Eisenstadt

Erstellt am 07. November 2018, 06:14

von Bernhard Fenz

Diskussion über Ligenreform: Ja zur Regionalliga. Derzeit wird die dritte Leistungsstufe in Österreich evaluiert. Im Osten ist die Sicht bei den rot-goldenen Klubs klar.

Einigkeit. Die zeigen Neusiedls Klubmanager Lukas Stranz (l.) auf der einen Seite und SVM Amateure-Manager Kevin Pauschenwein auf der anderen Seite beim Thema Ostliga.  |  BVZ

So einig war man sich bei Burgenlands Ostligisten wohl selten. Sie alle geben ein klares Ja zur Regionalliga ab.

Hintergrund ist eine derzeit laufende Evaluierungsphase des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) gemeinsam mit dem internationalen Beratungsunternehmen Hypercube, das bereits in die Ligenreform der Bundesliga und 2. Liga eingebunden war.

Im Westen bahnt sich die Variante einer Eliteliga an

Die Evaluierung wurde verbunden mit der Reform der zweithöchsten Spielklasse und passt mittlerweile auch deshalb, weil es bei der Zukunft der Regionalliga West (Vorarlberg, Tirol, Salzburg) ordentlich brodelt. Mehr noch: Es bahnt sich aufgrund eines Beschlusses der dortigen Regionalliga-Kommission künftig die Variante einer Eliteliga an, bei der im Herbst erst nur landesweit gespielt wird und dann im Frühjahr ein überregionales Play-off-System folgt – in diesem Zuge soll dann auch der Aufsteiger in die 2. Liga ermittelt werden.

Gerhard Milletich, BFV-Boss und Parndorf-Obmann, steht für das jetzige System.  |  BVZ

Morgen, Donnerstag, tagt das ÖFB-Präsidium, das einer solchen Veränderung der Ligenstruktur noch final zustimmen müsste. Burgenlands Fußballverbands-Boss Gerhard Milletich ist, so wie alle Landesverbands-Präsidenten, Teil des Präsidiums. Er sagt: „Grundsätzlich hat der ÖFB natürlich Interesse an einer einheitlichen Lösung.“ Das zeigt sich auch an einer Ostliga-Aussendung, bei der das Thema gestreift und dabei genau das angepeilte einheitliche Vorgehen angesprochen wurde, „anstatt Insellösungen in den Regionen zu bekommen“.

So der Westen auf die in der Region beschlossene Reform pocht (Vorarlberg und Tirol waren dafür, Salzburg dagegen), drohen aber genau besagte Insellösungen.

„Ich kann hier für alle Klubs im Osten sprechen. Wir wollen die Regionalliga in dieser Form unbedingt beibehalten.“Lukas Stranz, Klubmanager des SC Neusiedl/See

Auf der anderen Seite des Landes gibt es nämlich im Osten ein ganz klares Statement für das jetzige System. Milletich, er ist als Obmann des SC/ESV Parndorf auch aktiver Vereinsvertreter: „Ich wüsste kein anderes Format, das passt. Es geht ja auch um die Durchlässigkeit nach oben. Und da ist der erreichte Direktaufstieg auch ganz wichtig. Die neu geschaffene 2. Liga sowie die Regionalligen darunter sollten generell ein homogenes Konstrukt im Sinne besagter Durchlässigkeit sein.“

Einigkeit. Die zeigen Neusiedls Klubmanager Lukas Stranz (l.) auf der einen Seite und …  |  BVZ

Auf Seiten des SC Neusiedl/See findet Klubmanager Lukas Stranz ebenfalls klare Worte. „Ich kann hier für alle Klubs im Osten sprechen. Wir wollen die Regionalliga in dieser Form unbedingt beibehalten. Darum hat es zuletzt diesbezüglich auch einen Grundsatzbeschluss gegeben.“

Und Kevin Pauschenwein, Manager der Mattersburg-Amateure, ergänzt: „Ich kann die Debatte grundsätzlich nicht wirklich nachvollziehen. Potenzielle Probleme sehe ich weniger in den Regionalligen, als eine Leistungsstufe darüber. Von unserer Seite her gibt es jedenfalls nichts zu beklagen, alle Vereine arbeiten auf sehr guter Basis miteinander. Das spricht für die Klubs und die handelnden Personen im Hintergrund. Auch die Terminansetzungen sind für uns sehr in Ordnung.“

… SVM Amateure-Manager Kevin Pauschenwein auf der anderen Seite beim Thema Ostliga.  |  BVZ

Im Zuge der vielschichtigen Diskussionen wird übrigens auch immer wieder die Idee von vier Regionalligen eingebracht, die – logisch zu Ende gedacht – wohl Vorarlberg/Tirol, Salzburg/Oberösterreich, Steiermark/Kärnten sowie Burgenland/Niederösterreich/ Wien zur Folge hätte.

Allerdings wäre dann möglicherweise auch wieder die (Direkt-)Aufstiegsfrage in die von den Lizenzauflagen erweichte 2. Liga offen. Die ist aktuell mit drei Klubs geregelt.