Basketball: Letzter Halt Eisenstadt

Erstellt am 27. Januar 2022 | 04:07
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Für Blackbirds-Spieler Sebastian Koch gab es zum Geburtstag einen klaren 69:43-Heimsieg über Deutsch Wagram. Mit der Ausrichtung des Basketball-Cup-Finalturniers am 5. und 6. Februar rückt Eisenstadt nächste Woche in den Blickpunkt der österreichischen Basketball-Fans.

Eigentlich hätte es schon am 15. Jänner im Cup-Semifinale zum großen Burgenland-Derby zwischen den BBC Nord Dragonz aus Eisenstadt und den Oberwart Gunners kommen sollen. Coronabedingt musste der Schlager aber abgesagt werden. Der Österreichische Basketballverband (ÖBV) entschied daraufhin, Halbfinale und Finale im Rahmen eines „Final Four“-Turniers an einem Ort stattfinden zu lassen, um die Saison nicht in die Länge zu ziehen und Mehrkosten für die Vereine zu vermeiden.

Per Losentscheid sollte daher einer der drei bereits feststehenden Semifinalisten zum Ausrichter gekürt werden. Bei der Ziehung am vergangenen Samstag war das Glück letztlich den Eisenstädtern hold und das Allsportzentrum wurde als Austragungsort fixiert. „Bei uns war die Freude wahnsinnig groß“, sagt Dragonz-Obmann Roland Knor, den die frohe Botschaft mit ein wenig Verspätung ereilt hat.

„Ich habe die Ziehung versäumt, weil ich Schwierigkeiten mit meinem TV-Gerät hatte. So wurde ich am Telefon über den Ausgang informiert. Anscheinend hat uns meine Abwesenheit Glück gebracht.“ Für die Spiele, die am 5. und 6. Februar über die Bühne gehen werden, wird dem Allsportzentrum noch der Feinschliff verpasst – mit einem Parkettboden, LED-Banden, zusätzlichen Sitzen und Kameragerüsten. Der Pay-TV-Sender Sky überträgt beide Halbfinali und das Finale live.

„Belohnung für die harte Arbeit“

Am Samstag startet das Event mit dem rot-goldenen Derby, danach folgt das Match zwischen Gmunden und dem Sieger der (nach Redaktionsschluss ausgetragenen) Mittwoch-Begegnung zwischen St. Pölten und Wien. Am Sonntag wird dann neben dem Herren-Finale auch das Cup-Finale der Damen in Eisenstadt ausgetragen, das ebenfalls im Rahmen des Finalturniers stattfindet und auf ORF Sport Plus zu sehen sein. Vor Ort würde man gerne 500 Fans begrüßen, das hängt vom O.K. der Eisenstädter Gesundheitsbehörde ab.

Um die logistischen Herausforderungen zu meistern, ist bei den Dragonz jede helfende Hand gefragt. Ein zwölfköpfiges Team ist mit der Organisation betraut, „darüber hinaus werden uns auch einige Mitglieder unterstützen“, so Knor. Die Euphorie im Hinblick auf den Saison-Höhepunkt ist im ganzen Verein spürbar und hat sich längst schon auf die Mannschaft übertragen. „Die Ausrichtung des ‚Final Four‘ ist eine Belohnung für die harte Arbeit in den letzten Jahren. Wir sind schon richtig heiß darauf, vor so einer Kulisse spielen zu dürfen“, freut sich auch Dragonz Coach Felix Jambor.

Weniger groß war die Freude über die Spielort-Vergabe zunächst in Oberwart. Gunners-Präsident Thomas Linzer hätte den Heimvorteil gerne auf seiner Seite gehabt und moniert, dass statt einer Ausschreibung das Los über den Finalort entschied: „Wir hätten uns von der Liga erwartet, dass nach allen Maßgaben der beste Standort ausgewählt wird. Ich glaube nicht, dass das Event dann nach Eisenstadt gegangen wäre. Wir haben mit Eisenstadt als Ausrichter kein Problem, aber als fair sehe ich den Losentscheid nicht an.“ In der Landeshauptstadt nimmt man die Kritik gelassen.

Roland Knor wirft ein, dass sich die Dragonz nicht gegen das Konzept eines Finalturniers an einem Ort gestellt haben, obwohl man damit in Kauf nahm, das Heimrecht im Halbfinale unter Umständen zu verlieren. Dass das Los zugunsten der Eisenstädter entschieden hat, „macht doch den Charme des Cups aus, dass ein Außenseiter wie wir das ‚Final Four‘ ausrichten kann. Ich bin sicher, dass wir daraus ein tolles Event machen, ähnlich wie es auch Oberwart getan hätte.“