weiter Flur: So erging es Stürmer Michal Kozak beim UFC Markt Allhau. Der ehemalige Klingenbacher rieb sich sehr viele Male auf, wobei dann beim Abschluss oft die letzte Konzentration fehlte und der UFC so in sportliche Probleme schlitterte. Trainer Herbert Oberrisser schmiss früh das Handtuch, wobei kaum mehr gepunktet wurde. Vor allem offensiv hakt es: Sieben Tore sind die wenigstens der Liga.

FSG Oberpetersdorf/Schwarzenbach

Der Fauxpas der bisherigen Hinrunde passierte wohl der FSG im Heimspiel gegen Margarethen. Anstatt der drei während des laufenden Spieles erlaubten Wechselperioden, tauschte Trainer Markus Schmidt zu vier verschiedenen Zeitpunkten, was dazu führte, dass das Spiel in erster Instanz anstatt des klaren (und verdienten) 4:0 der FSG, mit 3:0 zugunsten von Sankt Margarethen strafverifiziert wurde. Die FSG legte zwar Protest ein, die erforderliche Sitzung des Protestkomitees fand jedoch coronabedingt noch nicht statt. Klar ist: Eine (zu erwartende) Bestätigung der Strafverifizierung wäre ein herber Rückschlag für das Schlusslicht.